
Traka Packliste und Expertentipps
Katrin und Herbert haben sich auf die 360 km beim Traka Gravel Race gewagt. Im Artikel findest Du ihre Packliste und das Video mit ihren Tipps!
Hitze, Erschöpfung und mentale Grenzen: Ultra-Cycling beginnt im Kopf – und genau dort kann es auch enden.
800 Kilometer und 15.000 Höhenmeter mit dem Gravelbike durch die Wüste Spaniens, kein Support – Ich wollte wissen, wie weit ich gehen kann. Am Ende kam die wichtigste Erkenntnis nicht durch das Erreichen des Ziels, sondern durch die Entscheidung, es loszulassen.
Badlands ist eines der härtesten Fahrrad Ultra-Distanz-Rennen Europas. Ein Abenteuer, das nicht nur physische, sondern vor allem mentale Grenzen auf die Probe stellt. Es bedeutet extreme Hitze, Einsamkeit und viel Durchhaltevermögen. Wer hier startet, tritt vor allem gegen sich selbst an.
Ich wollte herausfinden, ob ich dieser Herausforderung gewachsen bin. Ob ich die Beharrlichkeit habe, um mich über Tage hinweg durch staubige Wüsten und steile Anstiege zu kämpfen. Dieser Bericht erzählt von meinem Versuch, meinen Grenzen zu begegnen – und was passiert, wenn sie früher kommen als erwartet.
Laune bestens, Fahrrad sauber: Schnappschuss vom Social Ride am Tag vor dem Start. © Photo: privat
Badlands ist ein unsupported Ultracycling-Event in Andalusien, Spanien. Die Route erstreckt sich über 800 km mit 15.000 Höhenmetern, zu 85 % Offroad. Sie führt durch die Wüsten von Gorafe und Tabernas, die Küste des Cabo de Gata und die Berge der Sierra Nevada. Es ist weniger ein Rennen als eine persönliche Herausforderung: Grenzen überwinden.
Die Entscheidung, bei Badlands mitzufahren, fällt am letzten Tag der Anmeldefrist. Freunde hatten im Sommer während unserer Bikepacking-Tour durch Italien die Idee – aus meiner Sicht naiv und größenwahnsinnig zugleich. Ich war mir nicht sicher, ob sie sich bewusst waren, was für ein Trainingsaufwand auf uns zukommen würde. Radfahren ist kein Sport, den man mit guter Grundfitness einfach „kann“. Ausdauer muss man sich erarbeiten – Kilometer für Kilometer. Nach zwei Jahren auf dem Rad fühle ich mich noch immer als Anfängerin.
Letztendlich bin ich die Einzige von uns mit einem Startplatz – vermutlich, weil ich eine Frau bin. Viele Veranstalter vergeben gezielt Kontingente an Frauen, um die niedrige weibliche Teilnahmequote in Radsport-Events zu erhöhen.
Innerhalb einer Woche muss meine Entscheidung fallen. Badlands ist nicht meine Idee gewesen, und ich weiß, dass einiges an Vorbereitung notwendig sein wird. Lust habe ich – aber auch großen Respekt. Doch eine dreimonatige Bikepacking-Tour durch Neuseeland steht bevor, die mir Routine und Erfahrung bringen wird. Also sage ich zu.
Badlands lockt mit seiner einzigartigen Landschaft. © Photo: privat
Vorbereitung: Zwischen Perfektionismus und Prokrastination
Mein Training beginnt mit der Registrierung im November – neun Monate Vorbereitung. Ich starte mit einem Zwift-Trainingsplan, pausiere aber Ende Dezember wegen Überlastung. Erst die dreimonatige Bikepacking-Tour ab Ende Januar in Neuseeland bringt mich in einen Rhythmus.
Nach meiner Rückkehr vom anderen Ende der Welt im April folgt mein erster richtiger Trainingsblock als Vorbereitung auf ein Jedermann/-frau Rennen Ende Mai. Danach steht das erste Mal Badlands im Fokus – nur weiß ich nicht, wo ich anfangen soll. Ich habe keine Erfahrung mit strukturiertem Radtraining. Also suche ich mir über TrainingPeaks einen 12-Wochen-Plan für Gravel-Rennen aus– eigentlich ausgelegt auf kürzere Events wie Traka oder Unbound.
