MTB-Fahrwerk Glossar: Alle Begriffe erklärt!
Federkennlinie, Negativkammer und Shim Stack - Soweit klar? Falls nicht, hilft Dir unser Glossar zum Thema Mountainbike-Federung.
Specialized Turbo Levo R Expert im bc-Vergleichstest: Unser Kollege Berno hat das Levo R ausgiebig getestet und verrät hier seine Erkenntnisse.
Mit dem Turbo Levo R erweitert Specialized seine Full-Power-E-MTB-Palette um ein leichtes, agiles Trailbike. Doch fährt es sich tatsächlich lebendiger und direkter als das Turbo Levo 4? Wie schlägt es sich, wenn das Gelände anspruchsvoller wird? Wie groß sind die Unterschiede zwischen den beiden Bikes in der Praxis? Und für wen eignet sich welches Modell?
Um das herauszufinden, hat unser Kollege Berno nun das Levo R Expert im Langzeittest gefahren. Er gilt bei bike-components als Inhouse-Spezialist für die E-MTBs von Specialized: Bereits für unseren Vergleichstest des Turbo Levo 4 war er intensiv im Sattel unterwegs und privat fährt er ein Specialized Turbo Levo 3 Alloy LTD. Dementsprechend kennt Berno die Unterschiede zwischen den Bikes sehr gut und lässt uns hier wissen, was sein Praxistest ergab.
Berno und das Specialized Turbo Levo R Expert © bc GmbH
Specialized Turbo Levo R © bc GmbH
Ja, ich habe mich riesig darüber gefreut. Ich fahre seit vielen Jahren MTB und bin privat mit einem Forbidden Druid als Biobike und einem Specialized Turbo Levo 3 Alloy LTD unterwegs. Meine Hometrails sind kurze und steile Mittelgebirgs-Trails – mal wurzelig, mal steinig, mal flowig. Wenn die Zeit knapper ist oder ich meinen Radius erweitern möchte, nehme ich das E-MTB, ansonsten bin ich genauso gerne mit dem Biobike unterwegs.
Seit Januar 2024 arbeite ich bei bike-components im Online-Marketing und leite das Customer-Engagement-Team. Gemeinsam entwickeln wir die Customer Experience im bc-Shop kontinuierlich weiter und sorgen dafür, dass unsere Kund:innen ein einfaches, durchdachtes und angenehmes Einkaufserlebnis haben.
Berno testete das Levo R auf seinen Hometrails im Teutoburger Wald. © bc GmbH
Im Vergleich zum Turbo Levo 4 setzt das Levo R – mit Ausnahme der Größe S1 – auf 29-Zoll-Laufräder. Es ist laut Hersteller rund 2,6 Kilogramm leichter als vergleichbare Levo-4-Modelle und bietet etwas weniger Federweg. Damit positioniert Specialized es als leichtes, direktes Downcountry- beziehungsweise als „Rally-Bike" – daher auch das „R" im Namen.
Etwa 500 Gramm der Gewichtsersparnis kommen über den Rahmen, der Rest über die Komponenten. Beim Levo R Expert verbaut Specialized neben dem leichteren Fahrwerk auch leichtere Reifen und Bremsen sowie Carbonlaufräder.
Auch die Geometrie unterscheidet sich vom Levo 4: Das Levo R hat einen kürzeren Reach und Radstand, einen niedrigeren Stack, ein tieferes Tretlager sowie einen etwas steileren Lenkwinkel. Außerdem sind die Kettenstreben durch das größere Hinterrad etwas länger. Zusammen mit 140 Millimetern Federweg vorn und 130 Millimetern hinten soll sich das Rad agiler und präziser fahren, bietet aber etwas weniger Reserven in grobem Gelände. Die bekannten Geometrieverstellungen bleiben erhalten: Die Kettenstrebenlänge und Tretlagerhöhe lassen sich zweifach via Flip-Chip und der Lenkwinkel dreifach via Steuersatzschalen verstellen.
