Mountainbiker misst mit digitalem Luftdruckprüfer den Reifendruck an einem grobstolligen MTB-Reifen.
Mountainbiker misst mit digitalem Luftdruckprüfer den Reifendruck an einem grobstolligen MTB-Reifen.

Weniger Pannen, mehr Grip: So findest Du den perfekten Reifendruck für Dein Mountainbike

Mit dem richtigen Luftdruck hast Du auf dem MTB mehr Spaß, Grip und Kontrolle. Wir erklären, wie Du das Optimum findest.

Die Reifen sind Dein Kontakt zum Trail und haben großen Einfluss darauf, wie sich Dein Mountainbike oder E-MTB fährt. Aber nicht nur die Wahl der Reifen ist entscheidend, sondern auch der Luftdruck. Mit ihm kannst Du Dein Bike präzise auf Deinen Fahrstil abstimmen und sogar auf Streckenverhältnisse anpassen. Das ist praktisch kostenloses Tuning! Profis kitzeln damit wertvolle Sekunden heraus und Fans des Genussradelns können mit dem passenden Reifendruck den Spaß im Gelände maximieren. Egal ob Downhill, Enduro, Trail, Tour oder XC: Alle profitieren! Wir geben Dir Praxistipps, wie Du den perfekten Luftdruck für Dein MTB oder E-MTB findest.

Mountainbiker pumpt mit einer Handpumpe Luft in den Reifen seines Mountainbikes auf einem Waldtrail.
Mountainbiker repariert einen platten Reifen am Trail und pumpt Luft in das Laufrad.

Warum Reifendruck beim MTB alles ist: Grip, Dämpfung, Kontrolle und Spaß

Um zu verstehen, wie mächtig der Faktor Luftdruck ist, hilft ein Überblick darüber, wie und wo er die Performance Deines MTBs oder E-MTBs beeinflusst. Dein optimaler Reifendruck ist immer eine Balance dieser Eigenschaften und hängt von Deinen individuellen Prioritäten ab.

  • Der Druck hat Einfluss auf Traktion und Kurvengrip Deiner Reifen: Durch Absenken des Drucks kannst Du den Grip erhöhen. Das bringt Sicherheit und Kontrolle. Aber: nur so weit, bis der Reifen anfängt, wegzuknicken. Dazu später mehr.
  • Ausreichend Luft in den Reifen schützt vor Durchschlägen und trägt so zum Pannenschutz bei.
  • Abrollverhalten und Rollwiderstand Deiner Reifen hängen maßgeblich vom Druck ab. Ein Reifen mit sehr niedrigem Luftdruck wird beim Fahren stark verformt, was Energie kostet: Der Rollwiderstand (genauer: Walkwiderstand) wird größer. Ein Reifen mit sehr hohem Luftdruck hingegen wird im Gelände jede kleine Unebenheit ans Bike weiterleiten, was ebenfalls Energie kostet – das Abrollverhalten verschlechtert sich. Das Optimum liegt in der goldenen Mitte: Mit dem richtigen Luftdruck rollen Deine Reifen ruhig und leicht.
  • Wenn Du Deine Reifen als Luftfederung betrachtest, dann wird klar, dass der Druck einen großen Einfluss auf den Komfort hat. Am Hardtail kann das besonders deutlich werden.
  • Spielen alle Faktoren geschmeidig zusammen, dann bringt der richtige Luftdruck vor allem: mehr Spaß auf dem Trail.

Der perfekte MTB-Reifendruck: 13 entscheidende Faktoren

Wir würden Dir gerne konkrete Luftdruckwerte an die Hand geben, aber tatsächlich spielen beim idealen Reifendruck am Mountainbike so viele Faktoren zusammen, dass sie sich nicht in einer einfachen Tabelle abbilden lassen. Es gibt Online-Tools und Apps, die viele Parameter berücksichtigen und Dir gute Ausgangswerte liefern, wie zum Beispiel der Schwalbe Pressure Guide oder SRAMs Ratgeber. Ausgehend davon kannst Du Dich mit unseren Tipps ans Finetuning wagen. Aufgeteilt in „harte" und „weiche" Faktoren findest Du hier Hinweise, welche Punkte dafür sorgen, dass Du den Reifendruck erhöhen solltest und welche einen niedrigeren Druck erlauben. Vorausgesetzt, alle anderen Faktoren bleiben gleich. Lass Dich von der Länge der Liste nicht abschrecken! Es reicht bei vielen Punkten, mal davon gehört zu haben, um ein besseres Gefühl für Deinen optimalen Luftdruck zu bekommen.

