Benny von bike-compnents im Interview mit Holger Meyer von Scott / dierasenmaeher.de
Benny von bike-compnents im Interview mit Holger Meyer von Scott / dierasenmaeher.de

Benny im Gespräch mit Holger Meyer (Teil 1)

Im Rahmen des Sympathex Bikefestivals 2014 in Willingen hatte Benny aus dem Marketing die Möglichkeit ein Gespräch mit Holger Meyer von Scott zu führen.

Im Rahmen des Sympathex Bikefestivals 2014 in Willingen hatte Benny aus dem Marketing die Möglichkeit ein Gespräch mit Holger Meyer zu führen. Holger Meyer ist seit dem Jahr 2000 als Testfahrer und Markenbotschafter für Scott unterwegs und ist mit dierasenmaeher.de erfolgreicher Campveranstalter.

Benny von bike-compnents im Interview mit Holger Meyer von Scott / dierasenmaeher.de
Benny von bike-compnents im Interview mit Holger Meyer von Scott / dierasenmaeher.de

B: Holger, erzähl doch zum Einstieg etwas über deine aktive Zeit als World Cup Fahrer, damals war das Racing doch sicherlich etwas anders als heute?


H: Lacht. Das erste Rennen war ein Parallelslalom in Hildesheim, Grundig World Cup, mehr schlecht als recht, eher ein Cross Country Rennen als ein Downhillrennen. Da ist mir bewusst geworden, dass mir das Bergabfahren richtig Spaß macht. Früher waren die Rennen eher CrossCountry Rennen, also eine große Mountainbike Tour mit zwei Runden auf Zeit. 1993 kam die Zeit als sich die Disziplin Crosscountry und Downhill getrennt haben und ich habe mich für die Disziplin Downhill entschieden und bin dann bis ins Jahr  2000 Dowhnill Worldcup Rennen gefahren. In dieser Zeit war ich als Fahrer für die Nationalmannschaft unterwegs. Da waren schon ein paar „geile“ Trips dabei, unter anderem ein World Cup Finale auf Hawaii. Später wurde unser Team eingestellt und es öffnete sich die Chance mit GT bis Ende der 90er zusammen zu arbeiten. Da ich in dieser Zeit als Teamfahrer für Sportimport (damals Generalimporteuer für GT) gefahren bin, war dieser Schritt eine logische Konsequenz. Mit GT als Sponsor hatten wir einen guten internationalen Support durch GT USA, bei den World Cup Rennen vorort.

 

B: Bis dahin lief doch alles ganz gut, warum hast du aufgehört professionell Downhillrennen zu fahren und wie bist du zu Scott gekommen?

Holger Meyer von die rasenaeher.de Freeridecamp Livigno

Holger Meyer von die rasenaeher.de Freeridecamp Livigno

H: 1999 ging GT das Geld aus und das Team wurde eingestellt. Daraufhin kam das Angebot von Scott, die jemanden als Testfahrer, Meinungsbildner, Photofahrer und Markenbotschafter gesucht haben, um die Marke nach außen zu repräsentieren. Zusammen mit Peter Denk (Ingenieur) begann ich Räder zu testen und nahm an Katalogshootings teil.


B: Welches Scott Bike liegt dir am meisten?


H: Das aktuelle Genius LT ist genau mein Rad. Ich bin viel im Bereich All Mountain / Enduro unterwegs und fahre am liebsten technisch anspruchsvolle Trails. In diesem Rahmen habe ich mich vom Downhill ziemlich entfernt. 2014 bekomme ich vielleicht 10 Tage im BikePark zusammen, darunter ist mein FreerideCamp in Livigno von dierasenmaeher.de und der Whistler Trip, den Rest meiner Zeit sitze ich auf meinem Scott Genius LT.

Holger Meyer von die rasenaeher.de Freeridecamp Livigno checkt sein neues Scott Gambler

Holger Meyer von die rasenaeher.de Freeridecamp Livigno checkt sein neues Scott Gambler

B: All Mountain / Enduro heißt ja auch mal bergauf fahren. Hast du mittlerweile auch Spaß am daran gefunden?


H: Grinst. Für eine gute Abfahrt quäle ich mich auch gerne bergauf. Es muss beim Strampeln schon eine Belohnung, in Form eines schönen Trails, drin sein.

B: Nach all den Jahren hast du sicherlich viele schöne lustige Geschichten erlebt, erzähl uns doch mal eine davon, zum Beispiel aus deiner aktiven WorldCup Zeit?


H: Lieblingsanekdote, Lacht: Ja, da hab ich eine aus der frühen WorldCup Zeit in Kaprun: Das erste Jahr habe ich eine Federgabel bekommen (Lacht, ja da habe ich tatsächlich eine Federgabel bekommen) und ich war auf einem Panasonic Fullsuspension Prototypen unterwegs mit einem Marzocchi Dämpfer. Während meiner Fahrt fühlte es sich echt super an bis ich dann über einen Absprung in den Wald reingesprungen bin und "dabei dachte ich so boah, ich hab so viel Federweg, das gibst ja gar nicht“ und als ich das zu Ende gedacht habe, habe ich mich gleich 3-4 mal überschlagen und mir ist der Lenker an beiden Seiten des Vorbaus einfach abgebrochen. Gott sei Dank ist das damals alles gut gegangen.
Ansonsten waren es immer ganz lustige Zeiten im World Cup. Irgendwann war es aber schließlich genug. Überlegst du dir einmal das Verhältnis aus Reisezeit und Bikezeit an einem Rennwochenende, merkst du recht schnell das ein Tourenwochenende auf dem Bike viel produktiver ist.


