Der große Gravelbike-Reifen-Guide
Mit Reifentuning zu mehr Geschwindigkeit, Komfort oder Grip? Erfahre hier, wie Du Deinen perfekten Gravelbike-Reifen findest.
Beim Kauf eines Schlafsacks gibt es einiges zu beachten. Gewicht, Komforttemperatur, Kunstfaser oder Daune. Eine Einführung in die Welt der Schlafsäcke.
Neben einer passenden Isomatte ist der Schlafsack ein wichtiger Bestandteil des Schlafsystems für Deine Bikepacking-Tour. Wie sich die verschiedenen Füllmaterialien voneinander unterscheiden, wie wichtig das Gewicht ist, welche Schlafsackformen es gibt und was den richtigen Bikepacking-Schlafsack für Dich ausmacht, zeigen wir Dir in unserer Kaufberatung.
Schlafsäcke gibt es für jede denkbare Anwendung: vom Vanlife bis zur Hochgebirgsexpedition. Wir konzentrieren uns auf Schlafsäcke, die beim Bikepacking brillieren, aber auch für Trekkingtouren oder den Campingurlaub taugen. Was macht also einen guten Bikepacking-Schlafsack aus?
Selbst mit einem kompletten Taschen-Setup ist der Platz beim Bikepacking begrenzt. Besonders dann, wenn Du längere Touren bei kaltem und/oder nassem Wetter planst. Je kleiner sich der Schlafsack verpacken lässt, desto mehr Freiraum hast Du mit Deinem restlichen Gepäck.
Falls Du noch Fragen zum Taschen-Setup beim Bikepacking haben solltest, helfen wir Dir in unserem Ratgeber zu Bikepacking-Taschen weiter.
Das Gewicht ist für Bergsportler:innen alles, beim Bikepacking ist es im Vergleich nicht ganz so wichtig. Schließlich trägst Du die Last hier nicht an Deinem Körper, sondern am Rad. Trotzdem profitierst Du auch bei einem Bikepacking-Schlafsack von einem geringen Gewicht, denn jedes Gramm weniger am Rad erhöht Deinen Fahrspaß. Und vielleicht willst Du den Schlafsack ja doch auch mal im Rucksack durch die Welt schleppen?
Ein Ultraleicht-Schlafsack mit Minipackmaß bringt Dir nichts, wenn Du ständig frierst. Der Temperaturbereich sollte unbedingt zur Anwendung passen.
Let's face it! Auch mit wasserdichten Packtaschen kann Bikepacking ein ziemlich schmutziges und nasses Vergnügen werden. Je weniger Du Schönwetter-Pilot:in bist, desto mehr solltest Du auf die Robustheit Deines Schlafsacks achten, auch wenn das bedeutet, etwas mehr Packmaß und Gewicht in Kauf zu nehmen.
Trotz großem Taschen-Setup, ist der Platz für Ausrüstung beim Bikepacking begrenzt. Ein Schlafsack mit geringem Packmaß schafft Freiraum für weiteres Gepäck. © bc GmbH
Es gibt Decken- und Mumienschlafsäcke. Für Outdoor-Anwendungen hat die Mumie entscheidende Vorteile: Indem sie bei Bedarf nur ein kleines Sichtfenster freilässt und den Kopf umschließt, reduziert die Mumienkonstruktion den ansonsten sehr hohen Wärmeverlust über den Kopf. Für Dreijahreszeiten- oder Winternutzung und als Allrounder führt am Mumienschlafsack deshalb kein Weg vorbei. Für sommerliche Grammfuchser:innen auf Rekordjagd kann der Deckenschlafsack eine, wenn auch hoch spezialisierte, Alternative sein.
In Schlafsäcken kommen in der Regel Füllungen entweder aus Daune oder Kunstfaser (z. B. Primaloft) zum Einsatz. Beide Füllmaterialien haben zunächst die gleiche Aufgabe: isolieren. Zwischen bzw. in den Fasern entsteht ein temperaturstabiles Luftpolster. Dieses Luftpolster isoliert Deine Körperwärme von der Umgebungskälte. Je größer und stabiler dieses Luftpolster ist, desto besser. Deshalb isoliert Dein Schlafsack auch dort am wenigsten, wo Du das Füllmaterial komprimierst.