Harte Faktoren, die sich nur ändern, wenn Du Teile an Deinem Bike tauschst:

  • 1 – Reifenbreite: Je breiter der Reifen, desto geringeren Druck kannst Du fahren.
  • 2 – Karkasse: Je stabiler der Reifen konstruiert ist, desto weniger Druck kannst Du fahren. Ein Reifen mit Downhill-Karkasse ist zum Beispiel viel robuster abgestützt als ein Trail-Reifen. Der Haken: Schwere Reifen rollen meist schlechter.
  • 3 – Felgenbreite: Breitere Felgen bieten Reifen eine bessere Abstützung und erlauben so niedrigeren Luftdruck.
  • 4 – Vorder- oder Hinterrad: Da auf dem Hinterrad mehr Last liegt, ist es sinnvoll, hinten etwas höheren Druck zu fahren als vorne.
  • 5 – Tubeless oder Schlauch: Schlauchlos kannst Du etwas weniger Luftdruck fahren, da bei Durchschlägen kein Schlauch kaputt gehen kann. Bedenke aber: Zu wenig Druck kann bei heftigen Durchschlägen dazu führen, dass der Reifen oder gar die Felge beschädigt wird.
  • 6 – Insert: Mit Reifen-Insert kannst Du niedrigeren Luftdruck fahren, da das Insert sowohl Durchschlagschutz bietet als auch die Karkasse stützt.
  • 7 – Laufradgröße: Kleinere Räder solltest Du mit etwas höherem Druck fahren.
  • 8 – Federung: Reifen und Federung Deines Mountainbikes spielen immer zusammen. Wenn Dein Bike wenig Federweg hat, ein Hardtail ist oder sogar komplett ungefedert, dann lohnt es sich umso mehr, den optimalen Luftdruck zu finden. Indem Du Dich so weit heruntertastest, wie Du ohne Durchschläge fahren kannst, holst Du mehr Komfort und Grip heraus. Ein Bike mit viel Federweg erlaubt Dir hingegen, noch geringeren Luftdruck zu fahren, da die Federung einen gewissen Durschlagschutz bieten kann.

Weiche Faktoren hängen teils von äußeren Umständen ab und können sich von einer zur nächsten Ausfahrt ändern.

  • 9. Systemgewicht: Dein Gewicht plus Dein Bike und sonstige Ausrüstung: je höher, desto mehr Druck. Wenn Du zum Beispiel für einen Bikepacking-Trip viel Gepäck am Bike und auf dem Rücken hast, dann kann es sinnvoll sein, die Reifen etwas härter aufzupumpen. Auch deswegen empfehlen wir, am E-MTB etwas höheren Druck zu fahren.
  • 10. Gelände: Je gröber und verblockter das Gelände, desto mehr Durchschlagschutz ist gefragt. In einer Region mit vielen Wurzel- und Steinfeldern zum Beispiel solltest Du etwas höheren Luftdruck fahren als auf smoothen Flowtrails.
  • 11. Fahrstil: Hier kommt vieles zusammen, daher nur ein paar kurze Beispiele: Wenn Du auf dem Trail leichtfüßig und geschmeidig wie eine Katze unterwegs bist, dann brauchst Du weniger Durchschlagschutz und kannst mit niedrigerem Luftdruck von mehr Grip profitieren. Wenn Du viel springst, dann ist etwas mehr Druck sinnvoll, um Puffer für harte Landungen zu haben. Außerdem beeinflusst Deine Kurventechnik, wie viel Grip Du auf der einen Seite vom Reifen brauchst (niedrigerer Luftdruck) und wie viel Abstützung auf der anderen (höherer Druck).
  • 12. Bedingungen: Bei Nässe oder Schnee kannst Du etwas mehr Grip und Sicherheit herauskitzeln, indem Du ein bisschen Luft ablässt.
  • 13. Disziplin: Je härter es zur Sache geht, desto höher sollte der Luftdruck sein, um dich ausreichend vor Pannen zu schützen. In der Hektik und Geschwindigkeit eines Enduro-Wettkampfes ist das Risiko höher, in einem Rock-Garden einen Stein ungünstig zu erwischen als bei einer entspannten Ausfahrt mit dem Trailbike. Die Krux: Hoher Druck kostet Grip, der im Rennen ebenso wichtig ist. Je höher die Ansprüche, desto schwieriger ist es, die goldene Mitte zu finden.