Das Levo R ist als Comp-Alloy-, Comp-, Expert und S-Works-Modell erhältlich. Das von uns getestete Expert sowie das Comp aus Alu und Carbon setzen auf den Specialized-3.1-Motor, der auch im Levo 4 Expert verbaut ist. Seit meinem Levo-4-Test hat Specialized mit einem „Over-the-Air"-Update jedoch nachgelegt: Der Motor leistet nun bis 810 Watt und liefert bis zu 105 Newtonmeter. Zum Zeitpunkt meines Levo-4-Tests waren es noch 666 Watt und 101 Newtonmeter. Das S-Works-Modell nutzt das stärkere S-Works-3.1-Aggregat mit bis zu 850 Watt und unveränderten 111 Newtonmetern.
Mit 140/130 Millimetern Federweg positioniert Specialized das Levo R als sportliches Trailbike. © bc GmbH
Das Turbo Levo R hat mich begeistert, das Bike macht extrem viel Spaß. Es fährt sich so, wie Specialized es verspricht: leichter, direkter und agiler als das Levo 4. Das passt perfekt zu meiner aktiven Fahrweise. Statt einfach über kleine Wurzeln hinwegzubügeln, animiert mich das Bike, kurz die Räder zu entlasten oder kleine Kanten aktiv mitzunehmen. Dadurch fährt es sich sehr verspielt. Auch gibt es mir mehr Feedback vom Untergrund. Genau das macht für mich den Reiz aus. Teilweise fühlt sich das Levo R eher wie ein Biobike als ein Full-Power-E-MTB an.
Meine Hometrails brauchen kein langhubiges Trailbike, ein 29er mit weniger Federweg ist wie gemacht für sie. Sie beginnen etwas steiler und technischer, werden später aber flacher und wurzeliger. Genau dort spielt das Levo R seine Stärken aus. Mit einer aktiven Fahrweise und sauberer Linienwahl kommt man gut durch den anspruchsvollen Teil. Im flachen, wurzeligen Teil nimmt das 29er enorm viel Geschwindigkeit mit, lässt sich spielerisch über den Trail bewegen und bleibt weniger zwischen den Wurzeln hängen. Es gab keinerlei Pedalrückschlag und ich konnte sogar wieder einige persönliche Bestzeiten einfahren.
Überrascht hat mich, wie spät das Levo R an seine Grenzen kommt. Natürlich merkt man bei hohen Geschwindigkeiten und ruppigen Trails das geringere Gewicht, den kürzeren Federweg und die etwas kleineren Reserven des Levo R im Vergleich zum Levo 4. Dafür belohnt das Bike eine aktive Fahrweise mit viel Fahrspaß. Wer meist im Mittelgebirge unterwegs ist, gerne selbst arbeitet und bewusst mit dem Trail spielt, wird das Levo R vermutlich passender finden als das Levo 4.
Bergauf fährt sich das Levo R gewohnt souverän, ich hatte immer ausreichend Traktion. Durch das geringere Gewicht ist es noch spritziger und durch den etwas steileren Lenkwinkel sowie die aggressivere Sitzposition lässt es sich in engen Kehren besser handeln.
Im Praxistest überzeugt das Turbo Levo R mit seinem verspielten und direkten Fahrverhalten. © bc GmbH
Für meine Körpergröße und auf meinen Hometrails kommt mir das Full-29-Konzept des Levo R voll zugute. Gerade auf den flacheren, wurzeligen Trail-Abschnitten rollt das große Hinterrad spürbar besser und hält mehr Geschwindigkeit. Wichtig zu wissen: Die kleinste Größe (S1) des Turbo Levo R wird als Mullet-Setup mit 29 Zoll vorne und 27,5 Zoll hinten ausgeliefert.
