SRAM Transmission: Mechanisch vs. elektronisch
Du schwankst zwischen der neuen mechanischen und der bewährten elektronischen SRAM Eagle Transmission? Unser Guide zeigt alle Vor- und Nachteile auf.
Ob Shimano- oder SRAM-Antrieb: Wie Du Deine Kettenschaltung am Mountainbike oder E-MTB sauber einstellst, erfährst Du hier.
Die Schaltung eines Fahrrads ist ein komplexes System, in dem mehrere mechanische Bauteile zusammenarbeiten. Damit alles reibungsarm und effizient funktioniert, müssen sie optimal aufeinander eingestellt sein. Eine Schaltung einzustellen, wirkt oft komplizierter, als es tatsächlich ist. Entscheidend ist Dein Verständnis für die Mechanik: Jede Schraube hat eine bestimmte Aufgabe. Wenn Du weißt, welche das ist, weißt Du genau, an welcher Schraube Du drehen musst, um das Problem zu beheben.
Da an den meisten Mountainbikes, E-MTBs eingeschlossen, mittlerweile ein Einfach-Antrieb montiert ist, bei dem nur noch hinten geschaltet wird, ist das Einstellen weniger komplex als früher mit Schaltwerk und Umwerfer. Dafür ist eine etwas genauere Feineinstellung gefragt, weil die Abstände der einzelnen Ritzel der Kassette geringer sind, als es früher der Fall war. Wie das geht, zeigen wir Dir in den nächsten Schritten. Und falls Dein Rad einen Umwerfer hat, zeigen wir Dir in unserem „How-to: Umwerfer einstellen“, wie Du den Umwerfer richtig einstellst.
Moderne 1x12-Antriebe sind mittlerweile Standard am Mountain Bike. Hier: SRAM GX Eagle.
Und hier: Shimano XTR. Die Funktionsweise ist jedoch bei beiden Herstellern nahezu gleich.
Damit Deine Schaltung gut funktioniert, muss sie nicht nur korrekt eingestellt sein, sondern die Bauteile müssen:
Mehr dazu erfährst Du hier:
Hier siehst Du alle Einstellschrauben auf einen Blick. © bc GmbH
Bevor es an das Einstellen geht, hier noch ein kurzer Überblick über die drei Einstellschrauben eines modernen mechanischen Schaltwerks – am Beispiel eines SRAM-Eagle-12-fach-Schaltwerks. Die Schrauben, deren Funktion und Anordnung sind bei den meisten SRAM- und Shimano-Schaltwerken gleich. SRAM-T-Type-Schaltwerke bilden eine Ausnahme.
1. B-Schraube (B-Screw)
Mit dieser Schraube stellst Du den Abstand des oberen Schaltröllchens zur Kassette ein. Dadurch verändert sich auch der Umschlingungsgrad der Kette am jeweiligen Ritzel.
2. L-Schraube (Low Limit Screw)
Mit dieser Schraube stellst Du die innere Begrenzung des Schaltwerk-Schwenkbereichs am größten Ritzel der Kassette ein.
3. H-Schraube (High Limit Screw)
Mit dieser Schraube stellst Du die äußere Begrenzung des Schaltwerk-Schwenkbereichs am kleinsten Ritzel der Kassette ein.
Jetzt geht es an die eigentliche Einstellung des MTB-Schaltwerks. Wir zeigen Dir Schritt für Schritt, wie Du Endanschläge, Zugspannung und Umschlingung richtig einstellst.
Vorab allgemein zu den Endanschlägen des Schaltwerks: Der Schwenkbereich des Schaltwerks wird über die L- und die H-Schraube begrenzt. So wird verhindert, dass das Schaltwerk zu weit nach innen oder außen schwenkt. Stimmt die Einstellung nicht, kann die Kette beim Schalten in den leichtesten oder schwersten Gang über das jeweilige Ritzel hinwegspringen und sich zwischen Kassette und Speichen beziehungsweise Rahmen verklemmen.
