Der DT Swiss ERC 1100 DICUT Laufradsatz

Im Test: DT Swiss ERC 1100 DICUT® Laufradsatz

David 23. Februar 2017

Der neue DT Swiss ERC 1100 DiCUT Laufradsatz ist da: Revolution oder Evolution? David geht dem Entwicklungsgrad des neuen Dt Swiss Flagschiffes auf den Grund.

Road Revolution, Aero+ und Formel 1-Know-how – ob DT Swiss mit dem neuen ERC 1100 DICUT® Laufradsatz das (Lauf-)Rad neu erfunden hat, durfte ich seit Anfang Februar selbst erfahren.

Keine Angst, die Ingenieure von DT Swiss haben an der Grundidee eines perfekt kreisförmigen Rades festgehalten. Und auch sonst wirkt der Laufradsatz auf den ersten Blick nicht anders als andere Aero-Laufräder. Trotzdem verspricht DT Swiss mit dem ERC 1100 DICUT® eine neue Benchmark für Endurance Laufräder zu setzen.

Der DT Swiss ERC 1100 DICUT Laufradsatz

Der DT Swiss ERC 1100 DICUT Laufradsatz

Die nüchternen Fakten

Gewicht 1530 g (1510 g selbst gewogen)
Achssystem 12 mm RWS Steckachse (Umrüstkits auf andere Standards liegen bei)
Bremsen Disc
Reifenart Faltreifen
Speichenzahl (VR und HR) 24
Felgenmaterial Carbon
Außenbreite Felge 27 mm
Maulweite 19 mm
Profilhöhe 47 mm
Freilauf Shimano/ SRAM Road
Der DT Swiss RWS Steckachsen-Standard.

Der DT Swiss RWS Steckachsen-Standard.

Die Zutaten zum neuen disc only Topmodell der Endurance Reihe lesen sich wie folgt:  1530 g (*1510 g selbst gemessen), 47 mm Profilhöhe, 27 mm Außenbreite und 19 mm Maulweite. Ausgelegt und konzipiert wurde die Felge auf „Plus-Size“ Rennradreifen der Breite 25 mm und 28 mm. Verfeinert wird das Ganze mit Keramiklagern, dem bewährten Ratchet System aus Zahnscheiben mit 36 Zähnen und dem DT Swiss eigenen RWS Achssystem mit 12 mm Achsen an beiden Enden (Umrüstkits auf andere Achsstandards liegen bei). Abgerundet wird das Ganze schließlich mit der Möglichkeit, ab Werk tubeless zu fahren. Ach, und: Freigegeben sind die Laufräder bis zu einem Systemgewicht von 120 kg. Liest sich doch schon mal ziemlich gut, oder etwa nicht?

Die Felge wurde extra für breitere Reifen (25-28 mm) konzipiert.

Die Felge wurde extra für breitere Reifen (25-28 mm) konzipiert.

Was ist Aero+?

Aero+ - damit beschreibt DT Swiss das revolutionäre Design, mit dem sich der ERC 1100 DICUT®  von seiner Konkurrenz absetzen und diese sogar hinter sich lassen soll. Die zu optimierenden Eckpfeiler dahinter bilden Luftwiderstand, Handling und Effizienz. Um dies zu realisieren, hat man sich durch die Kooperation mit SWISS SIDE die Top-Adresse für Aerodynamik (mit Formel 1-Erfahrung) mit ins Boot geholt. Obwohl Laufräder nur zu 8% zum Luftwiderstand beitragen (Fahrer 75% und das Fahrrad als Einheit 25%), sah man genau hier trotzdem den größten Verbesserungsbedarf. Neben der Minimierung von Luftverwirbelungen lag das Augenmerk vor allem auf einem stabilen Handling und aerodynamischer Stabilität. Denn nur wer Vertrauen in ein berechenbares Handling hat, wird sich wohl im Sattel fühlen und kann so lange in einer Aeroposition fahren. Gerade Hobbysportler sollten davon am meisten profitieren.

