Nicolai Argon CX Titelbild

Nicolai Argon CX: Aufbau eines Traum-Gravelbikes

Sascha 28. November 2017

Sascha hat sich für den Winter gerüstet und sein Traum-Gravelbike aufgebaut. Wie sich das Nicolai Argon CX abseits befestigter Wege schlägt, erfährst Du in seinem Testbericht.

Mit dem Satz "Das ist genau das Rad, welches mir noch gefehlt hat!" versucht man meistens seine Fahrradkäufe zu begründen. Auch diesmal trifft diese Aussage den Nagel auf den Kopf. Der Nicolai Rahmen begeistert und zusammen mit Jan von SRAM haben wir ihn auch noch mit edlen Parts ausgestattet. Somit wird das Nicolai Argon CX zur eierlegenden Wollmilchsau. Es ist ein Gravelbike mit enormem Vortrieb, angenehmer Laufruhe und einer Top-Performance auf Trails und ruppigen Wegen.

Der Grund für den Aufbau eines Gravelbikes lag für mich in der Flexibilität, die ein solches Bike mit sich bringt. Biken hat bei mir auf dem MTB angefangen, aber die letzten Jahre war ich mehr auf dem Rennrad unterwegs. Hier bin ich oft in Situationen geraten, wo ich in unbekannten Regionen einfach auch gerne mal in den nächsten Feld- oder Waldweg abgebogen wäre. Zudem wächst auch der Reiz von Bikepacking-Touren und da ich aktuell weder ein Hardtail MTB noch einen Crosser besitze, war für mich schnell klar: Ein Gravelbike muss her!

Die Zipp 303 Fire Crest und das Zipp Cockpit geben denm Bike einen edlen Look.

Wer noch keinen Crosser oder ein Gravelbike besitzt, sollte das ändern. Ich kann es jedem Biker nur empfehlen. Es bringt eine Menge Spaß und kombiniert Road, Gravel und leichte Trails.

Nicolai Argon CX Rahmen und 3T Luteus II LTD Carbon Gabel

Auch wenn das Nicolai Argon "CX" im Namen trägt, bietet es sich Aufgrund seiner Geometriedaten auch hervorragend für einen Gravelaufbau an. Sowieso ist der Unterschied zwischen Crossern und Gravelbikes sehr gering und es liegt meist an den subjektiven Vorlieben der Fahrer, wie so ein Aufbau im Detail aussieht. Der Cyclocross-Rennfahrer z. B. fährt meist ein wesentlich agileres Setup als jemand, der auf einem Crossbike seine winterlichen Kilometer abspult, wo der Aufbau vermutlich einem Gravelbike schon recht nahekommt.

Der Nicolai Argon CX Aluminium-Rahmen bringt 2,1 kg auf die Waage und hat für einen Crosser-Rahmen einen recht langen Radstand. Auch die Oberrohrlänge ist bei Größe M mit 560 mm und einem Reach von 387 mm für einen CX Rahmen eher lang. Zusammen mit dem recht flachen Lenkwinkel von 70,5° bringt das mehr Laufruhe und insgesamt für mich eine bequeme Haltung bei längeren Touren.

Nicolai ARGON CX - Geometriedaten

Nicolai ARGON CX - Geometriedaten

Bei der Gabel habe ich mich für die Luteus II LTD von 3T entschieden. Sie kann sowohl mit 27,5" als auch mit 28" Laufrädern gefahren werden und ist sehr großzügig in Bezug auf die Reifengröße. Hier finden 28" Reifen bis zu 44 mm und 27,5" Reifen bis zu 2.1" Breite Platz. Die Gabel wird bei vielen Crossern und Gravelbikes verbaut und macht optisch richtig was her. Bremsscheiben können übrigens bis zu 180 mm verbaut werden. In meinem Fall fahre ich sie mit 160 mm.

Auf Schotterwegen ist das Argon zu Hause. Es macht einfach Riesenspaß, mit hohen Geschwindigkeiten über Waldwege zu fliegen.

Auf Schotterwegen ist das Argon zu Hause. Es macht einfach Riesenspaß, mit hohen Geschwindigkeiten über Waldwege zu fliegen.