Zuerst wird der äußere Endanschlag mit der H-Schraube (High-Limit-Screw oder H-Screw) eingestellt. Am besten nimmst Du diese erste Einstellung vor, bevor Bowdenzug und Kette montiert sind. Die H-Schraube ist die Begrenzung für die Auslenkung am unteren Bereich der Kassette. Das „high" steht für die höchste Übersetzung, also den schwersten Gang bzw. das kleinste Ritzel.
Schalte zunächst auf das kleinste Ritzel! Sind Bowdenzug und Kette bereits montiert, reduziere die Zugspannung des Schaltwerks über die Spannschraube am Schalthebel. Du findest sie an der Verbindung von Außenhülle und Schalthebel. Drehe die Schraube komplett hinein, das heißt im Uhrzeigersinn bei Blickrichtung von Außenhülle zum Schaltgriff! Jetzt kannst Du das Schaltwerk über die H-Schraube einstellen. Drehst Du sie im Uhrzeigersinn, wird der Anschlag nach innen, also Richtung Laufrad, verschoben. Drehst Du gegen den Uhrzeigersinn, stellst Du den Anschlag weiter nach außen, Richtung Rahmen. Ziel ist es, dass das obere Schaltröllchen genau unterhalb des kleinsten Ritzels der Kassette steht.
Drehst du die H-Schraube im Uhrzeigersinn, verstellst du den Anschlag nach innen, in Richtung Laufrad. © bc GmbH
Der Schaltzug liegt bei unserem SRAM-Schaltwerk in einem kleinen Kanal, der in das Klemmplättchen gefräst ist. © bc GmbH
Jetzt wird der Zug geklemmt und die Zugspannung eingestellt. Als Faustregel gilt: Befindet sich das Schaltröllchen unterhalb des kleinsten Ritzels, sollte der Schaltzug minimal vorgespannt sein. Am Schaltgriff befindet sich dort, wo der Zug aus dem Schaltgriff austritt, eine kleine Rändelschraube, die werkzeuglos verstellt werden kann. Drehe sie komplett hinein (im Uhrzeigersinn) und dann wieder ein bis zwei Umdrehungen heraus (gegen den Uhrzeigersinn), bevor Du einen neuen Zug klemmst. So hast Du für anschließende Feinjustierungen der Zugspannung ausreichend Spielraum in beide Richtungen.
Ist der Schaltzug in dieser Einstellung am Schaltwerk zu stark gespannt, zu sehr entspannt oder befindet sich das Schaltröllchen nicht exakt unterhalb des kleinsten Ritzels, muss die Klemmung des Zuges am Schaltwerk nachgestellt werden. Wurde ein Schaltzug bereits mehrfach an- und abgeklemmt, sollte er getauscht werden, um zu verhindern, dass er reißt. Ist der Schaltzug korrekt geklemmt, kann der überschüssige Teil mit einem Bowdenzugschneider abgeschnitten werden. Zum Schutz des abgeschnittenen Endes wird eine Endhülse auf den Zug gequetscht.
Nun stellen wir den inneren Endanschlag mithilfe der L-Schraube (Low-Limit-Screw oder L-Screw) ein. Schalte hierzu auf das größte Ritzel! Nun sollte sich das obere Schaltröllchen genau unterhalb des größten Ritzels befinden – und sich auch bei einem Durchdrücken des Schalthebels nicht weiter nach innen bewegen. Steht das Schaltröllchen zu nah an den Speichen, drehe die L-Schraube im Uhrzeigersinn, bis das Schaltröllchen genau unterhalb des Ritzels steht! Die L-Schraube sollte nun gerade so das Schaltwerk berühren.
Kannst Du das Schaltwerk nicht in den leichtesten Gang schalten, prüfe, ob es durch den Endanschlag blockiert wird. Ist das der Fall, löse die L-Schraube etwas, indem Du sie gegen den Uhrzeigersinn drehst! Die Einstellung ist perfekt, wenn sich das Schaltwerk gerade so, aber ohne Widerstand, in den leichtesten Gang schalten lässt.