Weitere Infos dazu findest Du in den folgenden Kapiteln:
Im Verhältnis von Isolationsleistung zu Gewicht und Packmaß ist die Naturfaser nicht zu schlagen. Bei gleichem Gewicht und Packmaß sind Daunenschlafsäcke wärmer als ihre Kunstfaserpendants, beziehungsweise sind sie bei gleicher Isolationsleistung kleiner verpackbar und leichter. Verwendet wird robuste Enten- oder noch höherwertige Gänsedaune. Für die Wärme eines Daunenschlafsacks sind Füllmenge (in Gramm) und Bauschkraft (engl. Fillpower, gemessen in CUIN: cubic inches per ounze) der Daune entscheidend. Für beide Kennziffern gilt: je höher, desto wärmer. Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist das Mischungsverhältnis von Daune und Feder. Je höher der Daunenanteil, desto wärmer ist die Füllung bei gleichem Gewicht. Ab 90/10 aufwärts (entspricht 90 % Daune, 10 % Feder) ist sehr hochwertig. Daune kann pro Gramm Eigengewicht extrem viel Feuchtigkeit aufnehmen. Das sorgt für einen sehr hohen Schlafkomfort, da Du Dich nicht „schwitzig" fühlst. Allerdings fällt Daune ab einer gewissen Feuchtigkeitsaufnahme zusammen. Dadurch verliert sie große Teile ihrer Isolationsfähigkeit. Schweiß, Atemluft oder Kondenswasser allein können einer hochwertigen Daunenfüllung wenig anhaben, Regen ist aber in jedem Fall ein Problem. Einige Hersteller begegnen der Feuchtigkeitsempfindlichkeit mit einer wasserabweisenden Ausrüstung der Daune selbst, ähnlich wie etwa bei Jacken. Wir empfehlen Dir bei einem Daunenschlafsack, darauf zu achten, dass die Daunen aus tierschutzgerechter Haltung stammen, also mit dem sog. Responsible Down Standard (RDS) zertifiziert sind. Bei guter Pflege halten Daunenschlafsäcke nahezu ewig und sind sogar langlebiger als solche mit Kunstfaserfüllungen.
Die meisten Kunstfaserisolationen sind sogenannte Hohlfasern, die dem Fell des Eisbären nachempfunden sind. Das isolierende Luftvolumen steckt also in der Faser selbst. Die Kunstfasern werden meist, aber nicht ausschließlich, in Form von Matten verarbeitet. Eine relativ neue Entwicklung sind Kunstfasern, die – ähnlich wie Daune – lose in Kammern verarbeitet werden. Kunstfaserschlafsäcke sind sehr robust, einfach zu waschen, weitgehend unempfindlich gegen Feuchtigkeit und wärmen auch noch im nassen Zustand (der trotzdem unbedingt vermieden werden sollte). Sie sind zudem durch den Verzicht auf tierische Produkte vegan und meist kostengünstiger als Daunenschlafsäcke. Für Temperaturen weit unter null Grad sind Kunstfaserschlafsäcke jedoch nur noch eingeschränkt geeignet. Die benötigte Füllung ließe ihr Packmaß auf 20 Liter und mehr hochschnellen. Das würde sie zu schwer und groß für ein Bikepacking-Abenteuer machen.
Wenn Du auf minimales Packmaß und Gewicht setzt oder häufig bei Minustemperaturen unterwegs bist, greife tendenziell eher zur Daune. Erwartest Du viel Feuchtigkeit, verzichtest gern auf das schützende Zelt oder wirst den Schlafsack oft waschen, dann sieh Dich zuerst bei modernen Kunstfasern um!
Für Outdoor-Schlafsäcke werden meist drei Temperaturwerte ausgewiesen (gemäß EN 13537): Komfort-, Limit- beziehungsweise Grenztemperatur und Extremtemperatur. Um diese Werte zu ermitteln, werden normierte Puppen, die in Größe, Gewicht und Körperfett jeweils einen mitteleuropäischen Durchschnittsmann beziehungsweise eine Durchschnittsfrau abbilden sollen, zunächst auf Körpertemperatur erwärmt. Im Schlafsack, auf einer Isomatte liegend, wird dann in einer standardisierten Klimakammer der Wärmeverlust gemessen. Warum der ganze Aufwand? Weil Temperaturempfinden absolut subjektiv ist und neben der Person selbst auch von äußeren Faktoren wie Ermüdung, Ernährung, Luftfeuchtigkeit, Windchill und vielem mehr abhängt. Das Messverfahren soll sich einem durchschnittlichen Temperaturempfinden so gut es geht annähern.
