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Im Test: Shimano Dura Ace Powermeter Kurbel

Björn 02. Juni 2018

Der Platzhirsch aus Japan kommt mit seinem ersten Leistungsmesser. Das klassische Design ist erhalten geblieben. Wie sich die Kurbel im Funktionstest schlägt, liest Du hier.

Shimano hat im Zuge der Neuauflage seiner Rennrad-Referenz-Gruppe auch eine Kurbelversion mit Leistungsmessung im Angebot. Während der Industrieführer aus Japan bisher keine Leistungsmesser im Sortiment hatte und das Feld Mitbewerbern und Drittherstellern überließ, ändert sich dies mit der Dura Ace FC9100-P.

Erster Eindruck

Die inneren Werte des Leistungsmessers lassen sich erst bei genauerem Hinsehen erkennen. Äußerlich kommt die Kurbelgarnitur im regulären Gewand der Serienkurbel daher. Auf der Antriebsseite befinden sich ein zusätzlicher Ladeport und eine LED, die an der regulären Kurbel nicht zu finden sind. Ebenso sind auf der Innenseite des linken Kurbelarms die verbauten Dehnmessstreifen zu erkennen. Auch zu erkennen ist ein auf dem Rahmen montierter Mangnet, der als Gegenstück zu den in er Kurbel verbauten Trittfrequenzsensor dient. Die Abdeckung für den Magneten kommt im schwarzen und auch im weißen Gewand daher, so dass sich diese an jede Rahmenfarbe anpassen lässt.

Shimano Dura Ace Powermeter

Der Ladeport ist leicht zu erreichen und unauffällig.

Shimano Dura Ace Powermeter

Auf der Rückseite der Kurbel versteckt sich die Technik.

Shimano nutzt bei der Kurbel eine echte links/rechts Messung und hat in beiden Kurbelarmen Dehnmessstreifen verbaut, um eine exakte Messung der jeweiligen Kraft zu ermöglichen. Bei einigen anderen Herstellern lässt sich zwar auch eine Balance messen, jedoch findet hier dann häufig eine Messung im Spider statt und die Balance wird mithilfe der Trittfrequenz extrapoliert. Der Leistungsmesser aus Japan liefert hier jedoch aufgrund seiner Funktionsart in diesem Fall genauere Ergebnisse.

Shimano Dura Ace Powermeter

Optisch kaum erkennbar ist hier ein vollwertiger Powermeter integriert.

Setup

Um zu exakten Ergebnissen zu kommen sind bei der Verwendung von Leistungsmessern vor allen zwei Dinge zu beachten. Zum einen sollte die aktuellste Firmware verwendet werden. Im Falle des Shimano Powermeters sorgt die E-TUBE Smartphone-APP via Bluetooth dafür, dass das Gerät sich auf dem neusten Stand befindet. In dem Test habe ich die Firmware-Version 4.0.7 verwendet. Zweitens sollte eine Nullpunkt-Kalibrierung bei  Powermetern regelmäßig stattfinden. Hierzu stellt man das Rad ausgeklickt vor Fahrtantritt auf einer flachen Fläche ab. Der antriebsseitige Kurbelarm wird vertikal zum Boden hinausgerichtet. In dieser Position wird nun die Kalibrierung durchgeführt. Diese wird ausgelöst via Bluetooth über die App, via ANT+ über das den Radcomputer oder aber direkt am Gerät selber durch Drücken der Taste am Ladeport.

Performance

Die Leistungsdaten sendet die Kurbelgarnitur über den ANT+ Funkstandard. Eine Weitergabe dieser Daten über Bluetooth ist mit der aktuellen Firmware nicht vorgesehen. Der Bluetooth-Standard dient lediglich zur Konfiguration des Geräts über die E-TUBE App. Um also die Daten für die Verwendung mit Zwift, TrainerRoad oder ähnlichen direkt an das Smartphone oder Tablet zu senden ist ein passender USB-ANT+ Dongle notwendig.

Shimano Dura Ace Powermeter

Nach ca. 300 Stunden wird das Aufladen nötig - das ist für viele eine ganze Saison!