Die Umsetzung des Trainingsplans lässt zu wünschen übrig. Nicht wegen legitimer Hindernisse – sondern wegen fehlender Motivation. Mein Schweinehund wird über die Trainingswochen immer größer, ich verliere die Freude am Radfahren. Mein Hobby fühlt sich plötzlich nach Pflicht an. Am Ende setze ich den Plan vielleicht zu 65 % um.
Für manche selbstverständlich: Wenn die Motivation nachlässt, kann ein Trainings-Buddy Wunder wirken. Radsport muss nicht bedeuten, 15 Stunden pro Woche allein durch die Lande zu radeln. Je nach Trainingseinheit lohnt es sich, sich mit Freund:innen zu verabreden und gegenseitig zu verpflichten. Wenn Du strikt nach Herzfrequenz, Watt oder festem Plan trainierst, solltest Du das vorher mit Deiner Begleitung abstimmen – so bleibt das gemeinsame Fahren auch effektiv und Du triffst auf Verständnis.
Meine hoch gesteckten Ziele und Ambitionen und die stressbedingte Prokrastination sind keine gute Kombination. Mit Näherrücken des Events fühle ich mich zunehmend schlecht vorbereitet und ausgerüstet. Ich habe nicht genug trainiert und schiebe gleichzeitig alles Wichtige vor mir her. Dabei gibt es noch vieles zu tun:
Meine Theorie ist perfekt – in der Praxis wird es anders aussehen. Ich weiß, wie viele Kohlenhydrate ich wann brauche und wie viele Kilometer ich an welchem Tag fahren will – aber im Rennen wird alles anders kommen.
Mit dem finalen Setup hatte ich vor dem Rennen aus Zeitmangel nur eine Testfahrt gemacht © Photo: privat
Mit dem Camper Richtung Süden - vier bis fünf lange Tagesetappen, 40 Grad, keine Klimaanlage. Immerhin: Akklimatisierung an die spanische Hitze fürs erste gelungen. Doch je näher der Start rückt, desto größer wird die Anspannung. Freude? Fehlanzeige. Ich hoffe insgeheim, einen Grund zu finden, nicht starten zu müssen.
Mein Trinksystem war im Rennen unpraktisch: Jedes Herausnehmen und Auffüllen der Trinkblase in der Rahmentasche bedeutete Chaos – alles musste neu sortiert werden. Auch die Blase im zu großen Rucksack erwies sich nicht als optimal. Mein Tipp: Setze auf einen kleinen, speziell für die Wasserversorgung ausgelegten Rucksack, bei dem du die Trinkblase auffüllen kannst, ohne sie aus dem Rucksack herausnehmen zu müssen. Ich habe unterwegs oft neidvoll gesehen, wie gut das bei anderen funktionierte!
Mein Focus Atlas 8.7 Carbon Gravel Bike ist mit einer Shimano GRX 810 Schaltung ausgestattet – vorne 46/30T und hinten 11-40T. Ich fahre mit 45 mm Schwalbe G-One R Reifen.
Kurzfristig musste ich mich noch in Schrauber-Foren einlesen und YouTube-Videos durchforsten, um herauszufinden, wie ich meine GRX 810er Schaltung mit einer größeren Kassette als der 11-34er zum Laufen bringe. Kleine, leichte Gänge sind bei diesen Höhenmetern definitiv ein Muss – eine komplett neue Schaltung war mir jedoch zu teuer.
Fazit: Läuft rund! Auch ohne Roadlink oder ähnliche Anpassungen. Die Kassette bleibt auch nach Badlands fester Bestandteil meiner Ausstattung.
