Specialized Butcher Grid Gravity T9 Compound Reifentest

Im Test: Specialized MTB-Reifen mit neuer Compound

Christian , Julian & Florian 17. September 2020

Flo, Chris und Julian haben die MTB-Reifen Butcher & Eliminator von Specialized mit den neuen Compounds T7 & T9 getestet. Einhelliges Fazit: wahnsinns Grip

Vom Bike-Hersteller, der auch Reifen macht, hat sich Specialized in den letzten Jahren zur vollwertigen Alternative in puncto Bodenhaftung entwickelt. Gleichauf mit Spezialisten wie Schwalbe, Maxxis oder Continental (um nur die bekanntesten zu nennen) hat sich die Marke aus Morgan Hill erfolgreich etablieren können. Manche sprechen schon vom „Hidden Champion“ in der Welt der Fahrradbereifung.

 

Drei brandneue Gummimischungen

Für die beginnende Produktsaison 2021 haben die Kalifornier ihre Mountainbike-Reifen komplett überarbeitet. Wir konnten dabei nicht nur einen ausgiebigen Blick hinter die Kulissen von Entwicklung und Produktion werfen, wir hatten auch das Glück, die Trail- und Enduro-Modelle Eliminator und Butcher vorab in die Finger zu bekommen und für Euch über die Trails zu scheuchen.
Kernstück sind die brandneuen Gummimischungen T7 und T9, die je nach Einsatzbereich für die beliebten Modelle Eliminator, Butcher und Hillbilly mit unterschiedlichen Karkassen angeboten werden. T steht dabei für „Tread Compound“.

Specialized Butcher Grid Gravity T9 Compound Reifentest - Florian

Florian: Der schnelle Allrounder

Specialized Butcher Grid Gravity T9 Compound Reifentest - Julian

Julian: Der All-Mountain-Biker

Specialized Butcher Grid Gravity T9 Compound Reifentest - Christian

Christian: Der Endurist

Für jeden Einsatzbereich das richtige Compound

Specialized differenziert die neuen Compounds nach ihrem Verwendungszweck. T5 ist dabei die Mischung für Cross-Country-Einsätze, gern auch der aggressiveren Art: schnell rollend, agil im Lenkverhalten und mit geringem Verschleiß. T7 ist die Mischung für Trailbiking jeder Art und wildert bereits im Enduro-Segment. Ein besonders ausgewogenes Verhältnis aus Rollwiderstand und Grip zeichnet diese Allroundmischung genauso aus wie eine komfortable Eigendämpfung für weniger Fahrer-Ermüdung. T9 schließlich ist das Gravity-Compound mit unendlichen Traktionsreserven und einer nochmals höheren Eigendämpfung, die dafür sorgt, dass der Reifen förmlich am Untergrund klebt, statt unkontrolliert zu springen. Diese Mischung wendet sich vor allem an Enduro- und Downhill-Piloten und -Racer.

Die richtige Karkasse zum neuen Compound

Nicht jede Mischung gibt es mit jeder Karkasse. Denn wer will schon einen leichtgewichtigen S-Works-Reifen mit Gravity-Mischung? Eben! Specialized bietet aber nahezu jedes Reifenmodell in mindestens zwei Karkassen- und Mischungstypen an. Hier findet jeder den richtigen Reifen und kann dabei auch persönliche Traumkombination aus unterschiedlichen Vorder- und Hinterreifen realisieren. So wie wir! Unsere Tester Chris, Flo und Julian waren auf Butcher T9 am Vorder- und Eliminator T7 am Hinterrad unterwegs, jeweils in der Dimension 29 x 2,3 Zoll.

Große Kulisse für große Reifen: Flo war mit seinem Bike eine Woche in den Alpen unterwegs und hat die MTB-Reifen von Specialized ausgiebig testen können.

Große Kulisse für große Reifen: Flo war mit seinem Bike eine Woche in den Alpen unterwegs und hat die MTB-Reifen von Specialized ausgiebig testen können.

