Protektoren Highlights

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"Du bist Dir noch nicht ganz sicher, welche Protektoren Du benötigst, welche es überhaupt gibt und worin sie sich unterscheiden? Dann check doch unsere Basics zu Protektoren. Wir erklären Dir mit welchem Protektor Du bestens geschützt und bequem unterwegs bist."

Georg, Produktmanagement
MTB-Protektoren: Gut geschützt Mountainbiken
Stürze gehören zum Mountainbiken, wie das Amen in der Kirche. Doch sie müssen nicht in Verletzungen resultieren. Dies zu verhindern helfen moderne Protektoren: Sie schützen Dich effektiv und sind zugleich komfortabel zu tragen. Egal, ob All-Mountain-Tour oder Downhill-World-Cup: Du hast die Wahl zwischen unauffälligen Schonern und maximalem Schutz von Kopf bis Fuß. Wie stark der Schutz ausfallen sollte, hängt auch davon ab, wie schnell Du fährst und wie technisch Dein bevorzugtes Gelände ist. Je schwerer die potenziellen Konsequenzen eines möglichen Sturzes, desto besser solltest Du Dich schützen. Stell Dir auch die Frage, welche Körperteile Du schützen willst. Fällst Du oft auf die Knie oder hast Du vielleicht besonders empfindliche Ellenbogen? Dann fängst Du am besten dort an. Wir zeigen Dir hier, welche Arten von Protektoren es gibt und worauf Du beim Kauf achten solltest.

Komfort, Passform und Sitz der MTB-Protektoren

Egal, um welche Art von Protektoren es geht: Das Wichtigste ist, dass sie Dir gut passen. Nur, wenn beim Biken nichts zwickt oder einschnürt, wirst Du Deine Schützer auch regelmäßig tragen. Nur, wenn sie gut sitzen, ohne zu verrutschen, werden sie Dich schützen, wenn es darauf ankommt. Schau Dir die Größentabellen der Hersteller genau an und achte darauf, wie viele Verstellmöglichkeiten die Protektoren bieten. Bei Schützern für härtere Einsätze helfen elastische Klettbänder, den Sitz individuell anzupassen. Leichte, minimalistische Schoner hingegen verzichten oft bewusst auf Verstellbarkeit. Stattdessen kommen hier elastische Materialien zum Einsatz, die für eine optimale Passform sorgen, kombiniert mit Gummierungen an den Rändern gegen Verrutschen der Protektoren. Die Materialeinsparung trägt dazu bei, dass sie insgesamt leichter sind. Gerade mit Blick auf heiße Sommertage solltest Du den Faktor Atmungsaktivität nicht vernachlässigen.

Einfacher Schutz mit Schaumpolstern

Die einfachsten Protektoren schützen durch Schaumstoff-Einsätze, welche die Aufprallenergie absorbieren. Sie sind oft leicht und komfortabel, die Schutzwirkung kann allerdings nicht mit anderen Arten von Protektoren mithalten. Im Gegensatz zum harten Schaum, wie er bei Helmen zum Einsatz kommt, verformen sich die flexiblen Polster in der Regel nach einem Sturz nicht dauerhaft und behalten deshalb ihre Schutzwirkung auch nach einem Aufprall.

Bewährt und effektiv: die Hartschale

Klassische Hartschalenprotektoren erkennst Du auf den ersten Blick an der außenliegenden Schale aus relativ hartem, bruchfestem Kunststoff. Diese Schale verteilt punktuell einwirkende Kräfte auf einer größeren Fläche, etwa bei einem Aufprall auf einen kantigen Stein. Meist befinden sich unter der Schale zusätzliche Schaumpolster, die einen Teil dieser Energie absorbieren. Ein Vorteil der harten Kunststoffschale ist zudem, dass sie am Boden besser abgleitet und dadurch die Aufprallenergie weiter reduziert. Aufgrund ihrer Steifigkeit eignen sich Hartschalen besser für Körperteile, bei denen die Protektoren nicht sehr flexibel sein müssen, wie an den Schienbeinen, oder für den Einsatz im Bikepark, wo Du nicht viel pedalierst.