B: Neben dem Angebot von Scott habt ihr zeitgleich die Rasenmäher geründet, korrekt?


H: Ja genau, mittlerweile existieren dierasemaeher.de so ziemlich genau 15 Jahre. Wir haben damals mit reinen Fahrtechnikseminaren begonnen und haben dann gemerkt, dass die Leute mittlerweile biken können. Daher haben wird das Angebot ausgebaut, zum Beispiel mit den Singletrail Camps oder mit dem Freeride Camp in Livigno. Viele Biker finden den Gedanken Freeride ganz gut, trauen sich aber vielleicht nicht direkt alleine in den Park. Mit uns können sie es unter Anleitung lernen und so Step by Step im Park selber wachsen.

Gruppenfoto Teilnehmer Freeridecamp Livigno 2014 von dierasenmaeher.de

Gruppenfoto Teilnehmer Freeridecamp Livigno 2014 von dierasenmaeher.de

Tibor Simai Technikworkshop Freeridecamp Livigno

Tibor Simai Technikworkshop Freeridecamp Livigno

B: Bietet ihr auch Camps im Bereich Enduro an?

H: Ja, wir bieten jetzt ganz aktuell ein Endurocamp im September an. Dieses organisieren wir in der Reschenregion.


B: Endurocamp bedeutet, klassisch Touren fahren mit dem Fokus auf Trails bergab?


H: Das Problem was ich gerade mit dem Begriff Enduro habe ist, das alle diesen Begriff in Kombination mit Endurorennen verwenden. Der Begriff ist sehr stark mit dem Renn.- und Racecharakter belegt. In Zusammenarbeit mit Scott haben wir überlegt, wie wir dem Entgegenwirken können. Scott hat mit dem Genius LT ein super Endurobike, aber nicht jeder möchte Rennen fahren und es wollen viele das Rad einfach nur fahren, weil es ein geiles Bike ist. Enduro ist im eigentlichen Sinne nur das, was wir schon immer gemacht haben, einfach Mountainbiken.

In Kurven hängen viele Biker wie ein Schluck Wasser auf dem Bike. Die Grundposition ist das
A und O.

Holger M.

B. Kommen wir vom Endurocamp zum Freeride Camp in Livigno am ersten August Wochenende zu sprechen. Warum Livigno?


H: Wir waren schon in Saalbach, Portes du Soleil und Livigno. Livigno bietet ideale Bedingungen für alle Fahrlevel, die sich mit dem Thema Freeride/Bikepark beschäftigen wollen. Die Fahrlevels im Camp variieren voneinander, von den Bikern und Bikerinnen, die mal gerne Bikepark fahren möchten, bis zu den Jungs und Mädels die ihren Style und Technik beim großen Drop verbessern möchten. Der Bikepark selbst ist sehr weitläufig, du kannst zum Beispiel mit der Gruppe nach einer Kurve stehen bleiben, die Technik noch einmal für jeden einzelnen durchsprechen, hochschieben und die gleiche Kurve noch einmal fahren. Der Park ist im Ganzen weniger frequentiert und somit ideal für ein Camp. Daneben gibt es noch gutes italienisches Essen, zollfreies Einkaufen und an jeder Hütte gibt es einen tollen Espresso (Lacht), sehr wichtig.


B: Hast du ein persönliches Top Revier.


H: Ja, hatten wir doch gerade (Lacht). Also für mich ist Livigno schon mein Top Revier, unabhängig jetzt vom Bikepark. Die ganze Region Livigno ist großartig. Du kannst sensationelle Trailtouren mit hohen Übergängen und großen Bergen fahren. Ich bin hier sehr gerne unterwegs, da ich die die Italiener in ihrer entspannten Art sehr gerne mag.

 

B: Wie teilt ihr die Gruppen in euren Camps ein?

 

H: Im ersten Schritt teilt sich jeder selbst in seine Gruppe ein, also will ich direkt über Tables und Drops gehen und meine Technik verbessern, oder bin ich eher etwas gemütlicher unterwegs oder bin ich das erste Mal in einem Park und möchte mich erst einmal orientieren. Zum Mittag treffen wir uns alle zum Essen, und wir alle können in den Gruppen wechseln, auch die Coaches werden das entsprechend steuern. Jeder kann jedes Thema einmal durchkauen. Ziel ist es, das sich niemand überschätzt und jeder sein Lernziel erreicht und Spaß hat.

Livigno Italien

Livigno Italien

Selbst ist der Mann, Holger am Anschlag - Freeride Banner muss sein

Selbst ist der Mann, Holger am Anschlag - Freeride Banner muss sein

B: Hast du in diesem Zusammenhang einen allgemeingültigen Tipp, also einen Fahrtechnikfehler, den die meisten Biker in deinen Augen machen?


H: In Kurven hängen viele Biker wie ein Schluck Wasser auf dem Bike. Die Grundposition ist das A und O. Das Körpergewicht sollte immer zentral über dem Bike sein, lieblingsfuß vorne und in Kurven das Kurvenäußere Pedal unten. Viele Biker haben in steilen Spitzkehren ihr Gewicht zu weit hinter ihrem Sattel und dann hast du keinen Druck mehr auf dem Vorderrad und es kann nicht mehr Lenken. Deswegen sag ich immer: Mittig über dem Rad, Ellenbogen gebeugt und weit nach vorne schauen und dann müsste es eigentlich laufen.

 

Im zweiten Teil des Interviews unterhalten sich Benny und Holger mehr über Holgers Funktion als Tester und ihr erfahrt ein wenig mehr über Holger selbst....

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