Specialized Butcher mit T9 Compound und Grid Gravity Karkasse vorn

Specialized Butcher mit T9 Compound und Grid Gravity Karkasse: Viel Grip und Pannenschutz für das Vorderrad

Specialized Eliminator mit T7 Compound auf der Lauffläche, T9 an den Schulterstollen

Specialized Eliminator mit T7 Compound auf der Lauffläche, T9 an den Schulterstollen: die perfekte Hinterrad-Kombination für schnelles, zugleich griffiges Biken

Flo: Der schnelle Allrounder

„Schnell und nicht besonders materialschonend“, so beschreibt unser Social-Media-Kollege Flo seinen Fahrstil. Umso erstaunlicher, dass er nicht zur bombenstabilen Grid Gravity-, sondern zur leichteren Grid Trail-Karkasse gegriffen hat, die der Hersteller als Allzweck-Trail-Karkasse mit Verstärkungen an Seitenwand und Reifenbett empfiehlt. Dieser Do-it-all-Gedanke passt perfekt zu seinem Bike, einem Santa Cruz Megatower mit dem leichten bc original Loamer-Laufradsatz. Flo ist nach eigener Aussagen kein absoluter Reifentestprofi, weil er bisher wenigen verschiedenen Modellen die Treue gehalten hat. Er war deshalb anfangs skeptisch, ob er überhaupt Unterschiede bemerken würde. Doch „schon nach den ersten paar Abfahrten hatte ich den deutlichen Eindruck, mehr Grip und Stabilität zu haben. Ich habe dem Reifen nahezu sofort vertraut und bin an Grenzen gegangen, um zu sehen, wie viel Traktion er aufbaut.“ Flo hebt besonders den vorn montierten Butcher in der traktionsstarken T9-Mischung hervor, dessen konstruktiv stabile, aber von der Mischung weiche Außenstollen ihm erlaubt haben, das Rad extrem aktiv in die Kurve zu drücken. Grip, Grip, Grip – das betont Flo immer wieder und ist in seinen Augen das zentrale Argument für die neuen Gummis. Wer maximale Traktion bei vertretbarem Gewicht und Rollwiderstand sucht, sollte sich also die Kombination aus Butcher und Eliminator unbedingt anschauen. Probleme mit der Haltbarkeit hat Flo übrigens keine gehabt.

Flo: "Ich habe dem Reifen nahezu sofort vertraut und bin an Grenzen gegangen, um zu sehen, wie viel Traktion er aufbaut."

Flo: "Ich habe dem Reifen nahezu sofort vertraut und bin an Grenzen gegangen, um zu sehen, wie viel Traktion er aufbaut."

Grip, Grip, Grip: das zentrale Argument für die neuen Gummis

Grip, Grip, Grip: das zentrale Argument für die neuen Gummis

Chris: Der Endurist

Chris, eigentlich Christian Derkum, arbeitet im Produktmanagement. Ihr kennt ihn zum Beispiel aus unseren Fahrtechnikvideos. Aber Chris ist nicht nur Produktmanager und Fahrtechnik-Coach, er ist auch Enduro-World-Series-Teilnehmer. Kurz: hartes Brot für einen Reifen! Deshalb hat er die neuen Specialized-Gummis mit der stabilen Grid Gravity-Karkasse auf einem Yeti SB150 und auf 30 mm breiten DT Swiss-Laufrädern montiert. Wichtiger als ein möglichst geringes Gewicht sind für Chris die Faktoren Feedback, Grip und Pannensicherheit. Ausprobiert hat er die neuen Reifen auf seinen Hometrails, um sich ganz auf die Fahreindrücke konzentrieren zu können. Der Charakter: Trocken, staubig und mit einem guten Mix aus Wurzeln und Steinen. Sein Eindruck: „Die Reifen sind rund! Klar: Kalauer, wirst Du Dir jetzt denken – aber ich meine das genauso. Sie sind im besten Sinne unauffällig, berechenbar und liegen gut auf dem Trail.“ Besonders hebt Tester Chris allerdings hervor, dass sich der Reifen leicht in die Kurve drücken lässt und dort stabil dem eingeschlagenen Weg folgt. Er führt das v. a. auf die Stollenanordnung zurück, die im Zusammenspiel mit der Stollenfestigkeit und den neuen Mischungen dazu führt, dass die Schulterstollen viel Last und Traktionsarbeit übernehmen können. Als Schmankerl sei der Reifen zudem sehr leicht tubeless zu montieren, besonders für seine stabile Gravity-Karkasse. Gleichzeitig weist Chris darauf hin, dass die 29er mit stabiler Karkasse schon in der Schwergewichtsklasse kämpfen und empfiehlt sie daher vor allem Enduro- und Downhill-Fahrern oder Menschen, die aus anderen Gründen Wert auf maximalen Pannenschutz legen, sowie ausdrücklich auch E-Mountainbikern auf der Suche nach einem stabilen und traktionsstarken Reifen. Chris lacht: „Der Blick auf die Küchenwaage wird den gewichtsbewussten Fahrer eher nicht glücklich machen.“ Sein ehrliches Fazit: Reifen sind immer auch ein Stück weit Sache des persönlichen Geschmacks. Aber die neuen Specialized-Reifen sind für alle auf der Suche mehr als nur eine kleine Empfehlung wert.

