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Rollentrainer Trainingsrollen Ergometer für E-Sports und Indoorcycling
Rollentrainer Trainingsrollen Ergometer für E-Sports und Indoorcycling
Virtual Cycling: Radrennen fährst Du zu Hause
Der Einzelkämpfer auf der Rolle war gestern – heute verbindet Rollentraining Gaming-Spaß mit Radsporttraining in der Community. Auf unterschiedlichen Plattformen findest Du Möglichkeiten, um Dich mit Gleichgesinnten zu treffen, gemeinsam zu fahren oder an Rennen teilzunehmen – mit etwas Glück fährst Du dabei sogar gegen einen echten Radprofi. Trainingsapps machen es möglich! Wir zeigen Dir, was Du für das virtuelle Radsporterlebnis brauchst.

Virtual Cycling ist mittlerweile zu einer eigenen Sportart geworden. Aber mit dem, was man heute als klassischen E-Sport versteht, hat es wenig zu tun. Denn anstelle eines reinen E-Gamings verlangt das von vielen verächtlich genannte „Radfahren am Computer“ körperliche Anstrengung – also durchaus im Sinne des eigentlichen Radsports. Bekannte Alpenpässe meistern, Sprints gewinnen oder Langstreckenrennen fahren – was bei schlechtem Wetter schwierig ist, kannst Du einfach im heimischen Wohnzimmer machen.

Heimtraining wird zum Lifestyle

Klar, das gemeinsame Fahren draußen kann durch eine App nicht ersetzt werden. Auch den Machern von Zwift, der bekanntesten und größten Online-Plattform mit rund 1,5 Millionen Nutzern, ist klar, dass ein Outdoor-Raderlebnis jedes Heimtraining schlägt. Dennoch verzeichnet die Plattform einen starken Zuwachs. Weil sie relativ neu ist, weil sie digital ist und vor allem: weil Du wetterunabhängig intensiv und abwechslungsreich trainieren kannst. Aus der langweiligen Rolle im Keller ist mittlerweile ein schickes Lifestyle-Produkt geworden, das eine ähnliche Bedeutung wie das Radfahren selbst bekommen hat. Die Plattformen sind zudem für jeden zugänglich. Egal, ob Du Nachwuchsfahrer oder routinierter Rennradveteran bist: Hier bekommst Du die Möglichkeit, Dich virtuell mit Spitzensportlern zu messen oder neue Strecken auszuprobieren – und das ganz ohne Reise- und Logistikkosten.

KOM-Jagd auch digital möglich

Durch Schnittstellen per Smartphone kannst Du Dich einfach mit Deinen Trainingspartnern verabreden und gegenseitig zu neuen Höchstleistungen pushen. Auch eine Vernetzung mit Strava ist möglich – der Jagd nach KOMs steht auch digital nichts im Weg. Oder Du suchst Dir eine neue Herausforderung und nimmst an einem virtuellen Rennen teil. Hier kannst Du entweder bekannte Strecken nachfahren, z. B. die Weltmeisterkurse der letzten Jahre, oder am Plattform-eigenen Liga-Betrieb teilnehmen. Mit etwas Glück trittst Du dabei gegen einen echten Radprofi an, der Teile seines Trainings virtuell absolviert. Als Ruhm für Deine Top-Ergebnisse freut sich Dein virtuelles Rad-Ich, der Avatar, über neue Bekleidung, Helme, Brillen, aerodynamische Laufräder, z. B. von Zipp, oder sogar über ein komplett neues Rad, z. B. von Specialized oder Scott.

Trainingssteuerung auch für Triathleten

Zwift, oder auch andere Apps wie TrainerRoad, Road Grand Tours, Bkool oder Tacx Training, bieten Dir jedoch weit mehr als digitale Trainingsstrecken und Rennen. Du hast die Möglichkeit, detaillierte Trainingspläne zu erstellen oder bestehende zu nutzen. Deshalb sind die Apps nicht nur Winteralternativen, sondern helfen auch im Sommer bei einer exakten Trainingsintervallsteuerung. Gerade Triathleten nutzen das Angebot dieser gezielten Kontrolle ihrer Fortschritte. Im Radsport hingegen ist das Thema derzeit noch wenig verbreitet, ergibt allerdings als Ergänzung zum Outdoor-Training absolut Sinn.