In meiner Full-Frame-Tasche steckt eine 3L Trinkblase, mein Proviant und meine Schlafsachen – also eine Isomatte und ein Notbiwaksack. Kleinkram wie Elektronik, Hygiene-Artikel und andere Dinge packe ich in die Top Tube Tasche. In meiner Lenkertasche ist Platz für meine Daunenjacke und Arm- und Beinlinge. Zusätzlich hängt an meinem Unterrohr eine Tasche für Ersatzteile. Außerdem trage ich einen Trinkrucksack, der bis zu 2,5L Wasser fasst und auch noch Platz für Snacks bietet.
Sehr eindrucksvoll und einer der schönsten Momente des Rennens ist der Start:
Mein Wecker klingelt um 6 Uhr. Die Nacht war miserabel. Vollbepackt geht es Richtung Start. Auf den dunklen Straßen Granadas sehe ich immer wieder blinkende Rücklichter anderer Fahrer:innen. Ein erstes Gefühl von Gemeinschaft. Am Treffpunkt unterhalte ich mich kurz mit ein paar Bekannten und verabschiede mich von meiner Freundin. Ich kann mir ein paar Tränen nicht verkneifen. Dann fällt der Startschuss.
Sonntagmorgen, 8 Uhr. Die Stadt noch im Schlaf, die Luft frisch. Die Angst weicht einem Gefühl von Zugehörigkeit, Vorfreude und Erleichterung. Es fühlt sich gut an. Ich bin stolz, Teil dieses Events zu sein.
Weite Strecken ist man in der spektakulären aber unwirtlichen Landschaft der Badlands allein unterwegs © Photo: privat
1. Training ist nicht gleich Training: Kilometer sammeln reicht nicht. Ein Gravel-Event trainiert man nicht auf der Straße oder der Rolle. Die Grundlage vielleicht, aber der ganze Körper muss sich an die Offroad-Belastung gewöhnen: Vibrationen, Unebenheiten, Schlaglöcher. Nicht nur Sitzfleisch antrainieren, auch die Handgelenke müssen an das Terrain gewöhnt sein.
2. Ultra-Cycling ist nicht nur körperlich, sondern vor allem mental extrem fordernd. Fit sein reicht nicht – die größte Herausforderung liegt mental. Die Motivation für solch ein Rennen muss grundsolide sein, und im Idealfall schließt man im Vorfeld Frieden mit der Fremde, Unsicherheit und Einsamkeit.
Der Süden von Spanien ist geprägt von Hitze und Trockenheit. © Photo: privat
Es dauert nicht lange, bis mich Fahrer:innen überholen. Ist für mich jedoch in Ordnung und ich habe mich im Vorfeld darauf eingestellt. Mir ist es wichtig, nicht zu schnell zu starten und mich nicht auszupowern.
Die Akzeptanz weicht nach einigen Kilometern jedoch einem Gefühl von abgeschieden-sein. Ich habe (fälschlicherweise) den Eindruck, auf einem der letzten Plätze zu liegen. Über Kilometer hinweg sehe ich niemanden und Einsamkeit breitet sich aus.
Endlich Asphalt und Zivilisation. Ich stoppe an einer Kneipe, will nur kurz auf die Toilette. Drinnen sitzen Männer beim ersten Bier, es ist früher Nachmittag. Ich fühle mich fehl am Platz. Die Toilette? Nach dutzenden Fahrern vor mir: Alles andere als sauber inklusive Wasserschaden. Zügig raus und weiter.
Der erste zu steile Anstieg, Hitze, Betonplatten. Nicht fahrbar. Also schieben. Ab hier wird es richtig tough. Die Temperaturen steigen, die Strecke wird unfahrbar: Sand, ausgewaschene Pfade, staubige Schluchten. Meine mangelnde Erfahrung mit diesem Terrain lässt mich verzweifeln. Erste Tränen.
In einer Schlucht spricht mich ein Fahrer an, er hat sein Handy verloren. Sein Auge ist blutunterlaufen, sein Englisch gebrochen. Er will nicht allein fahren. Ich sehne mich nach Gesellschaft – unser Fahrrhythmus ist jedoch gänzlich verschieden, und ich kann kein Vertrauen zu ihm fassen. Im nächsten Ort stoßen wir auf weitere Fahrer, denen er sich anschließt.