Shimano Dura Ace Powermeter

Dura-Ace steht für höchste Ansprüche - technisch als auch optisch.

Shimano Dura Ace Powermeter

Die Integration des Powermeters in die Topgruppe Dura-Ace war ein logischer Schritt für Shimano.

Betrieben wird der Leistungsmesser mit einem fest verbauten Lithium-Ionen-Akku. Dieser lässt sich über das beiliegende magnetisch anschließbare Ladekabel laden. Eine komplette Ladung reicht nach Angaben für 300 Stunden Nutzungszeit. Mit meinen eigenen Fahrten konnte ich diese Dauer nicht erreichen. Seinen Dienst hat mir der Leistungsmesser aber stets zur Verfügung gestellt.

Die Daten waren leicht zu verstehen und sehr präzise!

Funktional sind die Dura Ace Komponenten natürlich jeder Kritik erhaben. Schaltvorgänge laufen (hier in der mechanischen Version) so geschmeidig, dass man sich eine Verbesserung bei kommenden Generationen des Klassenprimus kaum vorstellen kann. Die notwendige Steifigkeit, die gerade bei Schaltvorgängen sinnvoll ist, wird durch die zusätzlichen Sensoren nicht beeinträchtigt. Die übersendeten Ergebnisse waren mit der aktuellen Firmware-Version für mich zu jeder Zeit logisch nachvollziehbar. Der Powermeter zeigte die absoluten Leistungsdaten wie die relative Rechts-Links-Verteilung bei Minusgraden, Regen und Sonnenschein stets verlässlich an. Ausfälle oder Verbindungsabbrüche habe ich zu keinem Zeitpunkt während des dreimonatigen Tests erfahren.

Shimano Dura Ace Powermeter

Björn ist mehr als zufrieden mit dem Shimano Dura-Ace Powermeter.

Fazit

Shimano erfindet mit seinem Leistungsmesser sicherlich nicht die Welt neu. Allerdings ist das Eintreten des Platzhirsches in dieses Segment ein Anzeichen dafür, dass auch in Japan Leistungsmessung als ein Bereich verortet wird, der immer mehr zum Standard wird. Gerade die stetige Evolution von Produkten hat Shimano zu seiner jetzigen Dominanz geführt. So kommt vielleicht schon bald der Großteil aller genutzten Leistungsmesser aus Japan.

Bjoern

Nutzt Du auch schon einen Powermeter, oder hast eine Frage zum aktuellen Shimano Dura-Ace Modell? Frag mich einfach!

Björn

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  • Christian R. am 17. August 2018

    Hallo Björn
    Habe seit drei Monaten diesen Powermeter. Läuft eigentlich perfekt, nur traue ich den gemessenen Daten nicht. Speziell meine ich den krassen Unterschied von links zu rechts. Links gibt er stets um die 66%und rechts gegen 33% an. Kann das sein? Zusatzfrage: was versteht man unter Gleichmässigkeit des tretens? Gibt es allenfalls ein Tutorial oder was ähnliches, wo ich mich mit dem powermeter vertraut machen kann.
    Besten Dank
    ChristianRindlisbacher

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    • Robin am 21. August 2018

      Hallo Christian,

      die Werte erscheinen mir in der Tat ein wenig sehr aus der Balance geraten. Abweichungen von bis zu 10% können aber durchaus normal sein bei der L/R-Verteilung. Die Gleichmäßigkeit des Tritts bezeichnet den so oft beschworenen "runden Tritt" - also eine gleichmäßige Verteilung der Kraft auf beide Kurbelarme sowie eine saubere Duck- und Zugphase in der Kurbelumdrehung. Der Eintritt in die Welt des Powermeter-Trainings bringt vor allem eins mit sich - eine Menge neuer Begriffe, von denen die meisten erstmal nichts verstehen. Dahinter versteckt sich jedoch keine Raketenwissenschaft. Die Kollegen von Garmin haben die vielfältigen Werte detailliert erklärt und helfen Dir so, diese für Dein Training zu verwenden. Schau einfach mal hier rein und kämpf Dich durch die Definitionen der Trainingsparameter: https://www.garmin.com/de-DE/cyclingdynamics/

      Gruß, Robin

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