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bc unterwegs: Im Herbst in den Süden

Falk 10. November 2016

Ein Wochenende in Heidelberg mit alten Bekannten und dem Alpirsbacher Schwarzwaldtrail. Ob sich die Reise gelohnt hat, erzählt Dir unser Kollege Falk.

Nachdem die Bike-Saison für mich deutlich kürzer und weniger intensiv nutzbar ausgefallen war, auf Grund einer geprellten Rippe im Frühjahr und ein paar anderer Verletzungen, kam der Vorschlag eines ehemaligen Kommilitonen gerade recht, ihn doch endlich mal in Heidelberg zu besuchen. Natürlich darf dabei das Bike nicht fehlen und alleine über die Autobahn gen Süden zu fahren ist ja langweilig. Also entschied sich ein Kumpel aus Aachen gleich dazu sich gemeinsam mit mir auf die Reise zu machen. Da tauchte allerdings schon das nächste Problem auf, wie kriegt man zwei Menschen, ein wenig Gepäck, die Bike-Klamotten und noch zwei Räder in einen alten studentischen VW-Polo? Die Lösung war einfacher als gedacht: man fragt einfach, ob man einen geräumigen und komfortablen Transporter von bike-components bekommen kann. Das Glück war auf unserer Seite und es war auch tatsächlich noch einer zu bekommen für das Oktoberwochenende.

Auf nach Heidelberg

So machten wir uns Freitagmorgen in aller Früh auf den Weg, nachdem unser Gepäck und die Räder fix verstaut waren. Die Aussichten waren gut, das Wochenende sollte trocken bleiben und bei 15°-18° C mit ein paar Wolken eigentlich sehr tauglich für ein paar Stunden im Sattel. Nachdem wir ereignislos und mit wenig Verkehr in Heidelberg angekommen waren, stärkten wir uns zunächst einmal mit einem deftigen zweiten Frühstück in Form einiger Mettbrötchen. Dabei prüften wir nochmal gemütlich alle Einstellungen der Bikes. Dann aber endlich rein ins Trikot, schnell noch die Regenjacke übergeworfen, da der Himmel doch ziemlich verhangen war, und ab auf den Sattel. Wir rollten mit Vorfreude durch Kirchheim, den Stadtteil von Heidelberg, in dem unser Kommilitone nun wohnte.

Die Aussicht vom Heidelberger Schloss.

Die Aussicht vom Heidelberger Schloss.

Am Fuße des Königstuhls wurde das Stadtbild immer idyllischer und wir arbeiteten uns den Berg hinauf, noch über Fuß- und Radwege, wechselten dann aber bald auf Trails, die nur kurz von ein paar Straßenüberquerungen unterbrochen wurden. Den ersten Halt auf dem Weg nach oben machten wir am Ehrenfriedhof. Hier schoben wir andächtig unsere Bikes zum Rondell am Ende und genossen den Ausblick trotz der grauen Wolken.

Am Ehrenfriedhof

Am Ehrenfriedhof

Dann ging es aber zurück auf die Strecke, denn das Tageslicht wollte genutzt werden. Über kleine Trails erreichten wir schließlich unser Ziel, die Spitze des Königstuhls.

Hoch auf dem Königstuhl.

Hoch auf dem Königstuhl.

Der Ausblick über Heidelberg und den Neckar war die Anstrengung definitiv wert, unsere Belohnung in Form der Abfahrt sollte aber noch kommen. Hier startet auch die Freeride Strecke des HD-Freeride e.V., für diese kann man Tageskarten in mehreren Heidelberger Bikeshops erwerben.

Ein Stück der Alpirsbacher Flowtrails.

Ein Stück der Alpirsbacher Flowtrails.

Das Niveau der Strecke liegt allerdings ein gutes Stück über meinem Fahrkönnen, daher entschieden wir uns einen anderen Trail ins Tal zu nehmen. Doch auch der hatte es in sich: der obere Teil bestehend aus einem sehr technischen Steinfeld zwang mich einige Male dazu abzusteigen, sogar einmal eindeutig unfreiwillig. Danach schloss sich allerdings ein Stück an, das deutlich mehr Flow hatte und sich auch herab bis zum Heidelberger Schloss zog.