Drehst du die L-Schraube im Uhrzeigersinn, verstellst du den Anschlag in Richtung der kleineren Ritzel. © bc GmbH
Drehst du die Umschlingungsschraube gegen den Uhrzeigersinn, hebt sich das Schaltröllchen und Du vergrößerst die Umschlingung. © bc GmbH
Mit der B-Schraube stellst Du den Abstand zwischen dem oberen Schaltröllchen und der Kassette ein. Je nach Abstand verändert sich damit auch die Umschlingung der Kette am jeweiligen Ritzel. Steht das obere Schaltröllchen zu nah an der Kassette, kann es beim Schalten gegen das nächstgrößere Ritzel stoßen und den Schaltvorgang behindern. Ist der Abstand dagegen zu groß, schaltet das Schaltwerk nicht mehr präzise oder sogar nicht.
Je nach Hersteller und Schaltwerksserie unterscheidet sich die nötige Einstellung etwas. Beachte daher immer die Vorgaben des Herstellers! SRAM bietet beispielsweise Einstellehren (Chain Gap Tool) für die Einstellung bestimmter Eagle-Schaltwerke an. Bei neueren Shimano-Schaltwerken findest Du eine Markierung am Käfig, die Dir bei der Einstellung hilft.
Bei Schaltwerken ohne konkrete Herstellerempfehlung gilt: Der Abstand zwischen Ritzel und oberem Schaltröllchen sollte so klein wie möglich und so groß wie nötig sein. Denn je größer der Umschlingungswinkel ist, desto besser ist die Kraftverteilung und desto geringer der Verschleiß an den Komponenten. Schalte zur Einstellung auf das größte Ritzel! Drehst Du die Umschlingungsschraube gegen den Uhrzeigersinn, verringerst Du den Abstand und die Umschlingung vergrößert sich. Drehst Du die Schraube im Uhrzeigersinn, vergrößerst Du den Abstand und verringerst die Umschlingung.
Nun wird das Schaltwerk, falls nötig, mit der Spannschraube am Schalthebel fein eingestellt. Schalte einzeln vom leichtesten in den schwersten Gang und wieder zurück. Wechselt die Kette einwandfrei und ohne Rasseln von Ritzel zu Ritzel, ist alles gut. Erfolgen die Gangwechsel unsauber oder rasselt die Kette, gehe folgendermaßen vor:
Lässt sich die Kette nur schlecht auf das nächstgrößere Ritzel schalten, solltest Du die Zugspannung erhöhen. Drehe dazu die Schraube in Viertelumdrehungen gegen den Uhrzeigersinn (Blickrichtung von Außenhülle zum Schaltgriff) und wiederhole den Schaltvorgang!
Lässt sich die Kette nur schlecht auf das nächstkleinere Ritzel schalten, solltest Du die Zugspannung reduzieren. Drehe die Schraube in Viertelumdrehungen im Uhrzeigersinn (Blickrichtung von Außenhülle zum Schaltgriff)!
Hier gilt es nun, den „Sweet Spot" zu treffen, bei dem die Kette ohne Widerstand und ohne Rasseln sowohl auf ein benachbartes größeres als auch auf ein kleineres Ritzel wechselt.
Bis das Schaltwerk geschmeidig hoch und runter schaltet, kann es nötig sein, die Kassette mehrfach in beide Richtungen durchzuschalten. Eventuell musst Du dabei mehrmals kleine Korrekturen vorzunehmen.
Gut zu wissen: Ein neuer Schaltzug wird sich während der ersten Fahrten etwas längen. Es ist also normal, dass Du das Schaltwerk nach einer Einfahrzeit etwas nachstellen musst.
Mit der Stellschraube am Ausgang des Schaltgriffs wird die Zugspannung eingestellt. © bc GmbH
Einstellen war gestern: Auch die mechanische Transmission ist im nu angebaut und funktionsbereit. © Eric Junker
Die Einstellung eines SRAM-Eagle-Transmission-Schaltwerks erfolgt grundlegend anders als bei einem klassischen Schaltwerk – und ist gleichzeitig einfacher und schneller. Da das Schaltwerk direkt am Rahmen montiert wird, entfallen die klassischen H-, L- und B-Schrauben. Stattdessen wird die Grundposition mithilfe eines Setup-Key und eines festgelegten Setup-Ritzels eingestellt.
