Ein Rennrad Klickpedal und das dazugehörige Cleat
Ein Rennrad Klickpedal und das dazugehörige Cleat

Klick- oder Plattformpedale

An Pedalen scheiden sich die Biker. Manche schwören auf Klick-, andere auf Plattformpedale und alle haben Recht. Bei der Wahl der Pedalart gibt es kein Richtig oder Falsch.

Zuerst wollen wir mal klären, was ein gutes Pedal für uns im Allgemeinen ausmacht, egal ob Klick- oder Plattformpedal. Ein gutes Pedal sollte auf jeden Fall ausreichend Halt in jeder Fahrsituation bieten, wer schon mal in einer brenzligen Situation vom Pedal gerutscht ist, weiß, dass es meistens weh tut.

Flatpedale mit unterschiedlichen Verschraubungen

Flatpedale

Unterschiedliche Cleats für die Schuhe

Unterschiedliche Cleats

Unterschiedliche Rennradpedale von unterschiedlichen Herstellern

Unterschiedliche Rennradpedale

Außerdem sollten Pedale, da sie sehr stark beansprucht werden, stabil und langlebig gelagert sein. Die Lager sollten lange halten, aber auch unempfindlich gegen Stöße und Schläge sein. Das Gleiche gilt für die Oberflächenbehandlung der Pedale. Es ist ärgerlich, wenn man sich ein neues Pedal farblich passend zu seinem Bike kauft und nach der ersten Ausfahrt schon Macken im Pedal hat. Bei aller Stabilität und Langlebigkeit sollte das Gewicht aber nicht aus den Augen verloren werden.

Was macht ein gutes Plattformpedal aus?

Plattformpedale sind gerade zum Mountainbiken eine sehr gute Wahl. Durch ihre große Auflagefläche bieten sie mehr Grip und geben ein sicheres Gefühl.

Vier Plattformpedale

Vier Plattformpedale

Größer ist aber nicht immer besser, es gibt auch Hersteller, die ihre Plattformpedale in verschiedenen Größen anbieten. Also guckt einfach, welches Pedal am besten zu euch und euren Füßen passt.

Nicht nur die Größe der Standfläche, sondern auch die Länge, Form und Beschaffenheit der Pins haben einen großen Anteil am Grip des Pedals. Es gibt Pedale mit Madenschrauben als Pins, andere Pins sind im wirksamen Bereich abgedreht und wieder andere schrauben fast normale Schrauben durch die Stege. Unsere Erfahrung ist, dass Gewindepins einen besseren Halt bieten als flache Pins. Bei guten Pedalen lassen sich die Pins aber immer tauschen.

Die Länge der Pins variiert von 6-13 mm, wobei der wirksame Bereich zwischen 4-6 mm liegt. Der wirksame Bereich ist das Stück der Pins, das oben aus dem Pedal rauskommt, also der Teil, der sich in deinen Schuh bohrt.

Die Länge der Pins eines Plattformpedals (Flatpedal) variieren von 6 bis 13 mm.

Die Pins können unterschiedliche Längen haben

Ich fahre Plattformpedalen weil ich beim Downhill immer das Gefühl habe, nicht schnell genug mit dem Fuß auf dem Boden zu sein.

Barry aus dem Service Team

Was macht gute Klickpedale aus?

Gute Klickpedale haben ein geringes Gewicht, lassen einen problemlosen Ein- und Ausstieg zu und sollten auch im Wiegetritt und beim Beschleunigen ein sicheres Standgefühl vermitteln. Außerdem ist bei Klickpedalen ein sauberer Ein- und Auslösemechanismus sehr wichtig. Was passiert, wenn der Auslösemechanismus hakt, dürfte klar sein.

Verschiedene Klicksysteme

Beim Ein- und Auslösemechanismus gehen die Hersteller verschiedene Wege. Im Großen und Ganzen kann man aber zwischen 4 Systemen unterscheiden, SPD (Shimano Pedal Dynamics), SPD-SL, Look Keo und das ATAC System. Wobei der Aufbau und die Funktion des Look Keo und SPD-SL Systems die gleichen sind. Kompatibel sind sie aber nicht miteinander. Natürlich gibt es auch noch weitere Systeme, da diese aber nicht so verbreitet sind, gehen wir hier nur auf die 3 gängigsten Systeme ein.

Das SPD System wird meistens für MTBs und das SPD-SL bei Rennrädern eingesetzt. Das ATAC System ist in beiden Bereichen zu finden. Das ATAC System ist vom Cleat her sehr ähnlich zu SPD. Der Unterschied liegt in der Klemmung des Cleats. Beim ATAC System wird das Cleat zwischen 2 offen sichtbaren Federdrähten gehalten. Das SPD System erzeugt die Spannung zum Klemmen zwar auch über Federn, sie sind aber im Pedal versteckt.

Ein Klickpedal und das dazugehörige Cleat

Ein Pedalsystem SPD an Shimano und das dazugehörige Cleat

Ein Cankbrothers Pedal und das dazugehörige Cleat

Ein Pedal von Crankbrothers und das dazugehörige Cleat

Das SPD-SL System klemmt auch über Federspannung. Hier ist das Cleat aber wesentlich größer und wird mit 3 anstatt 2 Schrauben mit dem Schuh verschraubt.

Ein Rennrad Klickpedal und das dazugehörige Cleat

Ein Rennrad Klickpedal und das dazugehörige Cleat

Ich fahre Klickis an meinem CC weil sie eine bessere Kraftübertragung, sichereren Halt bei hoher Trittfrequenz und im Sprint bieten.

Michael aus dem Service Team

Vor- und Nachteile von Klickpedalen

Ein großer Vorteil von Klickpedalen ist, dass man, wenn man die Cleats richtig montiert, immer ergonomisch richtig auf dem Pedal steht. Ergonomisch richtig steht der Fuß, wenn der Fußballen über der Pedalachse steht. Zum Einstellen des optimalen Winkels gibt es praktische Helfer wie das TP1 Cleat Tool von Ergon. Ist die Pedal-Cleatverbindung einmal richtig eingestellt, kann die Beinmuskulatur optimal arbeiten und die Kraft wird sehr effizient übertragen. Was die Kraftübertragung noch verbessert, ist, dass man auch am Pedal ziehen kann.

Ein Nachteil von vielen Klickschuhen ist, dass man oft nur schwer damit gehen kann. Außerdem bekommt man in Klickschuhen mit starrer Plastiksohle meistens schneller kalte Füße, da hier der Wind gut angreifen kann und die dünne Plastikschicht kaum Isolation bietet. Ein weiterer Nachteil gegenüber Plattformpedalen ist, dass man seinen Fuß bei einem Sturz erst auslösen muss, bevor man vom Pedal wegkommt. Selbst ein geübter Klickpedalfahrer ist nicht so schnell vom Pedal weg wie ein Plattformpedalfahrer.

Fazit

Da ich ein Hobbyfahrer bin und nicht jeder Sekunde hinterherjagen muss, ist die bessere Kraftübertragung für mich uninteressant. Mir geben Plattformpedale durch ihre große Auflagefläche und die Möglichkeit, jederzeit den Fuß vom Pedal nehmen zu können, ein sicheres Gefühl. Das gute Gefühl auf dem Pedal ist, würde ich sagen, auch das Wichtigste. Wenn man sich nicht wohl auf seinem Rad fühlt, fährt man auch nicht gut.