Tipps gegen kalte Füße beim Radfahren
Winterradeln und kalte Füße gehören zusammen? Muss nicht sein! Mit unseren Tipps sagst Du frostigen Zehen beim Radfahren ade – und genießt jede Wintertour!
Die Sieger:innen des Sommers – und sei es nur beim Ortsschild-Sprint – werden im Winter gemacht. Grund genug, Dir eine „Pain Cave“ daheim einzurichten.
Du möchtest ohne Winterspeck und mit guter Form durch die kalte, nasse Jahreszeit kommen? Dann führt kaum ein Weg an einem Smarttrainer vorbei. Damit fährst Du Dir in der virtuellen Welt Deiner Lieblings-App einen Trainingsvorsprung für den Frühling raus – ganz ohne kalte Finger oder eingefrorene Zehen. Aber natürlich gilt auch indoor: Ein bisschen Quälerei muss sein, sonst bleibt der Trainingseffekt aus. Mit dem Wahoo Kickr Climb soll das Training in den eigenen vier Wänden noch authentischer und abwechslungsreicher werden. Wahoo verspricht, dass die Kombination aus Smarttrainer und Steigungssimulator das Gefühl echter Berge in Dein Wohnzimmer holt. Das soll nicht nur gut für die Motivation und den Spaß sein, sondern auch für Hintern und Hände. Wir haben das Setup für Dich getestet.
Bist Du hier aus Versehen gelandet und möchtest Dir eigentlich einen Überblick über verschiedene Indoor-Trainer-Systeme verschaffen, findest Du hier unseren Indoor-Trainer-Vergleich. Für weiteres Zusatzequipment schaue in unseren Beitrag zum Indoor-Cycling-Zubehör.
| Was bekommst Du? | 95 % des „großen“ Kickr-Feelings (Kickr V6) zum kleineren Preis |
| Ideal für: | ambitionierte Einsteiger:innen, preisbewusste Leistungssportler:innen, Zwift-Hobby-Racer:innen |
| Weniger geeignet für: | Pros mit Bedarf an kalibrierungsfreier, ultragenauer Leistungsmessung (+/- 1 % Abweichung), höherer Bremsleistung (2.200 W), maximaler Stabilität |
| Was ist im Lieferumfang enthalten? | Shimano-Road-Freilaufkörper, Schnellspanner (130, 135), Achsen (12x142, 12x148), Netzteil |
| Was brauchst Du noch? | ggf. passenden Freilaufkörper, passende Kassette |
Der Wahoo Kickr Core wird standardmäßig mit einem Shimano-Road-Freilaufkörper und ohne Kassette ausgeliefert. Da mein Bike mit einem Shimano-Antrieb ausgestattet ist, muss ich lediglich eine passende Kassette am Trainer montieren. Anschließend baue ich die Laufräder aus, setze Rahmen und Gabel auf die neuen, „digitalen Laufräder“ und befestige sie mit den passenden Achsen.
Im nächsten Schritt verbinde ich alle Komponenten über die Wahoo-Fitness-App miteinander. Zuerst kopple ich Smarttrainer, Headwind und die gewünschten Sensoren (z. B. Tritt- oder Herzfrequenz) mit der Wahoo-App. Danach verbinde ich den Steigungssimulator Kickr Climb direkt mit dem Kickr Core.
Für das Training in der virtuellen Welt benötigst Du ein Konto bei einer Trainingsplattform Deiner Wahl. Ich habe für diesen Test Zwift genutzt: Konto erstellen, Zwift-App runterladen und den Kickr Core mit Zwift verbinden. Und schon kann das Training starten!
Schaut zwar nicht mehr uneingeschränkt nach richtigem Fahrrad aus, funktioniert stationär aber sehr realitätsnah: Nach dem Ausbau der Laufräder übernehmen KICKR Core und Climb die Funktion von Hinter- und Vorderrad.
Die Verknüpfung sämtlicher Komponenten über die Wahoo-eigene Fitness App klappt erfreulich intuitiv.