Damit Du Deine Schaltung optimal einstellen kannst, müssen alle Teile des Antriebs und der Schaltung miteinander kompatibel sein. Schaltwerk und Schaltgriff müssen vom gleichen Hersteller und idealerweise aus der gleichen Serie stammen. Besonders wichtig sind die Schaltstufen: ein 12‑fach-Schaltwerk kann nur von einem 12-fach-Schaltgriff des gleichen Herstellers angesteuert werden; es kann ausschließlich eine 12-fach-Kassette und -Kette benutzt werden. Shimano- und SRAM-Bauteile sollten nicht gemixt werden. Das führt in der Regel zu Problemen und im schlimmsten Fall funktioniert die Schaltung überhaupt nicht mehr. Kompatible Teile gibt es auch von anderen Herstellern. Je nach Kombination können die Originalbauteile des jeweiligen Gruppenherstellers jedoch für eine bessere Schaltperformance sorgen.
Für beste Performance ist ein markenreines, in sich kompatibles System obligatorisch. Hier: Shimano XT 12-fach. © bc GmbH
Grobe Verschmutzungen, insbesondere an Ritzeln, Kette und Schaltröllchen, können Probleme beim Schalten verursachen. Eine regelmäßige, gründliche Reinigung und Pflege des Fahrradantriebs ist daher wichtig. Achte darauf, dass die Kette sauber und ausreichend geschmiert ist und sich die Gelenke des Schaltwerks sauber und leichtgängig bewegen lassen! Nach häufigem Waschen solltest Du alle beweglichen Teile des Schaltwerks sowie die Lager der Schaltröllchen mit einem geeigneten Schmiermittel pflegen.
Weniger Dreck bedeutet weniger Reibung. Alle beweglichen Teile der Schaltung müssen sauber und geschmiert sein. © bc GmbH
Auch verschlissene oder lockere Bauteile können die Ursache für Schaltungsprobleme sein. Prüfe deshalb die wichtigsten Komponenten von Zeit und zu Zeit – und vor allem dann, wenn du Schaltprobleme hast.
Kette: Prüfe die Kette mit einer Kettenverschleißlehre auf Längung. Im Blogbeitrag „How-to: Verschleißcheck Kette“ erfährst Du, wie das geht. Eine stark verschlissene Kette kann die Schaltperformance beeinträchtigen und auch andere Bauteile verschleißen. Wenn Du sie austauschen musst, erklären wir Dir im Artikel „MTB-Kette wechseln“ alle Details.
Die Längung der Kette wird mit einer Verschleißlehre ermittelt. © bc GmbH
Kassette: Fasse das größte Ritzel an zwei gegenüberliegenden Stellen und versuche die Kassette seitlich zu bewegen! Sie sollte kippel- und spielfrei auf dem Freilauf sitzen. Kontrolliere außerdem, ob Kassettenverschlussring und Steckackse mit dem vom Hersteller empfohlenen Drehmoment angezogen sind. Prüfe dann den Verschleiß der einzelnen Ritzel! Sind die Zähne stark abgenutzt, verbogen oder abgebrochen, sollte die Kassette getauscht werden. In unserem Blogbericht zum Kassettenwechsel am MTB erfährst Du mehr.
Ganz klar: Neu und Gebraucht. Aber wann wechseln? Das ist nicht immer leicht zu beurteilen. Die Kassette rechts ist noch gut in Schuss. © bc GmbH
Schaltwerk: Das Schaltwerk muss fest und mit dem vorgeschriebenen Drehmoment am Schaltauge verschraubt sein. Prüfe, ob es beschädigt ist oder seitliches Spiel hat. Auch die Schaltröllchen sollten sich nicht seitlich kippen lassen und die Zähne nicht verschlissen oder beschädigt sein. Moderne Schaltwerke von Shimano und SRAM besitzen eine Reibungskupplung, die die Kettenspannung erhöht und so Kettenschlagen reduziert. Lässt sich der Schaltwerkskäfig mit der Hand nahezu widerstandslos nach vorn drücken, kann die Kupplung verschlissen sein – hast Du ein Shimano-Schaltwerk, ist sie eventuell nur deaktiviert. Prüfe, ob der Hebel auf „on" steht!