Ich liege zwischen den Größen S4 und S5 und bin das Levo R in der Größe S4, das Levo 4 in der Größe S5 gefahren. Dadurch ist der Vergleich der beiden Bikes nicht ganz eins zu eins: Der Größenunterschied betont das wendigere, poppigere Fahrgefühl des Levo R und die Laufruhe und Stabilität des Levo 4. Beide Bikes bin ich mit neutralem Lenkwinkel gefahren. Beim Levo R habe ich die niedrigere Tretlagerposition und lange Kettenstreben gewählt, beim Levo 4 die hohe Tretlagerposition und kurze Kettenstreben. Damit habe ich die Größendifferenz der beiden Bikes in Bezug auf den Radstand ein wenig reduziert, der Unterschied bleibt jedoch spürbar.
Wenn ich mir das Levo R kaufen würde – worüber ich definitiv nachdenke – würde ich mich für die Größe S5 und die kurze Kettenstrebenlänge entscheiden. So hätte ich etwas mehr Laufruhe, ohne den verspielten Charakter des Bikes zu verlieren. Außerdem wäre die Front etwas höher, was meiner Körpergröße und der gewünschten Position auf dem Bike zugutekäme.
Für alle, die das Specialized-S-Sizing nicht kennen: Anders als bei klassischen Rahmengrößen richtet sich die Größenwahl bei Specialized-Trailbikes nicht nur nach der Körpergröße, sondern auch nach dem gewünschten Fahrverhalten des Bikes. Kleinere Größen sorgen für mehr Wendigkeit, größere für mehr Laufruhe. Das S-Sizing geht von S1 bis S6 und deckt Körpergrößen von etwa 150 bis 203 Zentimetern ab.
Berno testete das Levo R in Größe S4. © bc GmbH
Bei der Ausstattung verfolgt Specialized konsequent das Konzept des Levo R: weniger Gewicht, direkteres Handling und klarer Fokus auf den Trail-Einsatz. Den größten Beitrag dazu leisten die Roval-Traverse-SL-II-Laufräder aus Carbon. Zusammen mit den leichteren Purgatory-Reifen mit Trail-Karkasse in 29 × 2,4 Zoll reduziert Specialized die rotierende Masse deutlich. Das merkte ich vor allem beim Beschleunigen und beim spielerischen Verhalten auf dem Trail.
Beim Fahrwerk setzt Specialized an der Front auf eine Fox 36 SL Performance Elite mit 140 Millimetern Federweg und einen Fox-FLOAT-Performance-Elite-GENIE-Luftdämpfer mit 130 Millimetern. Geschaltet wird mit der SRAM GX Eagle AXS Transmission, für die Verzögerung sorgen SRAM-Motive-Bronze-Bremsen mit 200-Millimeter-Bremsscheiben vorn und hinten. Eine X-Fusion-Manic-Dropper-Post sowie ein Aluminium-Cockpit runden die Ausstattung ab.
Typisch für Specialized verfügt auch das Turbo Levo R über ein SWAT-Aufbewahrungsfach im Unterrohr. Je nach verwendeter Akku-Größe (mehr dazu weiter unten) bietet es ausreichend Platz für die wichtigsten Dinge: Schlauch, Reifenheber und CO₂-Kartusche oder gar eine leichte Jacke.
Zum modernen System des Levo R gehören auch praktische Sicherheits- und Connectivity-Funktionen. So lässt sich das Motorsystem per Code elektronisch sperren. Darüber hinaus unterstützt es auch Apples „Wo-ist?“-Funktion, sodass sich das Bike im Fall der Fälle einfach orten lässt.
Leichte Roval-Carbonlaufräder und Purgatory-Reifen mit Trail-Karkasse tragen maßgebllich zum geringen Gewicht des Levo R bei. © bc GmbH
Mit zunehmendem Tempo in rauem Gelände habe ich irgendwann gemerkt, dass weniger das Fahrwerk, als vielmehr die Reifen an ihre Grenzen kamen – insbesondere bei Nässe. Die Purgatory-Reifen funktionieren bei trockenen Bedingungen und auf flowigen Trail-Abschnitten richtig gut und unterstreichen den spritzigen Charakter des Bikes. Auf nassen Wurzeln und Steinen hätte ich mir jedoch etwas mehr Grip gewünscht. Ich würde deshalb auf den Specialized Butcher mit einer stabileren Gravity-Karkasse wechseln – und dem Spec des Levo 4 folgen.
