bike-components Paris-Roubaix Rennrad

Paris-Roubaix: Den Klassiker selbst erfahren

Jonas 17. April 2016

Am vergangenen Samstag war es so weit, die Königin der Klassiker, der ultimative Härtetest für das Storck Scenero G3 Comfort: Paris – Roubaix

Am vergangenen Samstag war es so weit, die Königin der Klassiker, der ultimative Härtetest für das Storck Scenero G3 Comfort: Paris – Roubaix

Markus und ich sind die mittlere Runde mit 145 km Distanz, 18 Sektoren (von denen 2 gezeitet wurden) und ca. 25 km Pavé (Kopfsteinpflaster) gefahren. Nach der Anreise am frühen Morgen ging es in Roubaix am legendären Velodrom voller Vorfreude und mit Ersatzschläuchen in jeder Tasche los, zumindest für mich. Markus wusste da bereits, was uns erwartet, schließlich ist er das Rennen mehrfach als Profi gefahren und hat sogar unter den Top 30 gefinisht. Ich war zu diesem Zeitpunkt auch noch unbekümmert, hatte ich doch in den vergangenen Wochen zielsicher jedes Schlagloch und jeden Pflasterstein in der Umgebung angesteuert. Da sollten doch auch diese nordfranzösischen Steinchen kein Problem werden…

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Die Agenda des Grauens

Die ersten Kilometer

Die ersten 30 km raus aus Roubaix galt es einen guten Rhythmus zu finden und Kräfte zu sparen. Bei Gegenwind und nur 5 Bar in den Reifen war das schwer genug, aber der niedrige Luftdruck musste sein, um später gut über das Pflaster zu kommen. Bei der ersten Verpflegung machten wir uns die Trikottaschen ordentlich voll, denn von hier an waren es nur noch 20 km bis zum ersten Sektor.

Im Nachhinein vergingen diese 20 km viel zu schnell und so erreichten wir den ersten Sektor: den berühmten Wald von Arenberg. Die Profis kommen zu dieser Schlüsselstelle des Rennens über eine lange, leicht abschüssige Gerade und knallen mit über 60km/h an uns vorbei. Wir hingegen kamen von der rechten Seite aus einer 90° Kurve direkt und ohne viel Schwung aufs Pavé. Schon nach wenigen Metern musste ich feststellen, dass das hier überhaupt nichts mit mir bekanntem Pflaster zu tun hatte. Dieser Friedhof der Schlüsselbeine ist nur schwerlich als Straße zu bezeichnen. Ein 2,5 km langer Rock-Garden mit willkürlich angeordneten, handballgroßen Steinen, die in alle erdenklichen Richtungen zeigen, auf dem selbst Spaziergänger in höchster Bänderrissgefahr schweben!

An Schwung war hier nicht zu denken, denn die endlose Prozession der 5500 Teilnehmer kämpfte sich nur mühsam durch den Sektor. Dass das Pflaster noch nass war, machte die Nummer dazu nicht leichter. Während ich also versuchte bloß nicht umzufallen und nicht auszuklicken, pflügte Markus locker und leicht, wie beim Slalom, durch die Jedermänner!

Sektor 2: Alles nochmal durchchecken

Nach dem Wald folgt im Rennen meist eine Beobachtungsrunde unter den Favoriten, bei uns ging es mehr darum zu schauen, ob noch alles am Rad funktionierte, und möglichst viel Dreck aus der Bremse zu fahren. Das gelang leider nur mäßig, da die Clearance an meiner Bremse durch die großen Challenge Paris Roubaix Reifen nur minimal ist. Also ging es weiter mit leicht schleifenden Bremsen in Richtung der nächsten Sektoren!

Pavé extrem

Hier ging es auch mehr ums Balancieren statt ums Fahren! Die Schläge des Pflasters wurden dadurch zwar noch brutaler, aber Markus schien das nicht zu stören. Die ersten Meter konnte ich noch sein Hinterrad halten, aber sobald der erste Adrenalinstoß verpufft war und es ans Überholen auf dem Pflaster ging, konnte ich nur noch staunen, wie einfach das bei Markus aussah. 