Die abgeleiteten Werte liest Du wie folgt:
| Komforttemperatur: | Die Temperatur, bei der die „Normfrau" (160 Zentimeter, 60 Kilogramm) gerade noch nicht friert und bequem schläft. |
| Limit- bzw. Grenztemperatur: | Die Temperatur, bei der der „Normmann" (173 Zentimeter, 70 Kilogramm) gerade noch nicht friert und bequem schläft. |
| Extremtemperatur: | Die Temperatur, bei der die „Normfrau" (160 Zentimeter, 60 Kilogramm) mindestens sechs Stunden lang im Schlafsack überlebt. Punktuelle Erfrierungen sind möglich. |
Komfort-, Limit- und Extremtemperatur eines Schlafsacks werden unter standardisierten Bedingungen, wie hier im hauseigenen Test-Center von VAUDE, ermittelt. © bc GmbH
Für die Schlafsack-Kaufentscheidung spielen für Dich nur die Komforttemperatur und die Grenzwerte eine Rolle. Neigst Du zum Frieren, orientiere Dich in jedem Fall am Komfortwert! Bist Du weniger kälteempfindlich, schau in Richtung Grenztemperatur! Der Extremwert ist nur für Expeditionen und Alpinismus von Bedeutung, wo der Schlafsack buchstäblich das Überleben bis zum möglichen Eintreffen von Rettungskräften bestimmt. Ansonsten taugt er nur für den Stammtisch.
Die Komforttemperatur erreichst Du in der Regel mit geschlossener Kapuze und Wärmekragen. Schlafsäcke mit einem Komfortbereich um oder oberhalb von ca. 10 °C werden auch Sommerschlafsäcke genannt, solche mit einem Komfortbereich zwischen 0 und 10 °C Dreijahreszeitenschlafsäcke und dicke Tüten mit Komforttemperaturen deutlich im Minusbereich Winterschlafsäcke.
Schätze Deine Schlafsacknutzung realistisch ein und kaufe nicht aus falschem Sicherheitsbedürfnis Deinen Schlafsack viel zu dick und warm! Das kostet nicht nur Geld, Packmaß und Gewicht, sondern auch Schlafkomfort durch starkes Schwitzen. Orientiere Dich am besten an Deiner Regelanwendung und rechne etwas Reserve ein! Wenn es doch mal etwas kälter wird, gibt es Möglichkeiten, Schlafsäcke noch etwas zu „tunen". Mehr dazu haben wir für Dich im Kapitel:
Im eben beschriebenen Normmessverfahren haben eng geschnittene Schlafsäcke Vorteile: Die Normpuppe muss weniger Luft im Schlafsack warmhalten. Du unterscheidest Dich aber in einigen wesentlichen Punkten von der Normpuppe. Einer davon: Du bewegst Dich im Schlaf. Ist Dein Schlafsack so eng geschnitten, dass Du seine Füllung ständig mit Deinen Extremitäten komprimierst, verlierst Du Isolation und Dein Schlafkomfort leidet. Gönn Dir also grundsätzlich etwas Platz im Schlafsack. Eine Ausnahme sind Schlafsäcke mit Stretchnähten. Sie bewegen sich im Schlaf mit Dir und erlauben einen engen, gewichts- und wärmeoptimierten Schnitt – allerdings können sie im Packmaß nicht ganz mit ihren Geschwistern mit konventionellen Nähten mithalten.
Dein Schlafsack sollte zudem einige Zentimeter länger sein als Deine Körpergröße. So vermeidest Du, die Fußbox zu komprimieren, was mit kalten Füßen bestraft wird. Wenn Du mit stark angewinkelten Gliedmaßen schläfst oder Dich nachts viel bewegst, gönn Dir ein extra bisschen Platz im Schlafsack! Bist Du Rückenschläfer:in und bewegst Dich wenig, kannst Du mit einem engen Schnitt Packmaß und Gewicht sparen.
