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Im Test: Das Powermeter Pedal P1 von PowerTap

Nick 05. April 2017

Du bist auf der Suche nach einem zuverlässigen, beidseitigen Powermeter, der über Bluetooth Smart und ANT+ sendet, den Du an mehreren Rädern nutzen kannst? Dann guck mal hier.

Du bist auf der Suche nach einem akkuraten, zuverlässigen, beidseitigen Powermeter, der über Bluetooth Smart und ANT+ sendet und den Du an mehreren Rädern nutzen kannst? Dann sind PowerTaps P1 Pedale die richtige Wahl für Dich! Ich hatte 2015 gleich nach der Markteinführung in Deutschland die Möglichkeit, die P1 Pedale einige Monate zu testen, und war begeistert. Daher freute ich mich umso mehr, als ich zu Beginn dieses Jahres gefragt wurde, ob ich Lust hätte, die P1 nochmal zu fahren. PowerTap hat in dieser Zeit einige Firmware Updates aufgespielt, „Kinderkrankheiten“ ausgemerzt und auch kleinere bauliche Veränderungen vorgenommen. Ich möchte darum vor allem Fragen aufgreifen, die durch diese Veränderungen seit der Markteinführung aufgetreten sein können und Dir im Folgenden einen kurzen Überblick zu den Pedalen geben.

Zur Anzeige und Speicherung deiner Leistungsdaten brauchst Du noch einen Radcomputer.

Zur Anzeige und Speicherung der Daten brauchst Du noch einen Radcomputer.

Optisch kaum ein Unterschied zu einem normalen Pedal.

Optisch kaum ein Unterschied zu einem normalen Pedal.

Das P1 Pedal im Einsatz.

Das P1 Pedal im Einsatz.

Lieferumfang

Zum Lieferumfang zählen neben den Pedalen auch die passenden AAA-Lithium-Batterien und ein Paar rote PowerTap Cleats mit 6° Bewegungsfreiheit. Wer auf diesen Float verzichten kann, greift einfach zu den separat erhältlichen schwarzen Cleats. Die Pedalplatten sind den Look Kéo Platten ähnlich, PowerTap empfiehlt aber die eigenen Cleats. Schon alleine aus Gründen der Garantie bin ich dieser Empfehlung gefolgt.

Batterien und Laufzeit

Die Batterien legt man ins Batteriefach und sichert dieses über eine Innensechskant-Schraube, die in jedem Fall nur mit den angegebenen 3 Nm festgezogen werden sollte. Hast Du keinen Drehmomentschlüssel zur Hand, höre lieber ein wenig früher als später auf die Schrauben festzuziehen, da es sonst zu Beschädigungen kommen kann. Laut PowerTap ist etwa alle 60 Stunden ein Batteriewechsel nötig, bei den winterlichen Temperaturen im Testzeitraum waren es meiner Erfahrung nach eher alle 45 Stunden.

Zum Wechseln der Batterie muss nur eine Kappe aufgeschraubt werden.

Zum Wechseln der Batterie muss nur eine Kappe aufgeschraubt werden.

Beim Wechsel ist darauf zu achten die Batterien wieder durch Lithium- und nicht durch Alkaline-Batterien zu ersetzen. In den Monaten nach der Produkteinführung wurden einige Alkaline-Batterien durch scharfe Kanten an der Abdeckung beschädigt, liefen aus und führten teils zur Unbenutzbarkeit der Pedale. PowerTap hat zwar auf dieses Problem reagiert und die Kanten bei den neu produzierten Pedalen abgeflacht, es empfiehlt sich aus meiner Sicht dennoch auf Nummer sicher zu gehen und Lithium-Batterien zu nutzen. bc führt übrigens ausschließlich die überarbeiteten P1, die Du an der orangen Innenfarbe der Batteriefachabdeckung erkennen kannst.

Die überarbeitete Versionen haben orangene Innenfarbe im Batteriefachdeckel.

Die überarbeitete Versionen haben orangene Innenfarbe im Batteriefachdeckel.

