Kettenführungen & Bashguards

220203_Kettenführungen_LP_Header XXL_3840x1000.jpg
220203_Kettenführungen_LP_Header XXL_mobile_1454x1285.jpg

Kettenführungen (engl. „chain guides“) und Bashguards (auch „chain guards“) bzw. Kettenschutzringe haben sehr unterschiedliche Aufgaben, aber eines gemeinsam: Beide werden rund um das vordere Kettenblatt (seltener die vorderen Kettenblätter) montiert. Manche Hersteller integrieren deshalb beide Funktionen auch in ein einziges Produkt. Hier weiterlesen und mehr erfahren.

Unsere Kettenführungen & Bashguard-Highlights

Kettenführungen am Mountainbike, Gravelbike und wo noch?

Eine Kettenführung soll verhindern, dass die Kette bei starken Erschütterungen vom vorderen Kettenblatt fällt. Das könnte den Rahmen oder die Kurbel beschädigen oder im schlimmsten Fall zum Sturz führen. Auf den hinteren Ritzeln übernimmt das Schaltwerk diese Funktion. Und obwohl in den letzten Jahren gerade Einfach-Antriebe mit speziellen Kettenblättern (wie z. B. den bekannten Narrow-Wide-Profilen) und schwingungsgedämpfte Schaltwerke für eine gute Kettenführung sorgen und die Wahrscheinlichkeit senken, die Kette zu verlieren, hat die „echte“ Kettenführung vorn keineswegs ausgedient. Überall dort, wo der Untergrund besonders ruppig wird, ist sie sehr sinnvoll und spielt ihre Stärken aus. Deshalb ist sie heute vor allem im technisch anspruchsvollen Trail-, Enduro- und Downhill-Mountainbiking verbreitet, hat aber auch am Gravelbike ihre Berechtigung. Am Rennrad sind Kettenführungen deutlich minimalistischer ausgeführt als am MTB. Übrigens: Wenn Du eine Kettenführung verwendest und dafür die Schwingungsdämpfung am Schaltwerk ausschalten kannst, wirst Du mit einer besser ansprechenden Hinterbaufederung und geschmeidigeren Schaltvorgängen belohnt. Es gibt einteilige Kettenführungen wie z. B. von 77designz oder OneUp Components, die die Kette oberhalb des Kettenblatts führen und besonders leicht sind. Zweiteilige Führungen wie die Klassiker von MRP und e*thirteen leiten die Kette ober- und unterhalb des Kettenblatts. Sie bieten eine noch bessere Kettenführung, sind aber auch schwerer, schmutzempfindlicher und erhöhen die Reibung im System.

Kettenführungen für Einfach-Schaltungen und Umwerfer

Am Mountainbike hat sich die Einfach-Schaltung mit nur einem Kettenblatt vorn weitgehend durchgesetzt. Aber auch, wenn Du es mit zwei Kettenblättern krachen lässt, kannst Du eine separate Kettenführung nutzen. Oberhalb des Kettenblatts übernimmt der Umwerfer diese Aufgabe, unten läuft die Kette sicher über Führungsrollen oder Slider.

Kettenführung am E-Mountainbike

Sehr viele E-Bikes und besonders E-Mountainbikes besitzen ab Werk Kettenführungen. Die Gefahr, dass ein Kettenverlust zu Schaden oder Sturz führt, ist hier noch höher. Denn wo Du als erfahrener Biker spürst, dass die Kette abgefallen ist und aufhörst zu treten, kann ein Antrieb am E-Bike „nachschieben“ und den Ärger so vergrößern. Trotzdem solltest Du beim E-Bike nicht einfach eine Kettenführung nachrüsten, sondern Dich genau mit den Vorgaben des Radherstellers befassen. Shimano bietet bspw. Kettenführungen für ihre STEPS Motoren.

Bashguards am Mountainbike

Am Mountainbike schützen Bashguards das Kettenblatt (bzw. die Kettenblätter) und die Kette selbst vor Beschädigungen bei Aufsetzern und durch Steinschlag. Wie bei Kettenführungen gilt: Je technischer das Gelände, desto sinnvoller sind Bashguards – übrigens auch und besonders bergauf. Wenn Du am Mountainbike einen Bashguard benötigst, wirst Du wahrscheinlich auch eine Kettenführung wollen. Dann schau Dir in jedem Fall die integrierten Lösungen wie z. B. von e*thirteen oder MRP an. Es gibt allerdings auch leichtere Varianten ohne zusätzliche Kettenführungen, die Crash-Plate oder – wegen ihrer Form – „Taco“ genannt werden. Bei vielen integrierten Bashguards mit Kettenführung kannst Du den unteren Taco-Teil einfach tauschen, wenn er seinen Dienst getan hat. Eine weitere Form des Schlagschutzes ist der Bash-Ring (oder Rockring), der direkt am Kettenblatt montiert wird.

Sonderfall Kettenschutz am Alltagsrad

Auch an Alltags- und Reiserädern gibt es Kettenschutzringe, z. B. von Shimano. Sie ähneln dem Bash-Ring am Mountainbike, sind aber deutlich leichter ausgeführt und nicht so stabil. In erster Linie schützen sie Deine Hose davor, sich in der Kette zu verfangen oder zu verschmieren. Bei ungewollten Kontakten mit Fahrradparkern, Stürzen oder aufgewirbelten Steinen schützen aber auch sie zu einem gewissen Grad die Kette und das Kettenblatt.

ISCG: Universelle Montage von Kettenführung und Bashguard

Wenn Dein Mountainbike mit sogenannten ISCG-Tabs („International Standard Chain Guide“) ausgestattet ist, hast Du Glück. Der aktuelle Standard heißt ISCG05 und erlaubt die einfache und präzise Montage von Kettenführung und/oder Bashguard an drei rund um das Innenlager fest verschraubten Montagepunkten. Einbau und Ausrichtung sind so kinderleicht. Daneben gibt es Direct-Mount-Kettenführungen, die an einem speziell vorbereiteten Montagepunkt am Sitzrohr befestigt werden. Kettenführungen zur Innenlagermontage werden zwischen Rahmen und Lagerschalen befestigt. Ein Sonderfall sind die minimalistischen Kettenführungsröhrchen wie von 3min19sec oder Exustar, die an der Kettenstrebe Deines Bikes befestigt werden und für Einfach- und Mehrfach-Schaltungen funktionieren. Bashguards werden oft an den ISCG-Tabs fest verschraubt, es gibt jedoch auch Direct-Mount-Varianten zur Montage am Rahmen.

 

Auch interessant für Dich