Zipp 303 Firecrest Carbon Laufradsatz und Challenge Gravel Grinder Pro Reifen

Der Zipp 303 Firecrest ist mit 1645 g ein nahezu kompromissloser Laufradsatz für Cross- und Gravel-Einsätze. Mit zugelassenen 113 kg Fahrergewicht bietet der Laufradsatz bei meinen 70 kg Körpergewicht genug Reserven für härtere Einsätze. Neben seiner hervorragenden Aerodynamik und Stabilität ist seine Tubeless-Fähigkeit besonders hervorzuheben. Umso trauriger war ich, dass ich zum Zeitpunkt des Aufbaus noch auf meinen Panaracer Gravel King Tubeless Reifen gewartet habe und somit zunächst den Gravel Grinder Pro Open Faltreifen montieren musste.

Aber auch der Challenge Reifen macht eine sehr gute Figur und ist für mich nach den ersten 200 km vor allem in puncto Optik und Rollwiderstand ein kleiner Geheimtipp geworden. Auf trockenem Untergrund ist er auch im Gelände sehr gut zu fahren. Mit dem Reifendruck muss man hier etwas spielen, um den idealen Spagat zwischen Rollwiderstand und genug Grip zu finden. Zuletzt hat sich bei mir ein Reifendruck von ca. 3 bar als ideal erwiesen. Wie sich der Panaracer Gravel King auf dem Rad schlägt, werde ich hier nachtragen. Hier bleibt auch spannend, ob die 38 mm Reifenbreite hinten machbar ist. Der Challenge Reifen in 36 mm Breite bietet aktuell noch ausreichend Platz zu den Seiten. (Nachtrag: Nicolai hat die Reifenbreite für den Rahmen auf 44 mm angehoben. Ich fahre jetzt den 40 mm Gravel King und hab noch ausreichend Luft)

Bergab zeigt die Force Bremse, was sie kann. Auch bei steilen Hängen hat man immer ein sicheres Gefühl.

Bergab zeigt die Force Bremse, was sie kann. Auch bei steilen Hängen hat man immer ein sicheres Gefühl.

SRAM Force 1 Komplettgruppe

Der 1-fach Antrieb ist beim Gravelaufbau fast schon Pflicht. Beim Antrieb und den Bremsen war ich von Beginn an gedanklich bei SRAM. Ob Rival oder Force Gruppe, hier machen beide zunächst einen edlen und hochwertigen Eindruck. Ich war natürlich umso glücklicher, dass mir Jan die höherwertige Force Gruppe zum Aufbau mitgebracht hat. Bei der Kassette habe ich mich für die 10-42 entschieden, weil ich bergauf doch gerne ein paar Reserven habe. Da auch Bikepacking bei diesem Projekt ein Thema war, wollte ich für Anstiege nicht zu knapp kalkulieren. Zusammen mit dem 42T Kettenblatt macht die Gesamtkapazität einen guten Eindruck und bislang habe ich in beiden Richtungen keine Gänge vermisst.

Wer noch keinen Crosser oder kein Gravelbike besitzt, sollte das ändern. Ich kann es jedem Biker nur empfehlen. Es bringt eine Menge Spaß.

Wer noch keinen Crosser oder kein Gravelbike besitzt, sollte das ändern. Ich kann es jedem Biker nur empfehlen. Es bringt eine Menge Spaß.

Zipp Service Course BSS und Brooks Cambium C17 All Weather Sattel

Mir war bei diesem Gravelbike wichtig, größere Sattel-, Lenker- und Rahmentaschen nutzen zu können. Darum habe ich mir bei der Wahl um Sattelstütze, Vorbau und Lenker (BSS steht übrigens für Bar, Seatpost & Stem) nicht wirklich Gedanken über leichtere Carbon-Komponenten gemacht und mich für Aluminium entschieden. Die Zipp-Parts runden das Gravelbike optisch natürlich perfekt zu den Laufrädern ab. Der Lenker ist mit 44 cm Breite etwas breiter, als ich ihn auf meinem Rennrad fahre und sorgt somit für ein besseres Handling auf schwierigen Passagen. Hier sollte man im Vergleich zum Rennrad ruhig eine Nummer breiter als gewohnt gehen, wenn es einem aus ergonomischer Sicht keine Probleme bereitet.

Seit Jahren liebäugle ich mit einem Brooks Sattel, der aber bislang nicht wirklich zu einem meiner Räder passte. Jetzt endlich darf ich einen Brooks Sattel mein Eigen nennen. Der Brooks Cambium C17 bietet durch seine Breite vor allem Komfort, was mir bei längeren Touren sehr wichtig ist. Das All Weather Modell aus Naturkautschuk ist recht unempfindlich und bietet eine gute Flexibilität. Komplett in Schwarz ist der Sattel wirklich schick und bislang macht er auch bei längeren Touren einen sehr bequemen Eindruck.