Unser Freeride endete direkt am Heidelberger Schloss.

Unser Freeride endete direkt am Heidelberger Schloss.

Auch von hier hat man eine tolle Aussicht über die Stadt und es war an dem lauen Abend doch gut besucht. Mit einem kleinen Feierabendbier in der einen und dem Bike an der anderen Hand schoben wir uns in Richtung einer verdienten Dusche.

Samstag- Der Alpirsbacher Schwarzwaldtrail

Am Samstag standen wir vor der Wahl, wo wir biken gehen wollten. Nach einem Kriegsrat am Vorabend bei Burger und Bier hatten wir uns dazu entschlossen noch ein Stück weiter nach Süden zu reisen. In den Schwarzwald, nach Sasbachwalden, um genau zu sein. Dies war nur eine der vielen Möglichkeiten, die es in einem 100 km Radius um Heidelberg gibt, um sich dem Bikesport zu widmen.

Plateau auf halbem Weg nach unten.

Plateau auf halbem Weg nach unten.

Die Entscheidung erwies sich als absolut richtig. Der Verein Bikesport Sasbachwalden e.V. baut dort am Alpirsbacher Schwarzwaldtrail, von dem bereits einiges befahrbar ist. Die Strecken sind mit viel Sorgfalt gebaut und geplant, was bei uns allen zu einem breiten Grinsen geführt hat, das sich im Gesicht breitmachte und dort auch nicht mehr wegwollte bis zum Ende des Tages. Nach einigen Abfahrten kam selbst bei mir ein deutlich höheres Tempo auf und die Streckenführung, bei der vor allem auf den Flow geachtet wurde, hatte auch meinen deutlich versierteren Kollegen eine Menge zu bieten.

Sehr schöner Alieger auf dem Alpirsbacher Flowtrail.

Sehr schöner Alieger auf dem Alpirsbacher Flowtrail.

Auf den Berg zu kommen, ist dort auch kein Problem: am Fuße der Trails gibt es einen Shuttle-Service und auch der Linienbus dort fährt mit einem passenden Bike-Anhänger. Dazu wurden wir noch mit einem herrlichen Wetter belohnt, da die Sonne ihre Strahlen über einen tiefblauen Himmel schickte. So schmeckte das alkoholfreie Pausen-Weizen gleich doppelt so gut und wir wollten eigentlich gar nicht so wirklich zurück, als gegen Abend dann die Sonne langsam abdunkelte. Ein Trostpflaster erwartete uns in Heidelberg in Form von wirklich leckeren Spare Ribs, bei Hakims, einer lokalen Institution, in deren Ambiente wir in unseren Bike-Klamotten auch nicht fehl am Platz waren.

Die alkoholfreie Erfrischung zwischendurch.

Die alkoholfreie Erfrischung zwischendurch.

Da wir ein paar technische Ausfälle am Samstag hatten, in Form eines Schaltgriffs und Schaltwerks, entschieden wir uns, das bisschen Energie, was noch übrig war, auf dem Pumptrack umzusetzen. Nachdem dann bei allen die Oberschenkel müde wurden, nutzten wir den Rest des ebenfalls sonnigen Tages, um uns Heidelberg dann doch mal zu Fuß anzuschauen.

Sonntag- Heidelberg ist nicht nur zum Biken...

Eine wirklich schöne Stadt, die eine Menge zu bieten hat. Wer also in Richtung Süden möchte, um mit dem Bike seinen Spaß zu haben, der sollte definitiv in Heidelberg Station machen. Auch als Basecamp, um von dort aus Tagestrips zu machen, ist es eigentlich ideal auf halber Strecke zwischen Stromberg und dem Schwarzwald. Für mich war es ein toller Abschluss der sonnigen Tage, nun kann der Winter kommen. Danke an die Jungs für tolle Tage auf dem Bike!

Blogkommentare werden mit Vornamen und erstem Buchstaben des Nachnamens veröffentlicht.
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