Das richtige Werkzeug für den Trail und die Werkstatt

Ob Du zu Hause mit einer Standpumpe pumpst oder einen Kompressor nutzt und unterwegs eine Handpumpe oder eine Akku-Pumpe dabeihast, ist Geschmackssache. Wichtig für den Luftdruck ist, womit Du misst. Hohe Ablesegenauigkeit (fürs MTB mindestens 0,1 Bar) und zuverlässig reproduzierbare Messergebnisse sind entscheidend. Wenn Du eine Pumpe mit gutem integriertem Manometer nutzt, dann kann das schon ausreichen. Wenn Du mehrere Pumpen benutzt, dann solltest Du beachten, dass die Messungen voneinander abweichen können. Selbst bei zwei Pumpen gleicher Bauart gibt es da oft Streuungen. Es lohnt sich, alle Deine Pumpen mit Manometer miteinander abzugleichen.

Ideal ist ein separater Luftdruckprüfer, mit dem Du unabhängig von der Pumpe messen kannst. Die meisten digitalen Handmanometer sind so klein, dass Du sie leicht mit auf Tour nehmen kannst und so auch unterwegs nicht auf Schätzungen mit dem Daumen angewiesen bist. Viele Luftdruckprüfer haben eine Taste, mit der Du Luft ablassen kannst. Wenn Du beim Aufpumpen ein kleines bisschen härter aufpumpst, kannst Du den Druck damit anschließend durch Ablassen sehr präzise einstellen. Wichtig: Auch verschiedene Handmanometer können voneinander abweichen. Nutze am besten immer Deinen eigenen, dessen Werte Du kennst.

Wenn Du jederzeit genau wissen willst, wie es um den Luftdruck in Deinen Reifen steht, dann kannst Du Ventile mit integrierten Sensoren montieren, die den Druck kontinuierlich messen und per Funk auf Deinem Smartphone und kompatiblen Fahrradcomputern anzeigen. Diese warnen Dich auch, wenn der Luftdruck vom eingestellten Sollwert abweicht.

Idealerweise solltest Du Deine Reifendruckwerte dokumentieren. Insbesondere, wenn Du viel experimentierst, empfehlen wir, die Messwerte in einem Notizbuch aufzuschreiben oder in Deinem Smartphone zu notieren und Fahreindrücke zu ergänzen. So kannst Du später vieles nachvollziehen und zum Beispiel Reifen mit unterschiedlichen Karkassen besser miteinander vergleichen.

Digitaler Luftdruckprüfer und Fahrrad-Multitool liegen auf einem Baumstamm in der Natur.

Ein Luftdruckprüfer gehört in jede Fahrradausrüstung – so kontrollierst Du schnell, ob Dein Reifendruck für die nächste Tour passt. © bc GmbH

Reifendruck-Finetuning in der Praxis

Wenn Du die oben beschriebenen Einflussfaktoren kennst, Pumpe und Manometer zur Hand hast, dann kannst Du das Finetuning angehen. Es ist sinnvoll, mit etwas höherem Druck zu starten und Dich durch Luftablassen in kleinen Schritten herunterzutasten. Je näher Du an den Grenzbereich kommst, desto kleiner sollten die Schritte ausfallen. 0,1 Bar können oft schon einen spürbaren Unterschied bewirken. Wenn Du merkst, dass Du zu viel abgelassen hast, dann kannst Du einfach wieder etwas aufpumpen.

Zwischen den Schritten solltest Du immer wieder testen. Am besten auf einem Stück Trail, das Du dann wiederholst – mit Wurzeln, Steinen und Kurven, in denen Du den Grip beurteilen kannst. Du kannst aber auch auf einer Tour nach und nach den Reifendruck optimieren. So vergleichst Du zwar nicht exakt dieselben Streckenabschnitte, aber oft gibt es ähnliche Sektionen und Du deckst insgesamt ein breiteres Spektrum an Fahreindrücken ab. Außerdem kannst Du auch im Stand ein paar Tests durchführen, die Dir Hinweise darauf geben, ob Du zu viel oder zu wenig Druck in den Reifen hast.

Es ist nicht nötig, nach jeder kleinen Anpassung zu messen. Aber sobald Du einen Luftdruck gefunden hast, der Dir taugt, lohnt es sich, die Werte zu erfassen. So kannst Du das gute Fahrgefühl und die Reifen-Performance jederzeit gezielt reproduzieren.

Mountainbiker prüft mit digitalem Luftdruckmesser den Reifendruck am Vorderrad eines Mountainbikes.