Die Orte entlang der Route sind wenig von Wohlstand geprägt, und ich fühle mich unwohl. Auch in der zweiten Gaststätte halte ich nur für eine Toilettenpause und verpasse (rückblickend) die erste gute Chance auf eine vernünftige Mahlzeit.
Nach knapp 9 Stunden im Rennen mache ich im Schatten einer Baumgruppe Pause und schicke die erste Videonachricht an Freunde und Familie.
Der folgende Wüstenabschnitt ist unerträglich heiß. Windstill. Mein Wasser schmeckt nach Elektrolyt-Punsch mit Silikongeschmack. Ich muss viel gehen. Keine Energie für Steigungen. Ich sehne mich nach der nächsten Ortschaft. Und nach ’ner Cola.
„Es ist schon ganz schön hart. Ich hatte eben einen richtigen Tiefpunkt. Viel Sand, zwei Kilometer nur geschoben. Ich beschwere mich in meinem Kopf rund um die Uhr.“
Fast 12 Stunden im Rennen. Es ist kurz nach 20 Uhr. Ich habe mich so auf eine Cola und eine Mahlzeit gefreut. Doch die erste Gaststätte hat nichts mehr. Der Kiosk? Nur Cola Zero – nein, danke! Die Realität trifft mich: Ich bin viel zu langsam. Ich werde mein Tagesziel nicht erreichen. Ich stehe vor dem nächsten Wüstenabschnitt, habe keine Ahnung, wo ich schlafen soll. Alles fühlt sich unsicher an. Emotional ist das der erste große Tiefpunkt, geprägt von Zweifeln und auch Tränen. Nach Gesprächen mit meinem Freund und meiner Familie entscheide ich mich weiter in die Nacht zu fahren.
In der Dunkelheit ist es angenehmer. Die Temperatur sinkt auf 23 Grad. Die begrenzte Sicht hilft mir, mich nur auf die nächsten zehn Meter zu konzentrieren. Keine großen Steigungen im Blick, kein Gedankenkarussell. Was mich Nachts außerdem beruhigt und Sicherheit gibt, sind die blinkenden Rücklichter anderer Radfahrenden in weiter Ferne. Da ist es wieder: das Gefühl von Gemeinschaft und Zugehörigkeit.
Ich fahre bis zur nächsten Ortschaft, um dort ein wenig Schlaf zu bekommen. Ich bin schon 17 Stunden im Rennen. Mein Platz ist denkbar schlecht gewählt und der Schlaf ist nicht gut. Ich fühle mich nicht sicher.
Fast 24 Stunden unterwegs. Ich bin erschöpft. Der Sonnenaufgang steht bevor, aber die Realität ist bitter: noch immer keine richtige Mahlzeit, kaum Schlaf. Ich komme nur im Schneckentempo voran. Sitzen tut weh, Stehen tut weh, Gehen tut weh.
08:49 Uhr: Es wird wieder heißer. Ich will mein Fahrrad an den Nagel hängen. Meine Emotionen lassen kein klares Denken mehr zu und es fließen Tränen. Den letzten Anstieg aus der Wüste heraus würde ich vom Gefühl her nicht einmal mit genügend Energie schaffen. Steil, brutal heiß und endlos. Ich will ankommen, weiß aber, dass es noch Stunden dauern wird.
Ich rufe meinen Freund an. Ich kann nicht mehr. Ich brauche seine Worte, um überhaupt weiterzugehen. Doch das Netz bricht ständig ab, und irgendwann habe ich keine Energie mehr, um es nochmal zu versuchen.
Endlich. Ich komme oben an. Kaum Schatten, aber genug, um mich kurz zu sammeln. Badlands ist ein „unsupported“ Rennen. Doch ich breche die Regel: Ich bitte meinen Freund, mir ein Hotel in der Nähe zu buchen. Mit meinen letzten Gels bringe ich meinen Energiehaushalt halbwegs ins Lot.