Nachdem ich meinen Zwift-Avatar mit den ersten Tritten in Bewegung gesetzt habe, fällt mir auf, dass ich meine Begleitmusik nicht aufdrehen muss. Der Kickr Core arbeitet bemerkenswert leise. Die wenigen Geräusche stammen fast ausschließlich vom Antrieb meines Rades – erst bei kraftvollen Sprints wird es etwas lauter, aber es ist nie störend. Sicherheitshalber – auch zum Schutz des Bodens vor heruntertropfendem Schweiß – steht mein Setup aber auf einer dämpfenden Bodenmatte.
Der Kickr Core simuliert das virtuelle Streckenprofil hervorragend: Steigungen (bis 16 Prozent) und Abfahrten werden präzise (Abweichung der Leistungsmessung: +/-2 Prozent) über die Widerstandsveränderungen umgesetzt. Auch bei hohen Belastungen zeigt der Kickr Core beeindruckende Stabilität. Selbst, wenn ich aus dem Sattel gehe und hart antrete, bleibt er absolut standfest. Das vermittelt viel Sicherheit und motiviert mich, bei Attacken alles zu geben. Die maximale Bremsleistung von 1.800 Watt ist für mich völlig ausreichend. Meiner Einschätzung nach reizen die meisten von uns Hobbybiker:innen diesen Bereich nur selten aus.
Der überarbeitete Riemenantrieb des Kickr Core leistet bei der Kraftübertragung ganze Arbeit. Er überträgt Deine Tretleistung präzise und zuverlässig und rutscht nicht durch. Das 5,4 Kilogramm schwere Schwungrad trägt zusätzlich zum realistischen Fahrgefühl bei. Auf ebenen und leicht abfallenden Streckenabschnitten kann ich einfach dahinrollen – wie draußen auf der Straße.
Im hügeligen Terrain von Zwift, RGT oder anderen Trainingsplattformen spielt das Wahoo-Setup seine wahre Stärke aus: Sobald die virtuelle Straße auch nur leicht ansteigt, beginnt der Climb zu surren. Die Vorderachse meines Rades hebt sich sanft und ein Grinsen, wenigstens aber ein Schmunzeln, bleibt mir für den Rest der Fahrt ins Gesicht gezeichnet.
Der Kickr Climb verändert die Neigungen im Bereich von -10 bis +20 Prozent präzise. Auf längeren Anstiegen (wie der Alpe du Zwift mit konstant zweistelligen Steigungsprozenten), animierte mich die gehobene Vorderachse sogar zum Wiegetritt. Und auch trotz der stärkeren Belastung auf dem Lenker arbeitet der Climb erstaunlich leise, fließend und ruckelfrei. Durch das fest installierte Hinterrad fühlt sich der Bewegungsablauf zwar etwas steifer an als auf der Straße und die Bewegung passiert vor allem in der Hüfte. Aber ganz ehrlich: Das ist Jammern auf hohem Niveau. Das Setup ist klasse!
Durch die ständige Änderung der Winkel auf dem Fahrrad variieren auch die Druckpunkte auf meinen Sitzknochen. Selbst bei längeren Indoor-Einheiten kommt es nicht zu den typischen Problemen monotoner Belastungen im Sattel. Auch meine Hände und Rumpfmuskulatur waren begeistert von der Abwechslung.
Für strukturierte Trainingseinheiten (bei denen der Trainer feste Leistungen vorgibt) ist der Climb in der Werkseinstellung blockiert, sodass der Fokus der Fahrenden auf der zu tretenden Leistung und nicht dem Streckenprofil liegt. Für versierte Athlet:innen lässt sich diese Blockade aber auch abschalten. Möchtest Du den Kickr Core vorwiegend oder gar ausschließlich bei strukturierten Trainings nutzen, empfehle ich Dir die Anschaffung eines separaten Trittfrequenzsensors. Dieser ist nicht im Lieferumfang des Trainers enthalten.
Übrigens ist der Kickr Climb nicht nur mit dem Kickr Core, sondern mit (fast) allen Wahoo-Trainern ab 2017 kompatibel.