Montage und Wechsel von Rad zu Rad

Der größte Vorteil der P1 gegenüber allen anderen Powermetern ist aus meiner Sicht die super schnelle Montage. Mit einem 8 mm-Sechskantschlüssel montiert man die P1 wie jedes herkömmliche Pedal auch.

Im Gegensatz zu anderen pedalbasierten Powermetern muss weder ein bestimmter Installationswinkel noch ein spezielles Drehmoment beachtet werden. Die Pedale ermitteln die relative Stellung der Pedalachse zum Kurbelarm selbstständig. Der Wechsel von einem Rad ans andere dauert somit keine zwei Minuten – gerade für Trainingslager, auf Reisen oder für den Wechsel zwischen Trainings- und Wettkampfrad ein riesiger Pluspunkt!

Koppeln, Kalibrieren, Firmware Updates und Auswertung

Die P1 Pedale können sowohl mit Bluetooth Smart als auch mit ANT+ fähigen Fahrrad-Computern kommunizieren. Die gespeicherten Fahrdaten lassen sich anschließend über die genutzten Radcomputer am PC oder Smartphone mit allen gängigen Trainingssoftwares auswerten. Senden die P1 die Daten via ANT+, arbeiten sie als Master-Slave-Einheit zusammen. Das bedeutet, dass das rechte Pedal seine Daten an das linke Pedal sendet, welches diese dann gesammelt an den Fahrrad-Computer weiterleitet. Somit wird auch nur das linke Pedal mit dem Radcomputer gekoppelt. Dies dauert je nach Gerät bis zu etwa einer Minute.

Das PowerTap P1 Pedal sendet über ANT+ und Bluetooth Smart.

Das PowerTap P1 Pedal sendet über ANT+ und Bluetooth Smart.

Voreingestellt ist eine Kurbelarmlänge von 172,5 mm. Fährst Du eine abweichende Kurbelarmlänge, solltest Du diese Einstellung über Deinen Tacho anpassen, um genaue Leistungswerte zu erhalten.

Die P1 sind ab Werk dynamisch kalibriert, es ist allerdings sinnvoll von Zeit zu Zeit eine manuelle Nullstellung durchzuführen. Für diese weckt man die P1 durch mehrere Umdrehungen auf (die grüne LED-Anzeige blinkt dann alle zwei Sekunden), stellt sicher, dass kein Druck auf den Pedalen lastet, und wählt über den Radcomputer den Menüpunkt „Kalibrierung“ aus. Die Kalibrierung dauert in der Regel nur wenige Sekunden. Ein einmaliges dreisekündiges grünes Blinken informiert über den erfolgreichen Abschluss.

Firmware Updates sind über die PowerTap Mobile App drahtlos möglich. Leider ist diese derzeit nur für iOS und nicht für Android verfügbar. PowerTap verspricht für die (zeitlich nicht näher definierte) Zukunft aber auch eine Android App.

Fahreindruck und Genauigkeit

Im täglichen Einsatz bewährten sich die P1 für mich als Rundum-sorglos-Powermeter. Gerade im Winter wechsele ich je nach Wetter von Rad zu Rad, sodass ich froh war die P1 unkompliziert und schnell umschrauben zu können. Die PowerTap Cleats bieten einen guten Stand im Pedal und die einstellbare Auslösehärte zwischen 6 und 20 Nm reicht mir vollkommen, um ein sehr sicheres Gefühl und einen definierten Ausklickpunkt zu erreichen. Die Validität der Pedale scheint mir außerordentlich hoch zu sein. Im Schnitt zeigen die Pedale circa ein Prozent höhere Wattleistungen an als meine PowerTap Nabe. Diese geringe Differenz konnte ich aber durchgehend feststellen. Einem gezielten, auf Wattwerten basierten Training steht somit nichts im Wege. Auch in höheren Leistungsbereichen kamen mir die angegebenen Werte immer plausibel vor.