Komfort und Schutz vereint: Viskoelastische Protektoren

Protektoren mit viskoelastischen Einsätzen bieten mehr Schutz als reine Schaumpolster und sind dabei leichter und komfortabler als Hartschalen. Die vorgeformten Einsätze solcher Protektoren schmiegen sich Deinem Körper an und folgen problemlos der Bewegung Deiner Gelenke, beispielsweise beim Pedalieren. Bei abrupter Krafteinwirkung, wie einem Aufprall auf dem Boden, verhärtet sich das Material, absorbiert dabei einen Teil der Energie und verteilt die restlichen einwirkenden Kräfte auf eine größere Fläche. Wissenschaftler sprechen dabei von „Dilatanz“. Die Einsätze selbst sind in vielen Fällen mit Öffnungen gestaltet , um Dir bessere Atmungsaktivität zu bieten. Häufig findest Du an Protektoren mehrere, strategisch platzierte Einsätze und Polster. Dabei kombinieren die Hersteller gerne große, viskoelastische mit kleineren, weichen Schaumpolstern. Einige Modelle haben an der Außenseite zusätzlich eine Hartschale, um besser am Boden abzugleiten.

Schnell an- und wieder ausgezogen: Manche Protektoren kommen mit Klettverschlüssen, um das An- und Ausziehen einfacher und schneller zu machen.

Schnell an- und wieder ausgezogen: Manche Protektoren kommen mit Klettverschlüssen, um das An- und Ausziehen einfacher und schneller zu machen.

Gut geschützt und gut belüftet: Die Endura MT500 Lite Knieschoner.

Gut geschützt und gut belüftet: Die Endura MT500 Lite Knieschoner.

Ellenbogenschoner und Knieprotektoren: Guter Sitz ist das A und O für optimalen Schutz.

Ellenbogenschoner und Knieprotektoren: Guter Sitz ist das A und O für optimalen Schutz.

Knieprotektoren und Schienbeinschoner

Knieprotektoren gibt es mittlerweile für ein breites Spektrum an Einsatzzwecken. Atmungsaktive und leichte Modelle, die wie gepolsterte Knielinge gestaltet sind, kannst Du bequem bei ausgedehnten Trail-Touren tragen. Andere Ausführungen bieten mehr Schutz für schweres Gelände, tragen aber deutlicher auf. Die Übergänge sind fließend. Überlege Dir, wie viel Wert Du auf Schutz an den Seiten der Knie legst – nicht alle Protektoren bieten den im gleichen Maß. Dabei musst Du nicht mal stürzen, um seitlich anzuecken. Auch ein Kontakt mit dem Oberrohr oder Vorbau kann nach hektischen Fahrmanövern blaue Flecken an Deinen Knien hinterlassen. Willst Du auch Deine Schienbeine schützen, etwa vor den Pins Deiner Flat-Pedals, dann schau Dir Schützer an, die etwas nach unten verlängert sind. Alternativ gibt es auch reine Schienbeinschoner oder Strümpfe mit schützenden Einsätzen, bei einigen auch an den Knöcheln. Wenn Du es vor und nach der Abfahrt nicht eilig hast, dann kannst Du die Protektoren natürlich ausziehen und im oder am Rucksack verstauen. In den meisten Fällen wirst Du dazu allerdings Deine Schuhe ausziehen müssen. Einige Modelle von Race Face, ION und iXS werden mit Klett- oder Reißverschluss angelegt und sind hier praktischer. Im Herbst oder Winter helfen Knieschoner übrigens dabei, Deine Knie warm zu halten. Auch das beugt Verletzungen vor.

Ellenbogenschützer

Wie auch bei den Knien, gibt es Ellenborgenprotektoren von superleicht und luftig bis maximal schützend. Du kannst entscheiden, wie viel Schutz Du brauchst und wie viel Komfort Du willst. Ellenbogenschoner sind schneller aus- und angezogen. Du musst also nicht unbedingt Schutz in der Abfahrt für Komfort beim Anstieg opfern. Am Ende des Trails verschwinden die Schützer bei Bedarf schnell im Rucksack.

Oberkörper: Brust- und Rückenprotektoren

Mit Rückenverletzungen ist nicht zu spaßen. Willst Du Dich schützen, hast Du die Wahl zwischen reinen Rückenprotektoren und Westen oder Jacken, die zusätzlichen Schutz der Brust und teils auch der Schultern und Arme bieten. Die Frage, wie viel Du brauchst, läuft immer auf einen individuellen Kompromiss hinaus. Bei einer tretlastigen Enduro-Stage wirst Du wahrscheinlich mehr Wert auf Atmungsaktivität und Komfort legen als im Bikepark, wo es leichter fällt, mit gewissen Bewegungseinschränkungen klarzukommen. Achtung: In vielen Bikeparks gibt es die Pflicht, Rückenprotektoren (und auch Fullface-Helme) zu tragen.
Die einfachsten Rückenprotektoren werden getragen wie ein Rucksack – wahlweise unter oder über dem Trikot. Ein breiter Bauchgurt hilft gegen Verrutschen. Entsprechend unkompliziert sind sie in der Handhabung. Leichte Protektoren-Shirts oder Westen integrieren große Schutzeinsätze in ein atmungsaktives Oberteil, dass Du anstelle Deines normalen Base-Layers oder darüber tragen kannst. Hier gibt es Modelle, die mit zusätzlichen Schutzelementen im Bereich der Brust oder der Schultern ausgestattet sind. Bei vielen Herstellern sind die Einsätze herausnehmbar, so dass Du variieren kannst, wie viel Schutz Du gerade benötigst. Rumpfprotektoren und Protektorenwesten für den härteren Einsatz verbinden große Schutzelemente auf Rücken und Brust mit Trägern und Gurten. Du kannst sie wahlweise über oder unter Deinem Trikot tragen. Protektorenjacken erweitern den Schutz auf Schultern und Ellenbogen. Auch hier gibt es leichte, atmungsaktive Modelle und „Rüstungen“ mit maximalem Schutz. Wenn Du Deinen Rücken auf längeren Touren schützen willst, dann schau Dir unbedingt auch Protektorenrucksäcke an!