Wahoos „Pain-Cave“-Set wird komplettiert durch den Headwind. Dieser bläst mir beim Fahren kühlenden Wind entgegen. Das geschieht nach Belieben mit konstanter Windgeschwindigkeit oder passt sich via App dynamisch an Herzfrequenz oder In-Game-Geschwindigkeit an, um Fahrtwind zu simulieren. Letztgenannter Modus bildet den dritten Baustein des durchaus wirklichkeitsgetreuen Fahrerlebnisses. Angenehm unauffällig ist übrigens die Geräuschentwicklung des Headwind: Erst, wenn das Gebläse mit höchster Fahrtwindstärke Kopf und Oberkörper in den Wind stellt, hört man, dass auch der Headwind für die Abkühlung, die er schafft, arbeiten muss.
Der Wahoo HEADWIND komplettiert das Set. © Wahoo
Der KICKR Headwind komplettiert das Set.
Dem Aufbau einer persönlichen Pain Cave im Wohn-, Gäste- oder Arbeitszimmer steht mit diesem Set-Up nichts mehr im Weg außer dem inneren Schweinehund.
Der intelligente Kickr-Headwind-Ventilator rundet das Zusammenspiel aus Kickr Core und dem Kickr Climb perfekt ab. Das System ist nicht nur innovativ, es überzeugte mich auch durch die bedienungsfreundliche Wahoo-App und die intuitive Handhabung der Geräte. So lässt sich eine persönlichen „Pain Cave“ schnell und ohne viel Aufwand einrichten.
Wahoos Konzept, ein komplettes Trainings-Setup mit zwei zusätzlichen Simulationsebenen zu schaffen, geht voll auf: Der leistungsstarke Kickr Core entfaltet sein volles Potenzial im Zusammenspiel mit dem Kickr Climb und bietet absolut realitätsnahes Training. Wer das komplette Wahoo-System einmal getestet hat, wird es nicht mehr missen wollen.
Übrigens gibt es mittlerweile ein Update des Kickr Core: den Kickr Core 2. Der größte Unterschied zum Vorgänger ist die zusätzliche Verbindungsmöglichkeit via WLAN. Das sorgt laut Hersteller für eine stabilere und schnellere Verbindung, was Du besonders bei Sprints, Anstiegen oder bei virtuellen Rennen positiv spüren bemerkst. Sensoren wie Herz- oder Trittfrequenzmesser können dank der sogenannten Kickr Bridge direkt mit dem Smarttrainer verbunden werden. Zudem haben die Standfüße ein kleines Update erfahren und sollen einen einfacheren Aufbau sowie festeren Stand ermöglichen. LED-Lichter am Trainer geben einen schnellen Überblick über den aktuellen Funktionsstatus. Der Kickr Core 2 wird je nach Version mit einer Elf-Gang-Kassette oder einem Zwift Cog and Click für virtuelles Schalten ausgeliefert.
Der Kickr Core wird ohne Kassette und mit einem Shimano-Road-Freilaufkörper ausgeliefert. Je nachdem, welchen Antrieb Dein Bike hat, benötigst Du neben der passenden Kassette auch einen anderen Freilaufkörper.
Wenn Du Deinen Kickr Climb mit einem kompatiblen Smarttrainer und Trainings-App gekoppelt hast, steuert er jeden Anstieg automatisch. Du kannst die automatische Steigungssimulation aber auch ausschalten, wenn Du möchtest.
Der Kickr Core ist ziemlich leise, die primäre Geräuschentwicklung geht vom Antrieb aus. Stelle daher sicher, dass Dein Antrieb immer sauber und geschmiert ist! Zusätzlich empfehlen wir eine dämpfende Bodenmatte, so verringerst Du Resonanzen bei höheren Geschwindigkeiten.
Du solltest Deine Kette regelmäßig schmieren und prüfen, dass alle Schrauben am Bike mit dem entsprechenden Drehmoment angezogen sind. Zusätzlich empfehlen wir Dir, die Firmware Deiner Wahoo-Geräte aktuell zu halten.
Ja, Du musst Deinen Kickr Core regelmäßig kalibrieren. Wahoo empfiehlt etwa alle zwei bis vier Wochen oder bei Ortswechseln eine Kalibrierung, den sogenannten Spindown, durchzuführen. Folge dazu den Anweisungen in Deiner Wahoo-Fitness-App!