27 Stunden im Rennen. Es ist 11:54 Uhr. Ich kann nicht mehr. Ich will nicht mehr.
Endstand: Bei 225,8 Kilometern ist bei Badlands für mich Schluss. © Photo: privat
Ich bereue, keine Musik gehört zu haben. Ich wollte sie mir für die harten Momente aufsparen. Aber ich habe verpasst, dass ich längst mitten im harten Moment steckte – da war in meinem Gedanken-Karussell kein Platz mehr.
Musik trägt mich. Vielleicht hätte sie die Überforderung gemildert oder hinausgezögert.
Für solche Events lieber MTB als Gravelbike. Schnell fahren kann man weder bergauf noch bergab. Dann doch lieber Federung, Komfort und leichte Gänge.
Wenn man solch ein Ultra-Event nicht unter den Top 10 finishen möchte und man mehrere Tage unterwegs ist, sollte man meines Erachtens nach vernünftige Pausen mit ausreichend Nahrung nicht vernachlässigen. Bestimmt muss man häufig auch einfach den Kopf ausschalten und weitertreten, aber der Körper braucht Energie und Erholung.
Das Hotel ist gebucht. Ich trete den Hinweg an. Google Maps schickt mich durch eine Schlucht, ich werde von einem Hund verfolgt und habe keine Ahnung, ob ich überhaupt ankommen werde. Der Weg ist genauso schrecklich wie alles davor.
Im Hotel ist mir klar: Ich bin raus. Zurück in die Abgeschiedenheit? 80–100 km, ohne Dorf, ohne Wasser? Nicht vorstellbar. Allein der Gedanke lässt mich weinen.
Ich dusche im Hotel, schlafe und esse das erste Mal eine richtige Mahlzeit. Danach gehe ich zur Rezeption und bestelle ein Taxi zurück nach Granada zu meinem Campingplatz. Ich kann nicht mehr. Ich will nicht mehr.
Pause, Ernährung, Fortschritt, Schlaf, Sicherheitsgefühl – alles lief anders als erwartet.
Taxifahrer in der Gegend sind auf die Mitnahme staubiger Fahrräder bemerkenswert gut vorbereitet. © Photo: privat
Ich dachte, es würde sich wie Scheitern anfühlen. Aber als ich zurück am Camper bin, spüre ich nur eines:
Erleichterung. Keine Reue. Kein Bedauern. Nur die Erkenntnis, dass Aufgeben manchmal auch eine Form von Gewinnen ist.
Ich freue mich auf Urlaub, bin dankbar für jeden Kilometer und stolz, über meine Grenzen hinausgegangen zu sein. Und ich bin einfach froh, dass der Druck weg ist. Kein Training, kein Stress, keine Überforderung mehr. Es ist schön, dass mein Hobby wieder Spaß machen darf. Und es fühlt sich nicht wie Aufgeben an, sondern wie ein Erfolg. Bis zu diesem Punkt gekommen zu sein, ist mein Erfolg.
blicke ich auf Badlands zurück – eine Erfahrung, die mich mehr geprägt hat, als ich erwartet hätte. Sie hat mich herausgefordert, mich über meine Grenzen hinausgeführt und mich gleichzeitig Demut gelehrt. Ich bin seitdem vergleichsweise kaum noch Rad gefahren, aber vielleicht ist das okay. Manchmal braucht es Abstand, um die Freude zurückzubringen.
Ich bin stolz. Stolz darauf, dass ich meine körperlichen und mentalen Grenzen erkannt und respektiert habe. Ultra-Distanz-Events und Rennen sind kein sanftes Herantasten, sondern oft ein harter Kampf gegen sich selbst. Aber genau das macht es wertvoll. Ich habe unglaublich viel gelernt – über Trainingssteuerung, meinen Körper und mein Fahrrad.
dann wäre es die mentale Vorbereitung. Kilometer im Sattel sind wichtig, aber am Ende entscheidet auch der Kopf, wie weit Du kommst. Grenzen sind oft mental, Pausen sind wichtiger als Perfektion, und manchmal braucht es mehr als bloße Willenskraft, um weiterzumachen.