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In die Rinne oder eine andere Fahrspur zu wechseln, ist eine echte Herausforderung, wenn das Rad unter einem in alle Richtungen springt, rattert und schlägt. Dafür fehlte mir oft einfach der Mut, schließlich war das mein erstes Mal auf diesem Geläuf. Dankenswerterweise wartete er immer nach den Sektoren auf mich und gab mir Tipps, wie ich die Sektoren in Angriff nehmen sollte. Getreu dem Motto "Geschwindigkeit bringt Sicherheit" knallten wir dann auf einen ** Sektor (Die Sektoren sind von * bis ***** bewertet, wobei * für Fußgängerzone und ***** für Rock-Garden stehen) und hatten halbwegs freie Fahrt. Der Sektor war zwar nur 800 m lang und nicht der schwerste, aber trotzdem war ich voll im roten Bereich, um das Hinterrad zu halten. Jeder Stein will einen förmlich festhalten und bremsen, weswegen es sich jedes Mal am Ende eines Sektors, wenn man wieder auf Asphalt rollt, anfühlt, als ob man gleitet.

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Unvermeidbarer Materialtest

Nach einigen Sektoren hatten wir einen guten Rhythmus gefunden und ich konnte an einer weiteren Verpflegungsstation mein Rad und meine Ausrüstung begutachten. An meinem Rad funktionierte alles einwandfrei und das Scenero G3 rollt wirklich gut übers Pavé. Meine Hände hatten bereits deutlich mehr gelitten und zeigten mehr Abrieb als meine Reifen, obwohl das Lizard Skins 3.2 DSP sein Bestes tat, um die Schläge erträglicher zu machen.

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Problemlos und erstaunlich komfortabel tat der Ergon SR3 Pro Carbon Sattel seinen Dienst unter mir und auch am Tag nach dem Event hatte ich keinerlei Sitzprobleme (Patrick kann seinen Fizik Antares also behalten).

Auch die Tacx Deva Flaschenhalter funktionierten großartig und hielten die Flaschen problemlos, sogar ohne dass wir vorher Grip Tape angebracht hätten, wie es bei den Profis üblich ist für dieses Rennen. (Vielleicht hätte Ian Stannard ja am Sonntag gewonnen, wenn er auch diese Flaschenhalter gehabt hätte und nicht so viele Flaschen auf den letzten Sektoren verloren hätte #marginalgains ;-))

Bei den Fulcrum Carbon-Laufrädern hatte ich ja fast schon ein schlechtes Gewissen, sie über das Pflaster zu prügeln, aber auch nach dem Rennen laufen sie ohne jeglichen Schlag einfach weiter. Damit haben mich die Laufräder echt überrascht. Es ist mein erster Carbonlaufradsatz überhaupt, weswegen ich von Kilometer zu Kilometer mehr überrascht bin, wie alltagstauglich der Laufradsatz ist.

Markus war ebenfalls positiv überrascht von seinen Michelin Power Endurance Reifen in 28 mm. Im direkten Vergleich zu meinen Challenge Paris Roubaix 27 mm wirken die Reifen zwar schmächtig, aber dadurch ist die Clearance deutlich besser und nach Markus' Meinung rollen die Pneus richtig gut übers Pavé. Wir waren zwar auf den worst case vorbereitet und mit genügend Schläuchen ausgestattet, haben aber aufs richtige Material gesetzt und sind ohne jeglichen Defekt durch die Hölle des Nordens gekommen!

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Der letzte Sektor

Nachdem wir auch den Carrefour de l'Arbre (der letzte *****Sektor) überstanden hatten, neigten sich die Schwierigkeiten dem Ende entgegen und wir kamen zurück nach Roubaix. Die letzten Kurven kennt man aus dem Fernsehen, rechts runter von der Hauptstraße, in die Zufahrt zum Velodrom, eine langgezogene Linkskurve und dann die doppelte Rechtskurve ins Velodrom. Da kommt man sich schon vor wie Boonen, Degenkolb oder Cancellara. Noch eine halbe Runde im Velodrom und dann war es geschafft.

Nach ein paar Fotos im Velodrom folgte dann noch ein weiteres Highlight von Roubaix: die Duschen! Von außen eher heruntergekommen, befinden sich darin die legendären Kabinen, in denen die Sieger der bisherigen Austragungen eine Plakette bekommen. Glücklicherweise hat man in den letzten Jahren etwas investiert, sodass das warme Wasser für mehr als 10 Fahrer reicht.

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Das Wort zum Abschluss

Abschließend kann man sagen, dass das Storck die Feuertaufe in Roubaix mit Bravour gemeistert hat! Kein Defekt, weder bei Markus noch bei mir, zeigt, dass der Storck Scenero G3 sich in der Hölle des Nordens sehr gut geschlagen hat!