Positiv überrascht haben mich die Bremsen. Für mein Einsatzgebiet, Körpergewicht und ein Full-Power-MTB würde ich dennoch auf eine etwas kräftigere Bremse oder zumindest aber auf Bremsbeläge mit mehr Biss und größere Bremsscheiben setzen.
Sehr überzeugt hat mich das Fahrwerk: Gabel und Dämpfer vermitteln anders als erwartet deutlich mehr Reserven, als die 130 beziehungsweise 140 Millimeter vermuten lassen. Erst bei härteren Impacts oder Drops merkte ich, dass der Dämpfer nach hinten raus spürbar dicht macht. Insgesamt war das Fahrwerk jedoch super und passt zum Bike und Einsatzgebiet, daher würde ich daran nichts ändern.
Seit unserem Levo-4-Test hat Specialized dem 3.1-Motor per Over-the-Air-Update nicht nur mehr Spitzenleistung und Drehmoment spendiert, sondern die Software auch an einigen weiteren Stellen verbessert.
Besonders überzeugt haben mich das neue Dynamic Micro-Tune (1xYou). Der Motor reagiert spürbar sensibler auf meinen Krafteinsatz und passt die Unterstützung dynamisch darauf an. So lässt sich der Motor noch präziser kontrollieren. Gleichzeitig wurde der Motor-Overrun, also wie lange der Motor nach einem Pedalimpuls nachläuft, optimiert. Dadurch kann ich gezielt kurze Pedalimpulse geben, ohne dass der Motor länger unterstützt als gewünscht. Beide Punkte machen vor allem auf technischen Trails einen Unterschied für mich, da ich die Unterstützung gezielter einsetzen und etwa Kanten oder Stufen kontrollierter überwinden kann.
Zusätzlich reduziert der Motor die Unterstützung sanfter, wenn ich mich der gesetzlich erlaubten Unterstützungsgrenze nähere. Dadurch wirkt der Übergang weniger abrupt. Neu sind außerdem die drei verschiedenen Walk-Modi, mit denen ich die Schiebehilfe feiner an das Gelände und meine eigenen Vorlieben anpassen kann.
Abschließend kann ich sagen, dass für mich nicht die zusätzliche Leistung das Highlight des Updates ist, sondern das insgesamt präzisere Fahrgefühl. Wer also bereits ein Turbo Levo 4 oder R besitzt, sollte das Update auf jeden Fall installieren. Die Verbesserungen sind auf dem Trail spürbar und machen das Fahren eines Full-Power-E-MTBs noch natürlicher.
Während meines Tests bin ich bei den Werkseinstellungen geblieben. Wenn ich mich für das Bike entscheiden würde, würde ich den Trail-Modus etwas kräftiger abstimmen und den Turbo-Modus ausschließlich für längere, steilere Anstiege nutzen.
Gerade bergab fahre ich fast immer im Trail-Modus, da mir der Overrun im Turbo-Modus etwas zu unpräzise ist, wenn ich auf technischen Trails kurze Pedalimpulse gebe. Mit einer angepassten Abstimmung könnte ich den Trail-Modus für den Großteil meiner Touren nutzen und den Turbo wirklich nur dann aktivieren, wenn ich bergauf die maximale Unterstützung brauche.
Auch den Eco-Modus würde ich etwas stärker einstellen. Den habe ich während des Tests kaum genutzt, außer bei einer großen Tour mit rund 50 Kilometern und 1.700 Höhenmetern im Harz. Zum Schluss hatte ich noch mehr als 25 Prozent Akku-Ladung übrig – da wäre also noch etwas mehr Unterstützung möglich gewesen.