Beim Reifendruck-Finetuning lohnt sich Geduld: Taste Dich in kleinen Schritten an den optimalen Druck heran und teste immer wieder auf dem Trail. © bc GmbH

Wann Du den Luftdruck senken kannst

Es gibt ein paar Punkte, die Dir zeigen, dass Du den Luftdruck noch weiter senken kannst, um die beste Performance aus Deinen Reifen herauszuholen:

  • Verformung: Um optimal zu arbeiten, sollte sich Dein MTB-Reifen sichtbar verformen. Wenn Du mit vollem Gewicht auf dem Bike sitzt oder stehst und nach unten schaust, kannst Du sehen, wie prall Deine Reifen gefüllt sind. Wenn der Hinterreifen am Boden scheinbar gar nicht zusammengedrückt wird, dann kannst Du noch etwas Luft ablassen. Es hilft auch, eine zweite Person gucken zu lassen, da die Verformung des Reifens von der Seite besser zu sehen ist.
  • Abrollverhalten: Wenn sich Dein Bike im Gelände unkomfortabel und sehr unruhig fährt und Du das Gefühl hast, dass es eher an den Reifen als an der Federung liegt, dann kannst Du den Druck wahrscheinlich etwas reduzieren. Die erhöhte Laufruhe bringt neben Komfort auch Geschwindigkeit.
  • Grip und Traktion: Der Grip hängt neben dem Luftdruck von vielen Faktoren ab und es ist mitunter schwer zu beurteilen, welche gerade den größten Einfluss haben. Wenn Deine Reifen hinter Deinen Erwartungen zurückbleiben und Du noch Spielraum nach unten hast (siehe nächster Absatz), dann kannst Du durch (etwas!) Luft ablassen fast immer mehr Grip herausholen.
Zwei Mountainbiker fahren über einen steinigen Trail mit losem Untergrund.

Mit etwas weniger Reifendruck passen sich MTB-Reifen besser dem Untergrund an – das bringt mehr Grip und Kontrolle auf ruppigen Trails. © bc GmbH

Wann Du etwas Luft nachpumpen solltest

Wenn Du den Druck nach und nach reduziert hast, dann kündigt sich der Grenzbereich durch einige deutliche Hinweise an. Erhöhe den Druck wieder etwas, wenn folgendes auftritt:

  • Durchschläge: Wenn Du beim Fahren über kantige Steine oder Wurzeln die Felge spürst oder ein deutliches „Klonk" hörst, dann schlägt der Reifen durch. Leichte Durchschläge, die nur selten passieren, können bei einem Tubeless-Setup okay sein. Passiert Dir das häufiger oder heftiger, riskierst Du, Reifen und/oder Felge zu beschädigen und Du solltest den Luftdruck etwas erhöhen. Ein Schlauch geht meist schon bei leichteren Durchschlägen kaputt und sollte daher mit etwas höherem Druck gefahren werden.
    Tipp: Um schon einen Eindruck zu bekommen, bevor Du auf den Trail gehst, kannst Du das Rad mit dosiertem Druck auf dem Lenker gegen eine Bordsteinkante oder ähnliches schieben und dabei schauen und fühlen, die weit der Reifen nachgibt. Um den Druck am Hinterrad zu testen, kannst Du es auf einer Kante (Wurzel o. ä.) platzieren, die Bremse gezogen halten und Dich zuerst vorsichtig und dann etwas schwungvoller auf den Sattel setzen.
  • Schwammiges Fahrgefühl und Wegknicken in Kurven: Wenn Du das Gefühl hast, dass Dein Bike unter Dir „schwimmt", dann ist der Druck wahrscheinlich etwas zu gering. In Kurven knickt die Seitenwand dann ein und der gesamte Reifen zur Seite.
    Tipp: Am Vorderrad kannst Du diese Querbelastung einfach im Stand simulieren, indem Du etwa 90 Grad einlenkst, Dein Bike mit Gewicht auf dem Lenker nach vorne schiebst und darauf achtest, ob der Reifen einknickt. Du kannst auch in kontrollierter Umgebung (z. B. auf einem Parkplatz) schwungvoll ein paar Kurven fahren, um schnell einen Eindruck zu gewinnen.
  • Karkasse schlägt Falten: Wenn Dein Reifen unten faltig zusammengedrückt wird, während Du einfach nur auf glattem Untergrund dahinrollst, dann solltest Du den Luftdruck etwas erhöhen.
  • Rollwiderstand: Während ein zu hoher Luftdruck Dich ausbremst, indem er zu wenig dämpft (siehe Abrollverhalten im vorherigen Absatz), kann ein zu niedriger Druck dazu führen, dass das Verformen des Reifens viel Energie schluckt. Wenn sich zum Beispiel ein Trail mit festem Boden anfühlt, als würdest Du über eine nasse Wiese fahren, dann schluckt der Reifen wahrscheinlich Deine Kraft und es lohnt sich, den Druck wieder etwas zu erhöhen.
Vorderrad eines Mountainbikes rollt über kantige Steine auf einem Trail.

