Auch an Ampeln unter Laternen sieht man den Lichtkegel der SL noch deutlich.

Im Test: Die SL A - Die erste StVZO zugelassene Lampe von Lupine

Mario 16. Mai 2017

Lupine machts möglich! Die Lampen der SL-Serie erzeugen 900 Lumen und haben eine STVZO-Zulassung. Wie sich der neue Scheinwerfer in der Praxis schlägt, zeigt Dir Mario.

Mit der SL A hat Lupine Lighting Systems die hellste akkubetriebene, StVZO konforme Fahrradlampe auf den Markt gebracht. Wie es sich anfühlt, mit so einer hellen Lampe im Straßenverkehr zu fahren, und ob es Sinn macht, möchte ich Dir in einem Erfahrungsbericht näherbringen.

Spezifikationen

Gehäuse CNC-gefrästes Aluminium
Leuchtmittel 12 x Luxeon High Intensity LEDs
Leuchtkraft 900 Lumen
Leuchtdauer 3:00 (max: 900 Lumen) -32:00 (Eco Modus)
Leuchtmodi Tag-, Nachtfahrlicht, Automatik Modus, Eco Modus
Akku Li-Ion
Schutzklassen IP68, IK 09
Maße (H x B x T) 40 x 50 x 48 mm

Die Montage

Das Anbringen der Lampe ist einfach. Entscheidend ist, dass Du den Lampenkopf mittig vor dem Vorbau befestigst, da sonst die Straßenzulassung nicht gewährleistet ist. Hierfür kannst Du den mitgelieferten "Doppelhalter" wie folgt montieren:

Je nach Breite des Vorbaus dreht man die Halteschellen nach innen oder außen. Danach lassen sie sich anhand kleiner Torx-Schrauben (T6) festziehen. Sitzt die Halterung am Lenker, kann der SL A Lampenkopf mit zwei Halteschrauben (T15) mittig vor dem Vorbau befestigt werden.

Der Akku kann durch mitgelieferte Klettverschlussbänder in verschiedenen Längen am Rahmen entweder am Ober- oder Unterrohr angebracht werden.

Wenn Du Deine Lampe häufiger abmontieren möchtest oder zwischen mehreren Fahrrädern wechselst, kannst Du auch einen Schnellspanner extra erwerben. Hier gilt jedoch ebenfalls, dass der Lampenkopf für die Straßenzulassung mittig montiert wird.

Die richtige Einstellung macht's

Bevor Du Dich jetzt in den Dschungel des Straßenverkehrs stürzt, solltest Du unbedingt den Abstrahlwinkel einstellen. Neige hierzu den Lampenkopf (samt Halterung) so, dass der Lichtkegel sichtbar vor Dir endet. Als ideal eingestellt gilt der Scheinwerfer, wenn der Lichtkegel in fünf Metern Abstand ungefähr die halbe Höhe der Abstrahlhöhe besitzt.

Dies gilt übrigens für alle StVZO Lampen, denn so ist gewährleistet, dass Du keinen anderen Verkehrsteilnehmer blendest, dabei aber eine genügend weite Ausleuchtung hast.

Dämmert's?

Ich wollte es genau wissen und habe mich an einigen Abenden mit der SL A aufgemacht. Dabei bin ich sowohl durch die City gependelt als auch ein bisschen außerhalb, wo die Straßenbeleuchtung etwas abnimmt. Schon bei meiner ersten Fahrt in der Dämmerung wurde sofort deutlich, mit was für einer Lampe ich unterwegs bin. Wo einige Radfahrer noch auf Licht verzichten, wirft die SL A bereits einen deutlich sichtbaren Lichtkegel auf die Straße vor mir. Gerade die Dämmerung wird häufig unterschätzt, denn zu der Zeit ändern sich die Lichtverhältnisse fast minütig. Das kann besonders für Radfahrer sehr gefährlich sein. Es droht nicht nur die Gefahr, dass man Hindernisse auf dem Weg nicht erkennt, sondern viel schlimmer wäre es, wenn ein anderer Verkehrsteilnehmer einen übersieht. Beide Gefahren reduziert die SL A spielerisch auf ein Minimum.

Carpe Noctem

Nachdem die Sonne komplett untergegangen ist, zeigt die SL A ihr ganzes Können, so dass man meint, die Sonne wäre bloß vom Himmel an den Lenker gewandert. Als mir aufgefallen ist, wie unheimlich weit das Licht die Straßenschilder reflektiert, beschlich mich die Sorge, ob nicht doch andere Verkehrsteilnehmer geblendet werden könnten.

Doch nachdem ich einige Stunden bei unterschiedlichen Bedingungen im Straßenverkehr unterwegs war, bin ich kein einziges Mal angehupt worden, noch hat ein anderer  Verkehrsteilnehmer aufgeblendet, um mir zu signalisieren, dass es störend ist. Man fühlt sich einfach deutlich wahrgenommen von und auf Augenhöhe mit anderen Verkehrsteilnehmern.

No Light, No Cry

Nicht nur in ländlicheren Gegenden,  sondern auch in Städten gibt es Orte, an denen die Straßenbeleuchtung gegen null geht. Doch auch hier ist die SL A ein hervorragender Begleiter. Meine Fahrt durch einen unbeleuchteten Park war geprägt von guter Sicht, die mich komfortabel Scherben, größere Steine und andere Hindernisse umkurven ließ. Hier wird der Unterschied zu einer Helmlampe für MTB- und Renneinsatz allerdings am deutlichsten. Denn der Lichtkegel ist nicht vergleichbar. So wie die Helmlampe einen eher diffusen, radialen Lichtkegel auswirft, zeigt die SL A mit einem präzise abgegrenzten Lichtkegel klare Kante. Diese Eigenschaft ist Grundvoraussetzung für eine Straßenzulassung.

Sorgloser Komfort dank Sensorsteuerung

Die Sensorsteuerung, die in der SL A verbaut ist, funktioniert tadellos und versorgt Dich mit genau der Lichtmenge, die Du brauchst. So wechselt die Lampe in Abhängigkeit der Lichtverhältnisse automatisch zwischen Tag- und Nachtfahrmodus. Das schont einerseits den Lampenkopf und andererseits den Akku. Wer lieber selbst die Kontrolle hat, dem stehen einige Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung. So kannst Du z. B. die Verzögerung der Sensorsteuerung einstellen oder manuell in einen Eco-Modus wechseln. Je nach Einstellung variieren die Leuchtzeiten bei der SL A 7 (6,6 Ah / 7,2 V Li-Ion Smartcore Akku) von 3 h bis 32 h. Ich kann aus meinen Erfahrungen berichten, dass der Akku im Nachtfahrmodus (bis zu 16 Watt Verbrauch) mindestens 3 h hält. – Apropos Akku: Wer bereits eine Helmlampe von Lupine besitzt, braucht sich dank kompatiblem Akku nur den Lampenkopf samt Halterung anzuschaffen.

Braucht man so viel Licht?

Die Frage muss jeder selbst beantworten; ich kann nur sagen, dass ich so viel Licht will. Für mich ist die SL A eine ganz klare Aufwertung des urbanen Fahrens bei Nacht. Das sorglos sichere Gefühl, das die Lampe vermittelt, will man nicht mehr missen. Für alle, die wie ich mehrere Bikes besitzen, von denen keines mit Dynamo ausgestattet ist, lohnt sich eine Anschaffung. Besonders auch wenn man sportlich und schnell unterwegs ist, sollte man an guter Sicht und Sichtbarkeit nicht sparen. – Dann findet man auch allerhand Schmuckstücke, die man sonst vielleicht übersieht.