Ein etwas längerer und größerer Schlafsack gibt Dir den Raum, Dinge mit in den warmen Schlafsack zu nehmen. Wie wäre es mit einer Trinkflasche mit heißem Wasser gefüllt als Wärmflasche, der Kleidung für den nächsten Tag oder der Powerbank, die bei Körpertemperatur mehr leistet als bei Frost?
Der beste Schlafsack der Welt bringt ohne gute Isomatte nichts. Beides zusammen wird auch Schlafsystem genannt. Dort, wo Du das Isolationsmaterial des Schlafsacks mit Deinem Körpergewicht plattdrückst, kann es nicht wärmen. Du wirst also auch mit einem Expeditionsschlafsack für –40 Grad Celsius in einer kühlen Sommernacht auf nacktem Boden frieren. Die Isolationsleistung einer Matte wird mit dem sogenannten R-Wert angegeben. Je höher der ist, desto besser ist die Isolationsleistung und desto wärmer schläfst Du. Wie Du die richtige Isomatte fürs Bikepacking findest, liest Du hier.
Tipp: Mit einer tendenziell etwas wärmeren Matte schläfst Du auch in einem etwas zu „kalten“ Schlafsack oft noch bequem.
Wenn Du Dein Bikepacking-Setup vervollständigen möchtest, findest Du in unserem Ratgeber zu Bikepacking-Zelten hilfreiche Tipps für die Wahl des richtigen Zelts.
Bei richtiger Handhabung ist ein Schlafsack ein äußerst robuster Ausrüstungsgegenstand, der Dich lange begleiten wird. Ein paar Dinge solltest Du aber unbedingt beachten. Mit zusätzlichen Tricks kannst Du zudem noch ein paar Grad im Komfortbereich herauskitzeln.
Mit einfachen Tipps und Tricks verlängerst Du das Leben Deines Schlafsacks spielend leicht. On Top gibt es eine Extraportion Komfort. © bc GmbH
Beim Bikepacking sind insbesondere drei Dinge wichtig: geringes Gewicht, kleines Packmaß und ein zum Reisezeitraum passender Temperaturbereich. In der Praxis heißt das meist ein Mumienschlafsack mit Daunen- oder hochwertiger Kunstfaserfüllung. Als Faustregel für 3-Jahreszeiten-Touren in Mitteleuropa passt eine Komforttemperatur um die 0 bis 5 °C; im Hochsommer reicht ein leichter Sommerschlafsack. Wichtig ist, auch eine hochwertige und passende Isomatte zu wählen.
Schlafsäcke werden nach der Norm EN ISO 23537 mit drei Werten angegeben. Die Komforttemperatur ist die Temperatur, bei der eine durchschnittliche Frau gerade noch nicht friert und gut schlafen kann. Neigst Du zum Frieren, solltest Du Dich auf jeden Fall an den Komfortbereich halten. Bist Du wenig kälteempfindlich, kannst Du Dich an der Grenztemperatur orientieren. Die Extremtemperatur ist eine reine Überlebensangabe und für die Planung einer Bikepacking-Tour nicht relevant.
In warmen Hochsommernächten reicht meist ein leichter Sommerschlafsack mit einer Komforttemperatur von 15 Grad. Für kältere Sommernächte oder den klassischen 3-Jahreszeiten-Einsatz von Frühjahr bis Herbst solltest Du einen Schlafsack mit einem Komfortbereich von ca. 0 bis 7 °C wählen, für kalte Nächte oder Höhenlagen unter 0 °C. Plane lieber etwas Reserve ein, denn frieren ist meist unangenehmer als ein paar Gramm mehr Gepäck. Ergänzend wärmen ein Inlett und die richtige Isomatte.
Beide Materialien haben ihre Berechtigung. Daune bietet das beste Verhältnis von Wärme zu Gewicht und das kleinste Packmaß, ist langlebig, aber teurer und verliert bei Nässe ihre Wärmeleistung. Daunenschlafsäcke müssen möglichst trocken gehalten und dürfen nicht langfristig komprimiert gelagert werden. Kunstfaser ist günstiger, wärmt auch noch im feuchten Zustand, sie trocknet schnell und ist pflegeleichter. Kunstfaserschlafsäcke sind dafür schwerer und größer im Packmaß. Fürs ambitionierte, gewichtsbewusste Bikepacking ist Daune meist erste Wahl; wer oft bei Nässe unterwegs ist oder das Budget im Blick hat, fährt mit Kunstfaser gut.