Protektorenhosen für Mountainbiker

Für den Schutz der Hüftknochen und Oberschenkel eignen sich Protektorenhosen. Die atmungsaktiven und elastischen Hosen ziehst Du einfach unter Deine Shorts. Die meisten Modelle sind mit Sitzpolster ausgestattet und ersetzen Deine normale Polsterhose. Einige haben zusätzlich zu den Schutzelementen an Hüfte und Oberschenkel noch einen Einsatz am Steißbein.

Nackenschutz

Sogenannte Neck-Braces kannst Du in Kombination mit einem Full-Face-Helm tragen. Sie begrenzen den Bewegungsspielraum des Kopfes nach vorn und hinten und verhindern so ein Überstrecken der Halswirbelsäule. Zudem verteilen sie die einwirkenden Kräfte bei einem Unfall und können teils auch Deine Schlüsselbeine schützen. Sie kommen vor allem bei Downhill-Rennen und im Bikepark zum Einsatz.

Von Kopf bis Fuß: Was sonst noch schützt

Du suchst Schutz für Körperteile, die bis hier noch nicht genannt wurden? Die findest Du in eigenen Shop-Kategorien: Helme sind auf dem Mountainbike mittlerweile selbstverständlich. Handschuhe wärmen nicht nur, sie schützen Deine Hände auch vor Schürfwunden. Einige Hersteller integrieren dabei auch stärkere Schutzelemente auf dem Handrücken. Brillen und Goggles sorgen für Tränen-freie Sicht und halten Insekten oder andere Fremdkörper aus den Augen fern. Mountainbike-Schuhe sind oft an den Zehen etwas verstärkt. Neben komplett knöchelhohen Modellen, die entsprechend Schutz bieten, gibt es auch Schuhe, die nur auf der Innenseite hochgezogen sind, um bei ungewolltem Kontakt mit der Kurbel Blessuren zu verhindern.

Prüfnormen für Protektoren

In den Produktbeschreibungen und auf den Produkten findest Du oft Nummern, die eine Schutzklasse nach Prüfnorm ausweisen. Die Norm CE EN 1621-2 für Rückenprotektoren fordert dabei mehr Schutz- und Dämpfungsvermögen als die CE EN 1621-1, die für Gelenkprotektoren gilt. Beide Normen werden weiter unterteilt in Level 1 als Basis und Level 2 mit höherer Schutzwirkung. Um die Schutzwirkung zu ermitteln, werden auf einem Prüfstand unter kontrollierten Bedingungen speziell geformte Gewichte auf die Schutzelemente fallen gelassen und darunter gemessen, wie viel Restkraft sie durchlassen.

Auch Protektoren brauchen Pflege

Protektoren müssen einiges ertragen. Von außen werden sie insbesondere bei Stürzen verschmutzt und von innen schwitzt Du hinein. Spätestens, wenn sich Salzränder abzeichnen, sie zu riechen beginnen oder scheuern, ist es an der Zeit für eine Wäsche. Benutze hier am Besten Sportwaschmittel von einschlägigen Herstellern, wie etwa Assos, Nikwax oder Holmenkol. Bei einigen lassen sich die Schutzelemente herausnehmen und der Rest kann in der Maschine gewaschen werden. Andere wäschst Du besser schonend mit der Hand. Besonders Protektoren mit viskoelastischen Pads sollten keinen extremen Temperaturen ausgesetzt werden, da sie sonst brüchig werden. Beachte dabei unbedingt die Pflegehinweise der Hersteller. Wenn Du diese berücksichtigst, hast Du auch lange Freude an Deinen Schützern. Ein Tipp bei hartnäckigen Gerüchen: Probiere es mal mit einem Hygienespüler!

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