Doch trotz der Strapazen gab es magische Momente: die Community, die unglaublich schöne Landschaft, das Fahren in der Dunkelheit, und kleine Begegnungen rund um solch ein Event, die es leichter machten. Und nicht unerwähnt zu lassen: den Support von Zuhause, von Familie und Freunden.
mach es! Ultra-Cycling muss nicht gleich gnadenlos sein. Wenn Du Dich herantasten willst, gibt es viele spannende Alternativen: kürzere Bikepacking-Events, herausfordernde Gravel-Rennen oder mehrtägige Touren, bei denen Du Dein eigenes Tempo bestimmst. Es gibt nicht nur einen Weg, Abenteuer zu erleben.
Für mich bedeutet die nächste Saison erstmal eins: Radfahren aus Freude, nicht aus Zwang. Coffee-Rides, gutes Wetter, nette Menschen. Und ganz ehrlich? Mein liebstes Terrain ist gut asphaltiert und leicht abschüssig.
Wer weiß. Aber wenn, dann mit besserer Vorbereitung, einem klareren Mindset und mit derselben Neugier auf Neues und die Herausforderung.
Für Badlands solltest Du unbedingt eine zuverlässige Bikepacking-Ausrüstung dabeihaben: ein stabiles Gravelbike, leichte und wasserdichte Taschen, Ersatzteile (z. B. Schläuche, Bremsbeläge), ein gutes Beleuchtungssystem (am besten bestehend aus einer Helmlampe, einer Frontlampe am Bike und einem Rücklicht), Navigationsgerät, Powerbank und genügend Trinkflaschen. Auch passende Kleidung ist wichtig – vor allem wegen der extremen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht.
Eines, auf dem Du Dich über lange und holprige Zeiten sicher und bequem fühlst. Ein Bike-Fitting ist höchst empfehlenswert. Ein robustes, komfortables Gravelbike mit breiter Übersetzung und Reifen zwischen 40–50 mm ist ideal. Wichtig sind Laufruhe und Stabilität auf langen Schotterpassagen, gleichzeitig sollte das Bike leicht genug für steile Anstiege sein. Einige Fahrer:innen waren jedoch auf einem Mountainbike unterwegs. Federung würde ich für das nächste Mal auch bevorzugen.
Am besten kombinierst Du langes Grundlagentraining mit Gravel-Ausfahrten auf stark unebenem Untergrund(!!), Intervallen und Mehrtagestouren. So gewöhnst Du Dich an lange Belastungen. Mental hilft es, Einsamkeit oder Krisensituationen schon im Training zu üben. Schlafmangel sollte aus gesundheitlichen Gründen nicht geübt werden. Teste außerdem unbedingt Dein Equipment und Deine Verpflegung vorher, damit es unterwegs keine bösen Überraschungen gibt.
Badlands gehört zu den härtesten Ultra-Cycling-Rennen Europas und ist daher nichts für absolute Anfänger:innen. Wenn Du aber schon längere Distanzen gefahren bist, Erfahrung mit Bikepacking hast und Dich gezielt vorbereitest, kannst Du es auch als ambitionierte:r Einsteiger:in schaffen.
Plane im Voraus, ob Du kurze Powernaps einlegst oder eine feste Schlafstrategie hast. Hör auf Deinen Körper, statt Dich blind an den Plan zu klammern. Gegen die Einsamkeit helfen Musik, Podcasts oder kleine mentale Routinen, die Dich motivieren. Am wichtigsten: eine positive Einstellung und Dein persönliches "Warum", die Dich auch in den härtesten Momenten durchtragen.
Ein zuverlässiges Navigationsgerät ist Pflicht – und ein Backup auf Deinem Smartphone. Pack Deine Verpflegung so, dass sie leicht, kalorienreich und auch bei Hitze verträglich ist. Viele Fahrer:innen setzen auf eine Mischung aus Riegeln, Gels, Salztabletten und lokaler Versorgung unterwegs. Und das Wichtigste: immer genug Wasser dabei haben und vorher checken, wo es Auffüllmöglichkeiten gibt.