Prüfe den Widerstand des Käfigs sowie eventuelles Spiel in den Gelenken und Röllchen! © bc GmbH
Schaltauge: Schlägt das Schaltwerk gegen einen festen Gegenstand, kann sich das Schaltauge verbiegen oder bei einem stärkeren Einschlag sogar brechen. Als Sollbruchstelle kann das Schaltauge so größere Schäden am Schaltwerk und am Rahmen verhindern. Ein verbogenes Schaltauge lässt eine saubere Einstellung der Schaltung nicht mehr zu. Oft lässt es sich mit einem Schaltaugen-Richtwerkzeug korrigieren. Bei Rissen oder deutlichen Beschädigungen sollte es ersetzt werden. Bei modernen Rahmen kommt zunehmend der UDH-Standard (Universal-Derailleur-Hanger) zum Einsatz. In dem Fall ist Ersatz einfacher aufzutreiben. SRAM-T-Type-Schaltwerke werden direkt am UDH-kompatiblen Rahmen montiert, benötigen kein separates Schaltauge und sind sehr stabil konstruiert.
Das Schaltauge verbindet den Rahmen und mit dem Schaltwerk. © bc GmbH
Schaltzug und Außenhülle: Der Schaltzug sollte sich möglichst reibungsarm und ohne Spiel in der Außenhülle bewegen. Prüfe Zug und Außenhülle und ersetze sie gegebenenfalls, wenn der Zug schergängig läuft! Ist die Hülle verschlissen, dann kann sich der Zug darin seitlich bewegen. Um ein paar Kurven, die die Hülle auf dem Weg zum Schaltwerk immer macht, resultiert das schnell in verschlechterter Schaltpräzision. Dann hilft nur ein Tausch. Bei der Verlegung solltest Du auf möglichst große Radien achten und die Außenhülle sauber und rechtwinklig mit einem Bowdenzugschneider kürzen!
Tipp: Mit einem speziell beschichteten Schaltzug kannst Du die Reibung nochmals reduzieren.
Prüfe die Reibung und Spiel des Schaltzugs in der Außenhülle! Präzises Schalten geht nur mit wenig Reibung. © bc GmbH
Ja. Du brauchst je nach Gruppe einen Kreuzschlitz-Schraubendreher (Shimano) oder Innensechskantschlüssel (SRAM Eagle), etwas Zeit und die richtige Reihenfolge: erst die Endanschläge (H- und L-Schraube), dann die Umschlingung (B-Schraube), anschließend die Zugspannung und zuletzt das Feintuning. Prüfe vorher, ob Schaltauge, Schaltzug und Schaltröllchen in Ordnung sind – bei einem verbogenen Schaltauge lässt sich die Schaltung nicht einstellen.
Das sind die Endanschläge: Die H-Schraube (High) begrenzt die Auslenkung des Schaltwerks am unteren Bereich der Kassette. Die L-Schraube (Low) die Auslenkung am oberen Rand der Kassette. Richtig eingestellt verhindern sie, dass die Kette nach außen oder innen abspringt. Die Gangwechsel dazwischen bestimmen sie nicht, das erreichst Du über die Einstellung der Zugspannung.
Die B-Schraube stellt den Abstand des oberen Schaltröllchens zu den Ritzeln ein. Ist der Abstand zu groß, schaltet das Schaltwerk nicht sauber. Ist er zu klein, stößt das Schaltröllchen an die Kassette und der Schaltvorgang wird behindert. Eingestellt wird sie, nachdem die Endanschläge sitzen. Gut zu wissen: Bei SRAM-Eagle-Transmission-Schaltwerken gibt es keine B-Schraube mehr.
Auf das größte oder zweitgrößte Ritzel schalten (Herstellerangaben beachten) und den Abstand zwischen dem oberen Schaltröllchen und dem Ritzel, so klein wie möglich und so groß wie nötig wählen: Das Röllchen darf das Ritzel nicht berühren, aber auch nicht weit abstehen. Shimano nennt für viele Gruppen einen Abstand von 5 bis 6 mm; SRAM legt seinen Eagle-Schaltwerken eine Chain-Gap-Lehre bei, mit der Du den Abstand direkt abmessen und nach Herstellervorgaben einstellen kannst.