Auch Offroad-Abenteuer sind möglich

Doch der virtuelle Spaß ist nicht nur auf die Straße begrenzt: Als Mountain- oder Gravelbiker profitierst Du einerseits von speziellen angepassten Trainingsplänen für Deinen Sport, andererseits auch von speziellen Offroad-Strecken. Mit Hilfe einer weiteren App werden Deine Lenkbewegungen auf den Bildschirm übertragen und Du erhältst ein digitales Erlebnis über Stock und Stein – dafür montierst Du einfach Dein Smartphone auf den Lenker.

Lust bekommen? Zum Start brauchst Du nicht viel: Dein Fahrrad, einen Hometrainer, ein Endgerät mit WLAN und die von Dir gewünschte App – allerdings kannst Du mit ein paar Features und Tipps Dein Indoor-Vergnügen weiter steigern!

Wichtigstes Element: Dein Fahrrad

Das Rennrad ist für viele die erste Wahl beim Virtual Cycling. Das ist auch logisch, weil der Großteil der Hometrainer beim Freilaufkörper und der Kassette auf die gängigen Rennradvarianten ausgelegt ist. Wenn Du Dein normales Straßenrennrad nimmst, hast Du gleich die gewohnte Einstellung und kannst loslegen. So mancher Radfahrer kauft sich hingegen gerne für zu Hause eine extra Maschine oder nutzt ein ausrangiertes Rad. Solange Du ein Rad mit Schnellspanner nutzt, ist alles easy. Etwas kniffliger, aber auch nicht sonderlich kompliziert, wird es, wenn Du ein Rad mit Steckachse fährst, wie sie bei Mountainbikes und immer mehr Rennrädern zum Einsatz kommt. Viele Steckachsen sind nicht für den Einsatz an Rollentrainern geeignet. Deshalb musst Du sie durch eine spezielle ersetzen. Die Trainer Axle von Robert Axle Project bietet sich als Lösung für viele gängige Modelle an. Die Achse kannst Du im Rad lassen, auch wenn Du wieder draußen fährst. Elite oder Tacx bieten ebenfalls spezielle Steckachsen-Adapter für ihre Rollentrainer an. Manche älteren Rollentrainer haben übrigens standardmäßig noch keinen Freilauf für 12- oder 13-Gang-Antriebe von SRAM oder Campagnolo. Diese gibt es jedoch auch als Adapter zum Nachrüsten, etwa für Wahoo-Trainer.

Der Home-Trainer: Zwischen Klassik und Smart

Der klassische Rollentrainer ist für Einsteiger eine gute Lösung, um erste Fahrten in der virtuellen Welt zu erleben. Doch nicht alle Geräte sind auch mit der App kompatibel. Auf der Homepage von Zwift findest Du deshalb eine Auflistung der Geräte, die unterstützt werden. Dazu zählen u. a. die meisten Trainer von Elite, Feedback Sports, Saris, Tacx und Wahoo. Aber Vorsicht: Ein klassischer Rollentrainer hat keine weitere Elektronik. Um die Apps überhaupt nutzen zu können, brauchst Du zusätzlich einen Geschwindigkeits- und Trittfrequenzsensor, z. B. im Set von Wahoo oder Garmin. Etwas kostspieliger, aber dafür mit deutlich höherer Messgenauigkeit ist die Leistungsmessung per Powermeter, z. B. von Stages oder SRM. Aber wenn Du Dich jetzt auf echte Berganstiegssimulationen oder kollektive Sprintankünfte auf Zwift freust, müssen wir Dich leider bremsen: Du kannst an der Rolle den Widerstand nicht verändern, da ansonsten die Software einen falschen Wert berechnet. So können weder Bergetappen noch Sprints sinnvoll simuliert werden. Außerdem darfst Du nicht an offiziellen Wettkämpfen teilnehmen, da Dein Equipment nicht geeicht ist. Aber für erste Schnuppertouren ist das Set absolut ausreichend.