Für Chris sind bei den Reifen Feedback, Grip und Pannensicherheit wichtiger als ein möglichst geringes Gewicht.

Für Chris sind bei den Reifen Feedback, Grip und Pannensicherheit wichtiger als ein möglichst geringes Gewicht.

Die Reifen mit der neuen Gummimischung lassen sich leicht in die Kurve drücken und folgen dort stabil dem eingeschlagenen Weg.

Die Reifen mit der neuen Gummimischung lassen sich leicht in die Kurve drücken und folgen dort stabil dem eingeschlagenen Weg.

Julian: All-Mountain

Brandmanager Julian hat für seinen Test genau wie Flo zur vielseitigen Grid Trail-Karkasse gegriffen. Die Kombination aus Butcher vorn und Eliminator hinten hat er auf seinem Santa Cruz Hightower V1 montiert – dem leichtesten Rad mit dem geringsten Federweg in der Runde. Julian fährt vor allem All-Mountain- und Enduro-Touren – neben Traktion und Pannensicherheit ist auch ein geringer Rollwiderstand wichtig für ihn, egal, ob er lange Runden durch das hügelige und kräftezehrende Gelände der nahen Ardennen oder der Eifel dreht oder auf seinen Aachener Hometrails unterwegs ist.
Und hier glänzen die neuen Trail-Mischungen: „Mein erster Eindruck war sehr positiv. Da ich mitten in Aachen wohne, habe ich knapp fünf Kilometer Transfer über Asphalt und Schotterstraßen bis zu meinen Hometrails. Vom Rollwiederstand und der Lautstärke waren die Reifen hier direkt sehr angenehm.“ Nicht nur in Sachen Effizienz ist Julian begeistert, denn was bringen die leichtest-rollenden Reifen, wenn sie keine Traktion bieten? Jetzt im Spätsommer hat Julian für uns sowohl sandige und staubige Wege als auch nasse und teilweise schlammige Wurzelpassagen unter die Räder genommen. Perfekte Bedingungen, um die Allround-Fähigkeiten des Reifens zu testen: „Ich hatte dabei durchgehend ein sicheres Fahrgefühl. Beide Reifen bieten ausreichend Grip, Seitenstabilität und selbst kleinere Durchschläge gaben mir nicht das Gefühl, dass Pannen hier ein Problem werden könnten.“
Beim Pannenschutz hilft natürlich die einfache Tubeless-Montage, die auch Julian ausdrücklich hervorhebt. Absolut kein Problem mit dem preiswerten Schwalbe Tire Booster oder einer speziellen Tubeless Pumpe mit Hochdruck-Reservoir wie der stylischen Crankbrothers Klic – ein teurer und lauter Kompressor wird nicht benötigt. Wer trotz Tubeless für mehr Feedback etwas höhere Drücke bevorzugt, der wird zudem mit der für einen so leichten und gut rollenden Reifen fantastischen Eigendämpfung der neuen Specialized-Reifen belohnt. Kein unkontrolliertes Springen oder Bouncen. „Alles in allem tolle Reifen. Ich denke für den All-Mountain- bis Enduro-Bereich sind sie perfekt. Ich bin zuvor nie Specialized-Reifen gefahren und hatte sie auch absolut nicht auf dem Zettel. Nach den ersten Ausfahrten hat sich das aber komplett geändert. Die Verarbeitungsqualität ist extrem gut und die Reifen erfüllen ihren Zweck anstandslos. Ich könnte mir vorstellen, dass ich auch langfristig auf Specialized-Reifen unterwegs sein werde.“

Julian ist geringer Rollwiderstand wichtig: "Ich habe knapp fünf Kilometer Transfer über Asphalt und Schotterstraßen bis zu meinen Hometrails. Vom Rollwiederstand und der Lautstärke waren die Reifen hier direkt sehr angenehm."

Julian ist geringer Rollwiderstand wichtig: "Ich habe knapp fünf Kilometer Transfer über Asphalt und Schotterstraßen bis zu meinen Hometrails. Vom Rollwiederstand und der Lautstärke waren die Reifen hier direkt sehr angenehm."

"Ich bin zuvor nie Specialized-Reifen gefahren und hatte sie auch absolut nicht auf dem Zettel. Die Testfahrten haben mir gezeigt: Die Verarbeitungsqualität ist extrem gut und die Reifen erfüllen ihren Zweck anstandslos."

"Ich bin zuvor nie Specialized-Reifen gefahren und hatte sie auch absolut nicht auf dem Zettel. Die Testfahrten haben mir gezeigt: Die Verarbeitungsqualität ist extrem gut und die Reifen erfüllen ihren Zweck anstandslos."