Moderne synthetische Füllungen („Kunstdaune") sind deutlich besser geworden und kommen echter Daune näher. Sie erreichen aber bei gleichem Wärmewert nicht ganz das geringe Gewicht und kleine Packmaß eines Daunenschlafsacks. Der große Vorteil von Kunstdaune ist: Sie isoliert auch dann noch, wenn sie feucht wird. Zudem trocknet sie schneller. Für dauerhaft trockene Bedingungen und minimales Gepäck bleibt echte Daune vorn. Kunstfaser punktet bei Feuchtigkeit, Pflegeleichtigkeit und beim Preis.
Für Bikepacking ist der Mumienschlafsack fast immer die bessere Wahl: Er ist körpernah geschnitten, wärmt dadurch effizienter und ist leichter und kleiner verpackbar. Ein Deckenschlafsack bietet mehr Bewegungsfreiheit und lässt sich oft ganz öffnen, ist aber schwerer und voluminöser. Er eignet sich eher fürs Camping mit dem Auto. Wer die Enge der Mumie nicht mag, findet mit einem Quilt (deckenartig, nach unten offen) eine ultraleichte Zwischenlösung.
Als Orientierung: Ein guter 3-Jahreszeiten-Daunenschlafsack wiegt oft unter einem Kilogramm und lässt sich auf die Größe einer kleinen Melone komprimieren; ultraleichte Modelle liegen noch darunter. Kunstfaser wiegt bei gleicher Wärme etwas mehr und hat ein größeres Packmaß. Entscheidend ist, dass er in Deine Packtasche passt.
Der häufigste Grund ist die Kälte von unten: Ohne eine gut isolierende Isomatte (hoher R-Wert) hilft auch der beste Schlafsack wenig. Weitere Tipps: vor dem Schlafen etwas essen (der Körper braucht Brennstoff zum Heizen), eine Mütze tragen, trockene Kleidung anziehen, ein Inlett nutzen und nicht mit kaltem Körper in den Schlafsack steigen: kurz aufwärmen hilft. Eine Wärmflasche (z. B. die Trinkflasche mit warmem Wasser) wirkt ebenfalls Wunder.
Der verbreitete Rat „nackt schläft man am wärmsten" ist so pauschal ein Mythos. Richtig ist: Dicke Kleidung im Schlafsack komprimiert die Füllung von innen und schwächt genau die isolierende Luftschicht, die Dich warmhält. Ideal ist trockene (!), dünne Funktionswäsche (z. B. Merino), dazu trockene Socken und eine Mütze – verschwitzte Kleidung kühlt Dich aus.
Unterwegs solltest Du den Schlafsack morgens gut auslüften, damit die Körperfeuchtigkeit entweicht. Zu Hause solltest Du den Schlafsack nie dauerhaft im Kompressionssack lagern, sondern locker in einem großen Aufbewahrungssack. Wasche den Schlafsack so oft wie nötig und so selten wie möglich. Für einen Daunenschlafsack benötigst Du ein Spezialwaschmittel für Daune und er sollte nach etwas Lufttrocknung im Trockner mit ein paar Tennisbällen getrocknet werden, damit die Daune wieder aufbauscht. Kunstfaser sollte ebenfalls mit einem Spezialwaschmittel für Kunstfasern schonend gewaschen und anschließend getrocknet werden. So bleibt der Schlafsack über Jahre warm.
Hydrophob imprägnierte Daune nimmt Feuchtigkeit langsamer auf und behält ihre
Bauschkraft länger. Das ist auf Radreisen mit Regen oder Feuchtigkeit im Zelt ein echter Vorteil. Sie hebt die größte Schwäche der Daune aber nicht auf: Wird sie richtig nass, isoliert auch hydrophobe Daune kaum noch. Bei dauerhaft feuchten Bedingungen bleibt Kunstfaser die bessere Wahl. Für die meisten 3-Jahreszeiten-Touren ist hydrophobe Daune ein guter Kompromiss aus geringem Gewicht und etwas besserer Widerstandsfähigkeit gegen Feuchtigkeit.