Die Flexibilität eines Gravelbikes macht für mich die Faszination aus.

Die Flexibilität eines Gravelbikes macht für mich die Faszination aus.

Fazit

Ich war  mit dem Nicolai Argon CX jetzt ca. 120 km auf Asphalt und ca. 140 km auf Trails bzw. Wald- und Forstwegen unterwegs. Der Vortrieb ist mit den Challenge Reifen unschlagbar und sobald man befestigte Wege verlässt, macht das Bike einfach nur noch puren Spaß. Mit 9,9 kg Gesamtgewicht und der starken Performance sowohl auf der Straße als auch auf unbefestigten Wegen und Trails hat das Bike für mich den Namen "Traum-Gravelbike" verdient. Vielen Dank an Jan von SRAM für die großartige Unterstützung beim Aufbau des Bikes.

Sascha

Was hältst Du von meinem Aufbau und wie sieht für Dich ein Traum-Gravelbike aus?

Sascha

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  • Mike N. am 15. November 2018

    Hallo Sascha, der Aufbau macht echt was her. Ich möchte mir gerne einen Gravel aufbauen, indem auch Reifen bis 2.0 gefahren werden
    können. Meinst du dies ist in dem Argon CX möglich, evt. in 27,5 wenn nicht in 28 Zoll? Danke und Grüße. Mike

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    • Sascha am 15. November 2018

      Hallo Mike,

      bei 27,5" sollte bis zu 2.1" Breite möglich sein. Allerdings ist der maximale Wert immer mit Vorsicht zu genießen. Die Reifenhersteller und deren Modelle fallen oft sehr unterschiedlich in der Breite aus. Wenn Du Dir unsicher bist, lässt Du Dich vlt. einmal telefonisch von unserem Service beraten, welche Reifen nicht zu Breit ausfallen, um hier auf Nummer sicher zu gehen. Und ich würde auch nicht über 2.0" gehen.

      Viele Grüße, Sascha

  • Stefan B. am 5. September 2018

    Hi Sascha, Das Argon CX hat auch mein Interesse geweckt. Dein Aufbau ist wirklich perfekt, allerdings hast du auch recht tief in die Tasche gegriffen.
    Interessant wäre eine Variante mit einem Budget unter 3000€.
    Grüße Stefan

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    • Sascha am 5. September 2018

      Hi Stefan, Dankeschön :) Bei meinem Aufbau habe ich tatsächlich alle Register hinsichtlich Ausstattung gezogen. Dennoch macht das Argon CX auch in einer günstigeren Ausstattung eine Menge Spaß! Mit der passenden 3T Carbongabel, einer SRAM Apex1 und einem Alu-Laufradsatz lässt sich hier ein super Gravelbike unter 3.000€ leicht realisieren. Gerne kannst Du dich dazu bei meinen Kollegen aus dem Kundenservice via 02405-450045 oder info@bike-components.de melden. Gruß, Sascha

  • Christian F. am 6. Juni 2018

    Hi Sascha, bin sehr begeistert von deinem Aufbau

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    • Christian F. am 6. Juni 2018

      Warum auch immer hat er die Hälfte des Textes nicht gesendet hehe

      Zu meinen Fragen zum Aufbau eines Argon CX.

      Was muss ich beachten wenn ich ein Argon CX mit 650B aufbauen möchte und in wie weit kann ich 2Fach Antriebe nutzen

      MFG Christian

    • Sascha am 7. Juni 2018

      Hi Christian,

      danke und gut das Du fragst. Es gibt bei dem Rahmen keine Freigabe für 650B. 2-fach ist aber grundsätzlich kein Problem wenn Du das Bike mit 28" aufbaust. Es gibt dazu eine entsprechende Schelle.

      Viele Grüße, Sascha

  • Peter E. am 14. April 2018

    Hi Sascha,
    gratuliere zu Deinem herausragenden Nicolai-Gravelbike-Aufbau. Gefällt mir sehr gut!

    Bin auch gerade schwer am überlegen mir ein Bike mit einem Nicolai CX Rahmen als Basis aufzubauen, allerdings gerne als Randonneur mit Lichtanlage + Nabendynamo, Schutzblechen und Heckgepäckträger (Tubus Fly o.ä.), evtl. sogar mit Pinion (dann in Verbindung mit Cinq Shift + TRP Hylex Integration) und Riemenantrieb.