Präzise Kontrolle bergauf dank des neuen Motor-Updates. © bc GmbH
Specialized bleibt dem Konzept des ins Oberrohr integrierten Displays treu. Wie auch beim Levo 4 ist es ausreichend groß, scharf und kontrastreich. Es kommt auch die gleiche Lenker-Remote zum Einsatz. Insbesondere der Knopf für die Schiebehilfe ist bei der neuen Remote deutlich einfacher mit dem Daumen erreichbar als beim alten System. Wenn es mal steil über Stock und Stein nach oben geht, hat man damit mehr Kontrolle. Einen kleinen Kritikpunkt habe ich allerdings: Mir ist es mehrfach passiert, dass ich beim Wechsel der Unterstützungsstufen oder mit dem Knie versehentlich die obere Taste betätigt habe. Dadurch wechselt die Anzeige im Display. Nicht besonders schlimm, aber manchmal kann es ein wenig nerven.
Gut ablesbar: Das Display des Specialized-3.1-Systems. © bc GmbH
Während meines Tests bin ich ausschließlich den 840-Wattstunden-Akku gefahren. Für meine typischen Feierabendrunden würde ich mich vermutlich für den 600-Wattstunden-Akku entscheiden und wochenends mit dem großen Akku unterwegs sein. Diese Flexibilität gefällt mir, weil ich auf kürzeren Touren noch einmal rund 1,2 Kilogramm (Herstellerangabe) Gewicht sparen könnte. Gerade wenn ich, wie bereits erwähnt, auf griffigere und etwas schwerere Reifen oder kräftigere Bremsen wechseln würde, ließe sich das zusätzliche Gewicht über den kleineren Akku zumindest teilweise ausgleichen.
Berno testete das Turbo Levo R mit dem serienmäßig verbauten 840-Wh-Akku. © bc GmbH
Specialized bietet einen 280-Wattstunden-Range-Extender für den Flaschenhalter an. Er wiegt laut Hersteller 1,6 Kilogramm und man kann ihn entweder in Kombination mit den beiden anderen Akkus oder auch allein fahren. Bei letzterem spart man 2,8 Kilogramm ein. Ich habe ihn während meines Tests nicht ausprobieren können, finde es aber ein spannendes Konzept für Einsätze, bei denen man das Gewicht richtig reduzieren möchte, etwa bei kurzen Feierabendrunden oder im Bikepark. Oder natürlich, wenn man die Gesamtkapazität hochschrauben möchte.
Mit der Reichweite war ich durchweg zufrieden und ich musste mir nie Gedanken über den Ladestand machen. Ich konnte zwei Runden mit derselben Akkuladung fahren und mit dem mitgelieferten Vier-Ampere-Ladegerät war der Akku in wenigen Stunden wieder vollständig aufgeladen.
Das Levo R ersetzt das Turbo Levo 4 nicht, sondern ergänzt die Modellpalette um eine sportlichere und direktere Alternative für Fahrer:innen, die weniger Federweg und Gewicht zugunsten eines agileren Fahrverhaltens bevorzugen.
Mich persönlich hat das Levo R begeistert. Das geringere Gewicht und die verspieltere Geometrie passen perfekt zu meiner Fahrweise und meinem Einsatzgebiet. Es kommt dem Handling eines Bio-Trailbikes näher, nimmt viel Geschwindigkeit mit und liegt aber E-MTB-typisch satter und ruhiger auf dem Trail.
Das Levo R hat mir vor allem gezeigt, dass sich Full-Power-E-MTBs weiterentwickelt haben. Full-Power bedeutet heute nicht mehr automatisch viel Federweg und ein Gewicht von Mitte zwanzig Kilo. Stattdessen gibt es in dieser Kategorie immer stärker spezialisierte Konzepte: vom Downhiller mit „integriertem Shuttle" über aggressive Trail-/Endurobikes bis hin zu leichten und agilen Downcountry-Bikes. Diese Entwicklung finde ich richtig spannend.