Der komplette Laufradsatz wurde bei SWISS SIDE aerodynamisch optimiert.

Der komplette Laufradsatz wurde bei Swiss Side aerodynamisch optimiert.

Genug der Theorie – ich will fahren

Zufall oder glückliche Fügung? Um dem kalten deutschen Winter nochmal zu entfliehen, fliege ich mit Freunden im Januar kurzerhand auf die Kanareninsel La Palma. Und siehe da, ich hatte Glück. Am Vortag zum gebuchten Flug treffen die Testlaufräder bei uns ein. Also nochmal das Bikebag geöffnet und meine DT Swiss RR21 gegen die wunderschönen ERC 1100 DICUT®  getauscht.

Die ersten Meter fahre ich somit auf dem teils wirklich schlechten Asphalt der kanarischen Vulkaninsel. Mit meinen 28 mm Reifen und einem Druck von 5,5 bar gleite ich förmlich über Unebenheiten hinweg. Trotzdem bleiben die Laufräder dabei herrlich direkt und laden zu Zwischensprints ein. Bergab bestechen sie – in Zusammenarbeit mit den breiten Reifen – durch eine Menge Grip und geben so viel Vertrauen.

David bei einer Testausfahrt in Holland.

David bei einer Testausfahrt in Holland.

War es auf La Palma noch recht windstill, sah das bei einer unserer Testrunden durch das windige Holland schon anders aus. Mangels Erfahrungen mit Aerolaufrädern war ich hier zunächst recht zaghaft, fasste aber schnell immer mehr Vertrauen. Völlig frei von jeglichen Windeinflüssen ist der Laufradsatz natürlich nicht, aber ich hatte nach der Eingewöhnungsphase zu keiner Zeit Angst, dass ich dem Wind zum Opfer fallen würde. Dass ich mit meinen 84kg nicht gerade eine Bergziege bin, gibt mir hier einen Vorteil und trägt zu einem stabilen Fahrverhalten bei. Freihändig fahren würde ich an dieser Stelle niemandem empfehlen. Es ist aber auch nicht so, dass man permanent volle Spannung im Oberkörper halten muss. Ich glaube, am besten kann ich den Laufradsatz als „unauffällig“ in dieser Hinsicht beschreiben. Erwartungsgemäß macht der ERC 1100 DICUT® auch abseits geteerter Straßen eine gute Figur. Einzig das mulmige Gefühl, einen so teuren Laufradsatz über Stock und Stein zu fahren, konnte ich nicht abschütteln.

Auf La Palma über Stock und Stein, auch das macht der DT Swiss ERC 1100 DICUT mit.

Auf La Palma über Stock und Stein, auch das macht der DT Swiss ERC 1100 DICUT mit.

David beim Angriff auf die hiesigen KOMs.

David beim Angriff auf die hiesigen KOMs.

Mein Testergebnis zum DT Swiss ERC 1100 DICUT®

Ob auf den holprigen Straßen La Palmas, bei windigen Touren in Holland oder beim Angriff auf hiesige KOMs, der ERC 1100 DICUT® macht bei allem eine gute Figur. Ob man dem Ganzen das Prädikat "Revolution" aufdrücken kann, darf jeder für sich selbst beurteilen. Ich sehe es vielmehr als eine gelungene Evolution des (Lauf-)Rades – noch dazu eine sehr hübsche. Eisdielenfaktor 5 von 5 Sternen. Wer also auf der Suche nach einem treuen Begleiter für jede Situation ist, der wird vom ERC 1100 DICUT®  nicht enttäuscht sein (das nötige Kleingeld mal vorausgesetzt). Und statt jetzt weiter auf meiner Tastatur zu tippen, drehe ich lieber noch eine Runde, bevor ich den Laufradsatz wieder abgeben muss…

Blogkommentare werden mit Vornamen und erstem Buchstaben des Nachnamens veröffentlicht.
Blogkommentare werden mit Vornamen und erstem Buchstaben des Nachnamens veröffentlicht.