    Deswegen meine Frage an Dich: Ist das CX dafür geeignet? - Falls der Rahmen keine entsprechenden Ösen hat: Könnte man diese evtl. nachträglich anbringen (lassen), ohne gleich einen Massrahmen bestellen zu müssen?

    Vielen Dank im Voraus und Grüße, Peter

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    • Sascha am 18. April 2018

      Hi Peter,

      danke sehr! Ich bin auch jedes Mal aufs neue begeistert, wenn ich eine Runde drehe. Zu Deiner Frage: Alle Argon CX Rahmen haben über den Sitzstreben drei Bohrungen, an denen eine Querstrebe montiert werden kann. Wichtig ist, dass der Rahmen mit verschiebbaren Slide-Ausfallenden bestellt wird, also nicht mit RADO Ausfallenden. Von nachträglichem anbringen von Ösen halte ich persönlich nicht so viel. Je nach Wunsch gibt es aber gerade bei Nicolai sicherlich Möglichkeiten. Das müsste man im Detail klären.

      Viele Grüße, Sascha

  • Michael C. am 2. April 2018

    Grundsätzlich finde ich Gewichte von Rahmen zweitrangig, aber bei für den Preis einen 2kg Rahmen halte ich für na ja. Zipps für mehr als 2000€ sind bei der bekannten Nabenqualität auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Daher ist das hier vorgestellte Rad ganz nett, aber mehr nicht.

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  • Marcos M. am 2. April 2018

    Hallo Sascha,

    hast Dir da echt ein Schmuckstück zusammengestellt. Bin sehr begeistert von deinem Bike. Daher habe ich eine Frage, könntest Du mir eventuell eine genauere Bescheibung der Anbauteile zukommen lassen, vor allem Lenker, Vorbau und Sattelstütze. Ich danke Dir schon mal im Voraus.

    Gruß Marco

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    • Sascha am 3. April 2018

      Hallo Marco,

      vielen Dank. Ich bin auch nach wie vor sehr begeistert und freue mich auf die ersten längeren Touren, jetzt wo der Frühling in den Startlöchern steht. Was genau benötigst Du an Infos? Die verwendeten Anbauteile werden im Blogbericht eigentlich über die Produktteaser angezeigt. Welche Informationen fehlen Dir noch? Dann reiche ich Dir diese gerne nach.

      Gruß Sascha

  • Martin M. am 29. November 2017

    Hallo Sascha,

    bist du schon mal im Bikepacking Mode, also mit Taschen, gefahren und reicht dann die 1x11 aus? Ich plane auch gerade und bin bei 2x11 aktuell, allerdings mit einem 29er Endurance MTB...

    Viele Grüße,
    martin

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    • Sascha am 29. November 2017

      Hallo Martin,

      ich habe mir für das Projekt die Ortlieb Lenker- und Satteltasche bestellt, bin sie aber noch nicht bepackt damit gefahren. Vermutlich kommt dann auch noch eine Rahmentasche dazu. Sobald ich hier wirklich Erfahrung sammeln konnte, lass ich es Dich gerne wissen. Einige Kollegen von mir haben schon Erfahrung gesammelt und sind prima mit 1x11 zurecht gekommen. Am Ende entscheidet sicher auch ein wenig das Gesamt-Gepäckgewicht und das Terrain darüber, was hier Sinn macht. Aber ich persönlich kann mir 2-fach an meinen eigenen Rädern nicht mehr vorstellen. Und wenn es dann wirklich mal richtig viel Gepäck wäre und ich ans Limit komme, hat man ja immer noch die Option ein anderes Kettenblatt zu wählen. Aber ohne Gepäck reicht mir die Gesamtkapazität vollkommen aus.

      Viele Grüße,
      Sascha

  • Johannes K. am 28. November 2017

    Schönes Rad, doch leider recht schwer zu diesem Preis. Vor allem Rahmenset sehr schwer und teuer.

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    • Sascha am 29. November 2017

      Hallo Johannes,

      danke! Ja das stimmt, es ist wirklich nicht der leichteste Rahmen. Aber mir war die Stabilität des Rahmens bei diesem Projekt sehr wichtig, da ich mit dem Rad auch gerne ausgedehnte Bikepacking-Touren machen möchte. Und wenn es um qualitativ hochwertige und stabile Rahmen geht, liegt Nicolai ganz weit vorne. Hier stimmt einfach die Verarbeitung bis ins letzte Detail. Und da ich noch bei unter 10 kg Gesamtgewicht ausgekommen bin, war das für mich ein guter Kompromiss.
      Viele Grüße, Sascha

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