Als fortgeschrittener und ambitionierter Zwifter greifst Du hingegen zum Smarttrainer. Diese messen direkt die Power und wie Du fährst. Sie sind zwar teurer in der Anschaffung, dafür sparst Du Dir die Kosten für einen Powermeter. Ein Smarttrainer hebt das Training auf eine neue Ebene, da er beispielsweise Anstiege simuliert. Durch spezielle Workout-Funktionen kannst Du noch gezielter Dein Training steuern. Zwift hat sogar extra Smarttrainer zertifiziert, mit denen Du ein besonderes Fahrerlebnis in der App bekommst. Dazu zählen der günstige Suito von Elite und der etwas teurere Neo 2T Smart von Tacx.

Das Endgerät: Je mehr RAM, desto besser

Um die App nutzen zu können, brauchst Du noch ein entsprechendes Endgerät, wobei die Auswahl hier groß ist. In Frage kommen PC, Smartphone, Tablet, Laptop oder auch Apple Smart TVs (ab der 4. Generation). Die Mindestanforderungen des Systems, wie etwa Empfang per ANT+ oder Bluetooth, müssen aber erfüllt werden. An vielen Geräten kann man diese Funktionen per Adapter nachrüsten. Generell gilt: Je mehr Power und Speicherplatz das Gerät hat, desto besser funktioniert die App. Außerdem wichtig ist ein funktionierendes, stabiles WLAN. Noch als Tipp: Über die Smartphone-Anwendung kannst Du Dich besser mit anderen verabreden oder während des Rennens Deine Mitstreiter anfeuern.

Pimp my Ride: Praktisches Zubehör und Gadgets

Die Grundlagen sind gemacht, aber mit ein paar einfach Tipps und Gadgets kannst Du noch weit mehr aus Deinem Training rausholen.
Zum Musikhören ein paar Ohrstöpsel – kein Problem. Anders als im Straßenverkehr darfst Du hier auch mal so richtig laut aufdrehen. So störst Du die Nachbarn und Mitbewohner nicht. Zusätzlich hast Du die Möglichkeit, auch den Sound des Rennens oder Trainings besser wahrzunehmen.
Praktischerweise solltest Du immer ein Handtuch für den Schweiß griffbereit haben. Und lege Dir am besten noch eine Matte (z. B. Kickr Bodenmatte von Wahoo) unter das Rad; sie verhindert Schweißflecken auf dem Boden und schont geräuschempfindliche Nachbarn. Bei längeren Touren stellst Du Dir am besten noch eine zusätzliche Wasserflasche bereit – auch ein paar Snacks in Riegel- oder Gel-Form sind sinnvoll. Es wird schweißtreibend und da brauchst Du jedes Korn! Damit die Sachen auch schnell griffbereit sind, bietet sich das Fitness Bike Desk von Wahoo an. Es lässt sich einfach in der Höhe verstellen, sodass Du auch während der Fahrt schnell an Snacks, Getränk, Handtuch, Smartphone oder Laptop kommst.
Da jedoch der Fahrtwind zur Kühlung in den heimischen vier Wänden wegfällt, brauchst Du technische Hilfsmittel. Selbstverständlich können Dir einfach ein paar Freunde mit einem Handtuch oder Fächer Luft zu fächern, aber auf die Dauer bietet sich ein Ventilator an. Der KICKR HEADWIND von Wahoo reagiert sogar auf Deine Trainingsintensität. Je härter Du fährst, desto mehr kühlt er. Windgeschwindigkeiten bis zu 48 km/h sind möglich. Das brauchst Du natürlich auch, wenn Du mit dem KICKR CLIMB echte Steigungen bis zu 20 Prozent simulierst. Das System passt sich automatisch der Streckenwahl der App an. So bekommst Du das richtige Feeling und nützt die technischen Möglichkeiten der App komplett aus. Zudem trainierst Du Deine Muskulatur intensiver für die Bergetappen in der Realität. Das Simulieren von Lenkbewegungen ermöglicht der Sterzo Smart Travel Block von Elite. So steht dem richtigen Radfahren eigentlich nichts mehr im Wege.

Virtual Cycling: Fast wie Rennrad-Training draußen...

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