Das PowerTap P1 unter Volllast. :-)

Das PowerTap P1 unter Volllast. :-)

Ein praktisches Feature ist auch die Möglichkeit, sich die Rechts-links-Verteilung seines Poweroutputs anzeigen zu lassen. Wohl kaum ein Fahrer wird eine 50/50-Verteilung zwischen beiden Beinen erreichen und im Einzelfall mag das auch kein erstrebenswertes Ziel sein. Dennoch lassen sich über diese Verteilung und die erweiterten Analysemöglichkeiten mit der PowerTap App erste Rückschlüsse auf die Effizienz des eigenen Tritts ziehen.

Zu den Nachteilen der P1 zählen das relativ hohe Gewicht von 398 g und die Bauhöhe von 14 mm. Leider habe ich die P1 nicht im Renneinsatz getestet - hier könnte sich die etwas geringere Kurvenfreiheit im Vergleich zu herkömmlichen Pedalen negativ auswirken.

Für einen Powermeter sehr unauffällig.

Für einen Powermeter sehr unauffällig.

Insgesamt überwiegen für meine Verwendungszwecke und Bike-Setups die Vorteile der P1 die Nachteile aber um ein Vielfaches. Auch wenn ich meine PowerTap Nabe über die Jahre sehr lieb gewonnen habe, meine nächsten Powermeter werden aufgrund der hohen Flexibilität wohl die P1! Wer auf beidseitige Leistungsmessung verzichten kann, aber trotzdem die Vorteile der pedalbasierten Lösung erleben möchte, hat mit den P1S, in denen die Leistungsmesselektronik nur im linken Pedal verbaut ist, eine günstigere Alternative.

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  • Lukas B. am 30. März 2018

    Ich habe zwei Fragen: 1.kann ich die wattwerte beim P1 „live“ auf dem radcomputer ablesen? Und 2.was muss mein radcomputer können um die Werte anzuzeigen? Habe momentan einen Cube Race Peak Tacho...

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    • bike-components am 3. April 2018

      Hallo Lukas,
      Einen kleinen Delay hat man bei jedem Powermeter (da die Daten ja gemessen, übertragen, verarbeitet und dann erst angezeigt werden können). Das passiert allerdings in unter einer Sekunde. Allerdings ist es sowieso sinnvoll sich die Werte auf 3-5 sek.im Durchschnitt anzeigen zu lassen. Sonst sind die Werte zu sprunghaft und verwirren mehr, als das sie helfen.
      Zum Computer: Der Computer muss ANT+ oder Bluetooth Signale empfangen und verarbeiten können. Über den Cube Computer kann ich keine Aussage treffen.

      Das günstigste Gerät, aus unserem Sortiment, dass den Standard bietet ist: https://www.bike-components.de/de/Wahoo/ELEMNT-Mini-Trainingscomputer-p56704/
      Gruß, Nick

  • Thomas R. am 27. September 2017

    Danke für die Beschreibung, die sich mit meinen eigenen Erfahrungen deckt. Leider hatte ich mehrfach das Problem, unterwegs keine lithium AAA zu bekommen, die sind sehr schwierig zu erhalten, hier in Bochum führt sie nur Saturn. Leider ist es somit auch nichts mit dem von Cycleops angeführten Vorteil der Nachrüstbarkeit an jeder Tankstelle, da gibt es definitiv nur Alkali AAA, aber sonst bin ich auch sehr zufrieden nach 2 Jahren, mußte jetzt einmal im Werk neu kalibrieren lassen wegen unplausiebler Werte

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    • bike-components am 27. September 2017

      Hallo Thomas,

      hier im Grenzgebiet gibt es eine Reihe Tankstellen, die auch Lithium AAA Batterien führen. Ich stimme aber mit Dir überein, dass der Vorteil des Wechsels auf der Fahrt in Europa oftmals entfällt. Die Benachrichtigung, dass sich die Batterieleistung dem Ende zuneigt, lässt es ja glücklicherweise zu frühzeitig zu wechseln, oder Ersatz mit auf die Fahrt zu nehmen.
      viele Grüße
      Nick