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Schotten gegen Schotter(steine): Endura MT500 Knieschoner

Georg 03. Mai 2019

Oder warum man bei den neuen Endura MT500 Knieschonern tatsächlich von ‚abgeschottet‘ sprechen darf…

Echte Schotten tragen unter dem Kilt, dem vermutlich klassischsten aller schottischen Bekleidungsstücke, dem Vernehmen nach: Nichts! Dieses Nichts drunter gehört in Schottland zum guten Ton wie der Ben Nevis in die Highlands und der Whiskey ins Eichenfass. Nun verhält es sich im Mountainbike-Sport mit dem Nichts drunter aber anders als mit dem Kilt: Nichts funktioniert auch irgendwie, kann aber schmerzhaft sein. Am Gesäß zum Beispiel, Stichwort Bib Shorts. Oder am Kniegelenk. 

Letzteres findet sich auch irgendwie unter(halb) der Bikeshorts, gehört wegen der elementaren Bedeutung im Radsport (=Treten) und im Alltag (=Gehen) meiner Meinung aber unbedingt geschützt. Zumindest, wenn man auf technischeren Trails oder im Park unterwegs ist. Ob der schottischen Bekleidungs- und Ausrüstungsmarke Endura wegen deren Knieschoner nun Zuwiderhandlung gegen schottische Traditionen vorgeworfen wird oder nicht, das kann ich nicht sagen. Klar aber ist: die neuen MT500 Knieschoner fühlen sich auf dem Trail sehr, sehr viel besser an als das besagte Nichts…

bc on tour Enduro Riva Bike-Festival

Georg beim Endura Event am Gardasee....

Endura Ian Young Produktentwicklung Gespräch Jim McFarlane

...im Gespräch mit Jim McFarlane, dem Endura-Gründer.

Endura Präsentation Konzentration Meeting

Voll fokussiert – und wann gehen wir endlich Radfahren?

Endura MT500 Knieschoner

Endura MT500 Lite Knieschoner für die Testrunde.

Testrunde Riva Bike-Festival

Los geht das!

Rachel Atherton Gee Racing Gruppenfoto

Später nur noch von hinten zu sehen: Rachel und Gee Atherton.

Ich hatte im Rahmen des Bike-Festival Riva 2019 die Gelegenheit, die neuen Endura MT500 Lite Knieprotektoren auszuprobieren. Und was für eine Gelegenheit das war: Trail-Shredden mit Rachel und Gee Atherton, flankiert von Joe Barnes (Hazard Racing). Okay, die waren alle drei schnell weg auf dem Trail, aber: Ein solches Zusammentreffen ist erstens nicht alltäglich und zweitens auch deshalb interessant, weil alle drei in die Entwicklung der beiden neuen Modelle sehr stark involviert waren. 

Wunschzettel Atherton Racing

Nach Aussage von Ian Young, dem verantwortlichen Produktentwickler bei Endura, hatten insbesondere die Atherton-Geschwister einen ausdrücklichen Wunsch: Der Strumpf der neuen Schoner (also der Beinlinge, die das Pad tragen und am Knie fixieren) sollte lang ausfallen. Das wurde für beide Varianten der neuen MT500 Schoner umgesetzt: Neben der von mir getesteten, vorrangig für Trailriding konzipierten Lite-Variante bietet Endura mit dem MT500 Hardshell auch ein zweites Modell an, das vom Einsatzbereich eher die Downhill-Fraktion anspricht.

Endura Knieschoner MT500 Passform

Die neuen Endura MT500 Knieschoner fallen deutlich länger aus.

Bibshorts Fixierung Oben Oberschenkel Knieschoner

Dadurch reichen sie oben bis zum Oberschenkelmuskel und lassen sich mit der Bib Shorts zusätzlich fixieren.

Was bedeutet „lang“?

Lang bedeutet in diesem Fall, dass die Schoner nicht wie viele Konkurrenzprodukte kurz oberhalb des Kniegelenks enden. Nein, die MT500 Lite Knieprotektoren erinnern vom Tragegefühl eher an Beinlinge, denn sie enden erst dort, wo der Oberschenkel seinen typischen Radsportler-Oberschenkelumfang hat. Dadurch lassen sie sich durch die Beine der Bib Shorts prima zusätzlich fixieren. Das sorgt für bombenfesten Sitz und fühlt sich, wie schon gesagt, mehr nach Beinling als nach Knieschoner an. Gewiss trägt dazu auch der ohne Aussparung im Bereich der Kniekehle genähte, vollständig geschlossene Strumpf bei. Und das funktioniert für meinen Geschmack sehr, sehr gut. Einziger Kritikpunkt meinerseits: Die Bündchen sind mit Silikon-Streifen gegen ein Verrutschen auf der Haut versehen. Und eben dieses Silikon verträgt nicht jedermann auf der Haut.

Abschottung: Wie steht es um die Schutzwirkung?