Bewährt: 1) Vorab-Check (Schaltauge gerade, Zug leichtgängig, Röllchen okay). 2) H-Schraube. 3) Zug einhängen und Zugspannung grob setzen. 4) L-Schraube. 5) Umschlingung per B-Schraube. 6) Feintuning der Zugspannung an der Rändelschraube am Schalthebel, bis jeder Gang sauber und leise läuft. Durchschalten nicht vergessen.
Meistens ist Verschleiß die Ursache: Eine gelängte Kette und eingelaufene Ritzel greifen unter Last nicht mehr sauber. Prüfe deshalb zuerst die Kettenlängung, dann die Kassette. Sind beide okay, prüfe, ob ein oder mehrere Kettenglieder steif sind! Erst danach lohnt der Blick auf Zugspannung und Schaltauge.
Über die Rändelschraube am Schalthebel oder (bei älteren Modellen) am Schaltwerk. Faustregel: Schaltet es zögerlich auf ein größeres Ritzel, erhöhst Du die Zugspannung, indem Du sie herausdrehst (gegen den Uhrzeigersinn bei Blickrichtung von Außenhülle zum Schaltgriff). Schaltet es zu weit oder rasselt es Richtung kleineres Ritzel, reduzierst Du die Zugspannung, indem Du sie hineindrehst (im Uhrzeigersinn). Immer in Viertelumdrehungen und unter Drehen der Kurbel testen.
Ja, aber gefühlvoll: Die Kassette muss sich bewegen, damit die Kette die Ritzel wechseln kann – im Stand funktioniert das bei einer Kettenschaltung nicht. Nimm beim Gangwechsel unbedingt etwas Druck vom Pedal. Ausnahme ist ein SRAM-Eagle-Transmission-Schaltwerk: Es ist ausdrücklich dafür gebaut, auch unter Last zu schalten.
Das Schaltwerk sitzt hinten und bewegt die Kette über die Ritzel der Kassette. Der Umwerfer sitzt vorne und wechselt zwischen den Kettenblättern. Viele moderne MTBs fahren „1-fach", also ganz ohne Umwerfer. Was manchmal „Umwerfer hinten" genannt wird, ist genau genommen das Schaltwerk.
Anders als klassische Schaltungen werden SRAM-T-Type-Schaltwerke direkt am Rahmen verschraubt – Dein Rahmen benötigt dazu den UDH-Standard. H-/L-Anschlagschrauben und B-Schraube gibt es nicht. Die Grundposition ergibt sich aus Setup-Key und einem festgelegten Setup-Ritzel. Nachjustiert wird bei den elektronischen Gruppen per AXS-App oder Bedienelement, bei den mechanischen (Eagle 90/70) mit der Rändelschraube am Schalthebel.
Typisch: Die Schaltung lässt sich trotz sorgfältiger Einstellung nicht sauber justieren, die Kette springt, oder das Schaltwerk steht sichtbar schief zur Kassette. Das Schaltauge ist die gewollte Sollbruchstelle und verbiegt sich schon bei kleinen Stürzen. Ein Richtwerkzeug hilft Dir dabei, ein verbogenes Schaltauge wieder exakt auszurichten. Bei Rissen oder deutlicher Beschädigung solltest Du es austauschen. Ein UDH wird grundsätzlich ersetzt, weil es sich nicht richten lässt.
In der Werkstatt ist das in der Regel eine der günstigeren Arbeiten und oft Teil der Inspektion. Was es konkret kostet, erfährst Du in der Werkstatt Deines Vertrauens. Stellst Du das Schaltwerk selbst ein, kostet es Dich das passende Werkzeug und etwa eine halbe Stunde Zeit. Sind Schaltauge, Kette oder Kassette verschlissen, kommen Ersatzteile dazu.
Zuerst das Schaltwerk. Der Grund: Die Anschläge des Umwerfers stellst Du in festen Gangkombinationen ein. Diese Kombinationen musst Du sauber anfahren können, und das geht nur mit korrekt eingestelltem Schaltwerk. An einem Einfach-Antrieb entfällt die Frage.