Bernos Levo-R-Fazit: Leicht, agil und verdammt spaßig. © bc GmbH
Wer ein verspieltes, direktes Trailbike sucht, gerne flowigere Trails fährt oder ein E-MTB möchte, das dem Handling eines Bio-Bikes näherkommt, wird mit dem Levo R vermutlich glücklicher. Es rollt leichter, nimmt auf flachen Trails viel Geschwindigkeit mit und reagiert sensibler auf Rider-Input. Auch auf technisch anspruchsvollen Trails schlägt es sich hervorragend – vorausgesetzt, man bringt eine gute Fahrtechnik, saubere Linienwahl und eventuell ein Reifen- und Bremsenupgrade mit. Dabei muss man sich natürlich bewusst sein, dass man weniger Reserven hat und mehr Feedback vom Untergrund bekommt.
Das Turbo Levo 4 richtet sich hingegen an Fahrer:innen, die ein klassisches Full-Power-E-MTB mit mehr Federweg und größeren Reserven suchen. Wer häufig auf anspruchsvollen Trails, im alpinen Gelände oder im Bikepark unterwegs ist, profitiert von der abfahrtslastigen Geometrie und Ausstattung des Levo 4. Es fährt sich souveräner und sorgloser, verlangt aber auch etwas mehr Körpereinsatz, um das Bike zu bewegen oder Geschwindigkeit aufzubauen, wenn der Trail mal etwas flacher und flowiger ist.
Übrigens: Wer den Fokus klar auf anspruchsvolle Enduro-Trails, Bikepark-Einsätze ohne Lift und Shuttle und maximale Downhill-Performance legt, sollte auch einen Blick auf das Turbo Levo Evo werfen. Mit 180 Millimetern Federweg an der Front, 170 Millimetern am Heck und entsprechend robusten Komponenten ist es für harte Trails gemacht.
Das Specialized Turbo Levo R Expert ist ein leichtes Full-Power-E-MTB mit Carbonrahmen. Mit 140 mm Federweg vorn und 130 mm hinten ist es als Trailbike einzuordnen und fährt sich sehr agil und direkt. Es ist serienmäßig mit einem 840-Wh-Akku und einem Specialized-3.1-Motor (105 Nm, 810 W Spitze) ausgestattet.
Das Levo R eignet sich besonders für Fahrer:innen, die ein leichtes, verspieltes Trail-E-MTB mit direktem Handling suchen. Wer dagegen häufiger im alpinen Gelände oder auf sehr anspruchsvollen Trails unterwegs ist, profitiert vom größeren Federweg und der höheren Laufruhe des Turbo Levo 4.
Das Levo R Expert ist ein wendiges Trailbike mit weniger Federweg (140/130 mm) und reduziertem Gewicht. Das Levo 4 ist ein langhubiges Trailbike mit mehr Federweg (160/150 mm) und bietet mehr Laufruhe. Beide Modelle nutzen den Specialized-3.1-Motor und gehören zur Kategorie der Full-Power-E-MTBs.
Das Specialized Levo R Expert ist mit einem Fox-Fahrwerk (36 SL Performance Elite, Float Performance Elite Genie), einer SRAM GX Eagle AXS Transmission, SRAM-Motive-Bronze-Bremsen und Roval-Traverse-SL-II-Carbonlaufrädern ausgestattet. Die Komponenten sparen im Vergleich zum Turbo Levo 4 Expert einiges an Gewicht ein.
Das Specialized Turbo Levo R Expert wiegt laut Hersteller 21,76 Kilogramm in der Größe S3. Damit ist es rund 2,6 Kilogramm leichter als ein vergleichbares Levo-4-Modell und unterstreicht damit den verspielten Charakter.
Der Specialized-3.1-Motor leistet nach dem aktuellen Update bis zu 810 W und liefert ein maximales Drehmoment von 105 Nm. Das Ansprechverhalten ist sehr direkt, die Dosierbarkeit der Unterstützung sehr präzise und er läuft sehr leise. Entwickelt wurde der Motor – wie seine Vorgängermodelle – in enger Kooperation mit Brose.