Zu wenig Reifendruck erhöht das Risiko von Durchschlägen – besonders auf ruppigen Trails mit Steinen und Wurzeln. © bc GmbH

Reifendruck bei Kälte

Viele Mountainbiker:innen haben ihr Bike (oder mehrere) zu Hause in der Wohnung stehen. Wenn das auch bei Dir so ist und Du den Luftdruck vor einer Ausfahrt in einem beheizten Raum einstellst, dann solltest Du in den kälteren Jahreszeiten berücksichtigen, dass der Druck im Reifen sinken wird, wenn die Luft darin auf Außentemperatur abkühlt. Wie groß der Effekt ist? Wir haben es ausprobiert: Am Hinterreifen, den wir bei 20 Grad Celsius auf genau 2,00 Bar gepumpt hatten, konnten wir bei etwa null Grad auf dem Trail mit demselben Manometer nur noch 1,80 Bar messen. Der Luftdruck am Vorderreifen fiel von 1,50 auf 1,34 Bar. Du kannst also grob mit zehn Prozent Verlust rechnen, wenn der Temperaturunterschied 20 Grad Celsius beträgt. Bei der nächsten Gelegenheit kannst Du zu Hause einfach das entsprechende Bisschen mehr in die Reifen pumpen.

Mountainbiker fährt auf einem verschneiten Waldtrail über eine Wurzel.

Bei kalten Temperaturen verändert sich auch der Reifendruck. Ein kurzer Check vor der Fahrt sorgt für Grip und Kontrolle auf winterlichen Trails. © bc GmbH

Minimum und Maximum

Auf der Seitenwand Deiner Reifen gibt der Hersteller den minimalen und maximalen Luftdruck an. Zur Sicherheit solltest Du diese Werte nicht unter- bzw. überschreiten. Beim Minimum standen früher oft Werte, die aus heutiger Sicht recht hoch wirken: Seit dem Einzug von Tubeless fahren viele Mountainbiker:innen oft und gerne niedrigen Luftdruck. Glücklicherweise haben die meisten Hersteller mittlerweile darauf reagiert und ihre aktuellen Reifen für die heute übliche Werte freigegeben.

Mountainbike-Vorderrad fährt durch weichen, matschigen Trailboden im Wald.
Mountainbike-Vorderrad fährt durch weichen, matschigen Trailboden im Wald.

FAQ: Luftdruck am MTB

Wie viel Bar sind 25 psi?
25 psi sind rund 1,72 Bar. Falls Du selbst umrechnen möchtest: Ein Bar entspricht 14,504 psi. Da die meisten Manometer beide Einheiten anzeigen, ist das aber selten nötig.

Kann ich mit einem Tubeless-Reifen weniger Druck fahren?
Ja, da das Durchschlagsrisiko eines Tubeless-Systems geringer ist, kannst Du etwas weniger Luftdruck fahren als mit Schlauch.

Welchen Reifendruck bei Schlamm und Nässe?
Bei Schlamm, Nässe und auch Schnee kannst Du mehr Grip und damit Sicherheit aus Deinen Reifen herausholen, indem Du den Luftdruck etwas senkst.

Sollte der Vorderreifen mehr oder weniger Druck haben als der Hinterreifen?
Es ist sinnvoll, beim MTB im Vorderreifen einen geringeren Luftdruck zu fahren als am Hinterrad, da vorne weniger Gewicht aufliegt.

Welchen Luftdruck für ein E-MTB?
Da ein E-Mountainbike schwerer ist als ein unmotorisiertes MTB, solltest Du einen etwas höheren Luftdruck fahren, um den gleichen Durchschlagschutz zu haben.

Wie oft sollte ich den Luftdruck bei meinen MTB-Reifen prüfen?
Wir empfehlen, den Luftdruck vor jeder Ausfahrt zu prüfen. Auch wenn Dein Tubeless-Reifen oder Dein Schlauch den Druck normalerweise mehrere Tage stabil hält, merkst Du so auch rechtzeitig, wenn etwas nicht stimmt – z. B. einen schleichenden Platten. Grundsätzlich diffundiert immer ein wenig Luft durch Schlauch und Reifenwand. Damit sinkt auch Dein Luftdruck mit der Zeit.

Kann ich den Reifendruck während einer Tour anpassen?
Ja, Du kannst den Luftdruck jederzeit anpassen, wenn Du das Gefühl hast, dass er zu hoch oder zu niedrig ist. Weiter oben findest Du unsere Tipps dazu.