Um die Aufprallenergie bei einem Sturz aufs Knie zu dämpfen, setzt Endura in beiden neuen Schonern auf ein Pad von D3O®. Obwohl sich dieses Pad sehr weich und geschmeidig, ja fast geleeartig anfühlt, vermag es hohe Kräfte aufzunehmen. Gemäß der für Protektoren im Mountainbike-Sport üblichen (und aus dem Motorrad-Bereich stammenden) europäischen Norm (EN 1621-1:2012) ist das D3O®Level 1 zertifiziert. Dabei misst es lediglich 11 Millimeter in der Materialstärke. Von Vorteil ist in jedem Fall, dass das Pad dank seiner molekularen Struktur temperaturunabhängig seinen Dienst verrichtet. Sprich, man spürt keinerlei Auswirkungen – zum Beispiel Verhärten des Pads bei sinkenden Temperaturen – wenn man den Knieschoner ganzjährig fährt.

D3O Knieschoner Pad Wabenstruktur

Die Wabenstruktur des nur 11mm dicken D3O Pads verhindert Hitzestau unter dem Pad.

D3O Gelee Schoner

Erinnert von der Haptik und Anpassungsfähigkeit fast an eine Art Gelee.

Lite vs. Hartschale

Wie bereits beschrieben, bauen sowohl der MT500 Lite als Modell für Trailriding und der MT500 mit Hartschale als Option für den Downhill- und Park-Einsatz auf dem identischen Strumpf auf. Auch das verwendete Pad ist identisch. Wie aber der Name schon nahelegt, es gibt Ausstattungsunterschiede: Der 460 Gramm je Paar (gewogen in Größe S/M) leichte MT500 Lite besitzt „lediglich“ einen Klettverschluss-Strap oberhalb des Kniegelenks zur sicheren Fixierung. Nach meiner Auffassung ist dieser Strap jedoch nur nötig, um den Schoner beim Sturz wirklich sicher am Knie zu fixieren. Beim Pedalieren, Fahren oder Gehen hält der MT500 Lite auch mit losem Klett-Strap sicher. Zugunsten einer besseren Ventilation bedeckt Endura das D3O®-Pad – hier wirkt das gelochte Muster mit – auf der Vorderseite nur zu gut zwei Dritteln mit einem Aramidfaser-verstärkten Gewebe. 

Beim schwereren Downhill-Schoner MT500 Hardshell kommt hier eine zusätzliche Kunststoff-Kappe zum Einsatz, die das gesamte Pad überdeckt. Dadurch baut sich die Sturzenergie bei Bodenkontakt zu einem gewissen Teil auch durch ein abbremsendes Rutschen über den Boden ab. Das ist vor allen Dingen bei den im Vergleich zu Trail-Rides höheren Geschwindigkeiten im Downhill-Sport vonnöten. Um dieser Rutschbewegung eine sichere Fixierung am Kniegelenk entgegenzusetzen, verfügt der MT500 Hardshell über einen zweiten Klettverschluss-Riemen unterhalb der Kniekehle. Damit bleibt dann auch wirklich alles an Ort und Stelle.

Fazit

Der positive Ersteindruck, einen leichten und simpel anzulegenden Protektor in den Händen zu halten, bestätigte sich bei den ersten Pedalumdrehungen direkt. Sie fühlen sich leicht an, vermitteln kein Engegefühl in den Kniekehlen und drücken nicht auf die Kniescheibe. Das vielleicht Beste aber: Der Tragekomfort in punkto Klima und Wärme ist sehr, sehr hoch. Das habe ich so bei noch keinem Schoner erlebt. Trotz der verhältnismäßig milden Temperaturen hatte ich nicht das Gefühl von Wurst in Pelle. Mehr noch: Es stellte sich gar das Gefühl ein, als ob sie nicht da wären. Dass ich mich dennoch sehr gut abgeschottet von den Gefahren fieser Gardasee-Felsen fühlte, das lag am erfreulich flexiblen D3O®Pad. Bei einem Aufprall verhärtet sich dessen Molekular-Struktur sofort, die Crash-Energie wird auf eine größere Fläche verteilt und absorbiert. Und nach dem Sturz ist der Protektor sofort wieder weich und flexibel. Für die nächste Runde. Auf dem Trail, nicht beim Stürzen. Übrigens konnte mich der MT500 Lite auch in punkto Pflege überzeugen: Der Schoner ist mitsamt Pad waschbar. Das spart Zeit und Gefummel. Und das mit dem Sparen, das ist ja auch so eine schottische Tradition. Weiß ich zumindest von Donald Duck und seinem Onkel Dagobert.

Welcher Knieschoner spricht dich an? Der MT500 Lite oder der MT500 Hardshell?"

Georg

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Blogkommentare werden mit Vornamen und erstem Buchstaben des Nachnamens veröffentlicht.
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